Mehr Plätze für Abiturienten: Parlament berät Fachhochschulgesetz

Von: dpa
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Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat am Freitag ihren Gesetzentwurf zum Ausbau der Fachhochschulen in den Landtag eingebracht. Demnach sollen drei neue Fachhochschulen gegründet und acht bestehende erweitert werden.

Damit sollen 10.000 zusätzliche Studienplätze vor allem in den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zur Verfügung gestellt werden. Das Gesetz wird nach einer zweiten Lesung im Parlament voraussichtlich im Mai in Kraft treten.

Die neuen Fachhochschulen mit jeweils 2500 Studienplätzen sollen bis zum nächsten Jahr am nördlichen Niederrhein mit Standorten in Kleve und Kamp-Lintfort, im westlichen Ruhrgebiet mit Standorten in Mülheim und Bottrop sowie in Hamm und Lippstadt errichtet werden.

Dafür investiere die Landesregierung bis 2020 zusätzlich 1,3 Milliarden Euro, sagte NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). „Wir investieren nicht länger in dunkle Schächte, sondern in helle Köpfe”, sagte der FDP-Politiker in Anspielung auf Steinkohle-Ausgaben der rot-grünen Vorgängerregierung. Pinkwart ernannte bereits die Gründungsbeauftragten für die drei neuen Fachhochschulen.

Die Opposition mahnte, die Studienplätze reichten nicht aus und die Kapazitäten stünden zu spät zur Verfügung. „Es reicht nicht aus, 2020 fertig zu sein”, sagte die Grünen-Abgeordnete Ruth Seidl. Auch der SPD-Abgeordnete Karl Schultheiss forderte, sicherzustellen, dass für den doppelten Abiturjahrgang 2013 genügend Angebote zur Verfügung stünden. Durch die beschlossene Schulzeitverkürzung werden in NRW 2013 voraussichtlich rund 175.000 Abiturienten nach zwölf und nach 13 Schuljahren eine Hochschulberechtigung haben. Das sind 70.000 mehr als 2005.

Die Landesregierung schaffe für sie eine fundierte Grundlage, versicherte Pinkwart. Die neuen und die erweiterten Fachhochschulen sollten bis zum Wintersemester 2013/2014 im Vollbetrieb sein. Dies sei aber nur eine Säule, um zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Weitere Maßnahmen würden mit den zu erwarteten Mitteln des zweiten Hochschulpakts des Bundes gefördert, sagte der Minister.

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