Initiative will Arbeiterkinder an die Uni bringen

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Düsseldorf. Die Initiative „Arbeiterkind.de.” will Jugendlichen aus der Arbeiterschicht den Zugang zu Hochschulen und Stipendien erleichtern.

Mit 30.000 Euro wird die Landesregierung nun ein Büro der gemeinnützigen Gesellschaft an der Universität Duisburg-Essen unterstützen. Das kündigte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf an.

Die Ministerin äußerte sich zugleich zuversichtlich, dass der rot-grüne Gesetzentwurf zur Abschaffung der Studiengebühren in der übernächsten Woche eine Mehrheit im Landtag erhalten wird. Die Koalition will die Studiengebühren zum kommenden Wintersemester abschaffen. Die Linke fordert, dies schon zum Sommersemester zu tun. Am Donnerstag soll es darüber ein Gespräch zwischen den Spitzen der drei Fraktionen geben.

Mentoren zeigen den Weg auf

„Arbeiterkind.de” wurde 2008 von der aus Ostwestfalen stammenden Studentin Katja Urbatsch zunächst als Internetportal gegründet. An der Universität Gießen unterhält die Initiative bereits ein Büro mit regelmäßigen Sprechstunden. Bundesweit beteiligten sich inzwischen 2500 Mitglieder und 2000 ehrenamtliche Mentoren in 80 Ortsgruppen an dem Netzwerk, berichtete Urbatsch. In NRW bieten bereits 350 Ehrenamtliche in 15 Ortsgruppen Nichtakademiker-Kindern Orientierung auf ihrem Bildungsweg.

Die Mentoren besuchen Schulklassen, beraten persönlich und über das Internet, wie man sich um ein Studium oder ein Stipendium bewirbt, wie man im Ausland studieren kann und welche Wege zu einem erfolgreichen Examen führen.

„Arbeiterkind.de” will die Chancenungleichheit beim Bildungszugang abbauen. „Laut einer aktuellen Studie des deutschen Studentenwerks nehmen von 100 Akademikerkindern 83 ein Hochschulstudium auf”, berichtete Urbatsch. „Dagegen studieren von 100 Kindern nicht-akademischer Herkunft lediglich 23, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen.”

Deutschland weise bei der Akademikerquote hohe Defizite auf, stellte Schulze fest. Eine Bildungsstudie zeige, dass Finanzierungsprobleme und die Angst vor Schulden viele Schulabgänger von den Hochschulen fernhielten. „Die Abschaffung der Studiengebühren ist darum ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit.”
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