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Im Jugendheim an der Bastei ziehen neue Besitzer ein

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Am Ende war der Verkauf unumgänglich. Der Verein „Jugend- und Studentenförderung Salvatorberg” musste sein Studentenwohnheim „Johannes Zender” und seinen Jugendtreff „Salvatorberg” veräußern. Die beiden Häuser hat der katholische Verband „In Via” gekauft.

Der Moment des Verkaufs war für den Vorstand der Jugend- und Studentenförderung sehr emotional. „Ich habe eben die Schlüssel abgegeben, das ist schon sehr bewegend”, sagte Geschäftsführer Heinz Zohren mit einer gehörigen Portion Wehmut.

Kein Wunder. Der Verein besteht seit 1956, um Immobilien für minderbemittelte Studenten und Jugendpflegerische Einrichtungen zu erwerben und in Stand zu halten. Die jetzt veräußerten Häuser befinden sich seit den frühen 1960er Jahren im Besitz des katholischen Vereins.

Dass der Verein seine Häuser verkauft und sich in naher Zukunft auch auflösen wird, hat zwei Gründe. Zum einen führte die Landesregierung vor rund sieben Jahren die Offenen Ganztagsschulen ein. „Dem wurden die Kinderhorte geopfert”, erklärt Zohren. Damit auch die Hortgruppe mit 20 Kindern und drei Mitarbeitern im Jugendtreff „Salvatorberg”.

Die zweite Entwicklung, die der Verein zu verkraften hatte, war der Sparkurs des Aachener Bistums. Gelder für eine Mitarbeiterin in der offenen Jugendarbeit und ein Zuschuss zu den Betriebskosten zahlte das Bistum nicht weiter.

„Unsere Wurzeln lagen immer in der Jugendarbeit”, sagt Zohren, die konnte aber nicht mehr finanziert werden. „Nur für das Studentenwohnheim wollten wir die Arbeit nicht weiter machen”.

Den Gegenwert der beiden Häuser stellt der Verein nun der Jugendarbeit zur Verfügung. Mit „In Via” fand der Verein einen kirchlichen Träger, der sich der Jugendarbeit verschrieben hat. So verkaufte die Jugend- und Studentenförderung ihre Immobilien für einen verhältnismäßig geringen Kaufpreis - über dessen Höhe vereinbarten die Beteiligten letztlich Stillschweigen.

Die Summe kann allerdings nicht unerheblich sein, denn aus dem Verkaufserlös erhält die kirchennahe Stiftung „Jetzt! für morgen” 100.000 Euro. Die Zinsen aus der Anlage dieser Summe kommen der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) zu Gute. Die Aachener Stadtgruppe der KSJ entstand in den 1960er Jahren im Jugendzentrum „Salvatorberg”.

Das Geld soll für die Verbandsarbeit der KSJ sowie für die Gestaltung von Ferienfreizeiten genutzt werden.

Auch nach dem Verkauf kann die KSJ die Räume im Jugendzentrum für ihre Verbandsarbeit nutzen. Das berücksichtigt „In Via” bei allen Planungen mit den neuen Räumen. Alle „In Via”-Geschäftsräume aus der Richardstraße und vom St. Josefsplatz werden in die beiden Gebäude an der Krefelder Straße verlegt.

„Ich träume davon, dass wir das bis zum Sommer des kommenden Jahres schaffen”, sagt „In Via”-Geschäftsführerin Gabriele Jülich, „das ist schon toll, dass wir hier einen neue Heimat finden”.

In dem ehemaligen Jugendtreff beginnt ein Teil des „In Via” Programms schon in der kommenden Woche. Im Studentenwohnheim ist dagegen noch eine Menge Arbeit nötig bis „In Via” einziehen kann. Bis vor kurzem leben dort noch 25 Studenten. Die meisten haben mittlerweile eine neue Bleibe gefunden, die restlichen können noch bis zum Ende ihres Studiums bleiben.

„Wir müssen beginnen jetzt nach unseren Bedürfnisse umzubauen”, sagt Jülich. „In Via” ist in den Bereichen Jugendsozialarbeit, Jugendberufshilfe, Familienbildung und Bahnhofsmission aktiv.

Diese Arbeitsfelder des neuen Eigentümers war beim Verkauf ein wichtiges Kriterium. „Die wollen die Immobilien nachhaltig für die Jugendarbeit nutzen, das passt hervorragend zu unserem Vereinszweck”, sagt Heinz Zohren.

Geld für die Jugendarbeit

Was mit dem restlichen Geld aus dem Verkauf der Häuser passiert, ist indes noch nicht geklärt. Der Vorsitzenden der Jugend- und Studentenförderung, Lutz Nitzsche, ist sich aber schon sicher, dass es der Jugendarbeit zu Gute kommen wird: „Das muss sein. Sonst fällt es ans Bistum.” Und das will der Verein trotz aller Kirchennähe vermeiden.
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