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Mehr Studienplätze als im Hochschulpakt geplant

Von: dpa
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Berlin. Die Länder haben in den vergangenen drei Jahren bereits bundesweit mehr zusätzliche Studienplätze geschaffen als im ersten Hochschulpakt mit dem Bund vereinbart.

Dies geht aus einem Zwischenbericht des Bundesbildungsministerium hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag vorlag.

Bund und Länder hatten 2006 beschlossen, für die geburtenstarken Schulabgängerjahrgänge 91.000 zusätzliche Studienplätze bis 2010 zu schaffen. Tatsächlich wurde der Pakt aber bereits im vergangenem Jahr mit fast 102 000 neuen Studienplätzen übererfüllt.

Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz, Bayerns Schulminister Ludwig Spaenle (CSU), sagte am Freitag bei seiner Amtseinführung in Berlin: „Bund und Länder müssen weiteres Geld in die Hand nehmen, um noch mehr Studienplätze für die geburtenstarken Abiturientenjahrgänge zu schaffen.” Abstriche an der Qualität der Ausbildung oder ein verschärfter Numerus clausus seien „keine Antworten auf diese Herausforderung.”

Der Bund unterstützt die Länder beim Aufbau der Studienangebote im Rahmen des ersten Paktes mit 565,7 Millionen Euro. Die Kosten für die 11.000 zusätzlichen Studienplätze, die über die bisherigen Planungen hinaus gehen, sollen mit dem Hochschulpakt II verrechnet werden, sagte eine Sprecherin des Bundesbildungsministeriums auf Anfrage.

Der Hochschulpakt II sieht eine Steigerung der Studienangebote um insgesamt 270.000 Plätze bis 2020 vor. Die Realisierung ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, da die Ausgaben dafür beim Bund wie bei den Ländern unter Haushaltsvorbehalt stehen.

Als „besonders bemerkenswert” wird in der Vorlage des Bundesbildungsministeriums für den Finanzausschuss des Bundestages herausgestellt, dass auch alle neuen Bundesländer die Zahl ihrer Studienanfänger deutlich steigern konnten, obwohl es im Osten wegen des Geburtenknicks nach der Wende einen deutlichen Rückgang bei den Abiturientenzahlen gibt.

In Brandenburg stieg die Zahl der Studienanfänger sogar um 33 Prozent. Der Kultusminister von Sachsen- Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz (parteilos), sagte, die ostdeutschen Hochschulen wollten weiter um westdeutsche Abiturienten werben.

Deutlich hinter der Entwicklung in den anderen Bundesländern liegt allerdings Nordrhein-Westfalen. Dort wurden laut Statistik bisher nicht einmal die Hälfte der bis 2010 vereinbarten 26 300 zusätzlichen Studienplätze geschaffen. Zwischen 2007 und 2009 gab es dort nur einen Zuwachs von 11.176 Plätzen, fast ausschließlich an den preiswerteren Fachhochschulen.

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