Berlin - Keine Massenflucht wegen Studiengebühren

Keine Massenflucht wegen Studiengebühren

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Berlin. Die in sechs unionsgeführten Bundesländern erhobenen Studiengebühren haben bislang nicht zu einer Massenflucht von Studienanfängern in gebührenfreie Länder geführt.

Hamburg und Baden-Württemberg verzeichneten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2008 im Vergleich zu 2005 trotz Einführung der Gebühren erneut jeweils einen Zugewinn an Studenten aus anderen Bundesländern - während dieser in Bayern jedoch deutlich zurückging. In Nordrhein- Westfalen schlug der 2005 noch erzielte Wanderungsgewinn im Studienjahr 2008 sogar in einen Wanderungsverlust um.

Bundesländer, die keine Studiengebühren erheben, verzeichneten zwischen 2005 und 2008 sowohl Wanderungsgewinne als auch Verluste. Vor allem die ostdeutschen Länder gaben erneut mehr Abiturienten an andere Länder ab - als sie im Gegenzug anwerben konnten. Die Aussagen für Baden-Württemberg werden allerdings durch die 2008 erfolgte Statusanhebung der Berufsakademien verzerrt. Die 10.000 Anfänger an diesen Akademien werden seitdem zu den Neueinschreibungen an wissenschaftlichen Hochschulen hinzugezählt.

Die Einnahmen der Hochschulen aus allgemeinen Studiengebühren, Langzeitgebühren bei Überschreitung der Regelstudienzeit oder auch Rückmelde- und Prüfungsgebühren beliefen sich 2007 auf über eine Milliarde Euro - und waren damit 2,6 mal so hoch wie 2006. In diesem Jahr waren erstmals allgemeine Studiengebühren erhoben worden. Zugleich gingen zwischen 2005 und 2007 die Aufwendungen des Staates für die Grundmittel der Hochschulen um 400 Millionen auf 16,8 Milliarden Euro zurück.

In Hamburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen finanzieren die Studenten mit ihren Gebühren etwa 7,5 bis 8,5 Prozent der allgemeinen Hochschulausgaben. Bundesweit liegt der Gebührenanteil an den Gesamtkosten der Hochschulen inzwischen bei 4,2 Prozent.

Der Trend zu kürzeren Studienzeiten geht nach Angaben der Statistiker weiter. Durchschnittlich benötigten im Prüfungsjahr 2008 die Absolventen eines Erststudiums 9,6 Fachsemester. Das ist im Vergleich zu 2000 mehr als ein Fachsemester weniger. Auch seien Berechnungen zu Folge die Abbrecherquoten gesunken. Bei Frauen ist die Erfolgsquote mit 70 Prozent höher als bei Männern (66,5 Prozent).

Die Statistiker führen die kürzeren Studienzeiten nicht nur auf die Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge zurück. Inzwischen beginnen 74 Prozent aller Studienanfänger ihr Studium in einem Bachelor-Studiengang.
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