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Gut vorbereitet ins Praktikum

Von: dapd
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Hamburg. Die Generation Praktikum steckt in einem Dilemma. Obwohl sie in einigen Firmen Vollzeitstellen besetzen, bekommen Studenten im Praktikum oft nur einen geringen Lohn, manchmal sogar überhaupt keinen.

Viele qualifizierte junge Leute fühlen sich deshalb ausgenutzt, wenn ihnen Aufgaben übertragen werden, die nicht in ihren Arbeitsbereich fallen, oder wenn sie Wochenenddienste übernehmen sollen. Oft mit der Folge, dass ihre Motivation sinkt. „Gegen eine mögliche Ausbeutung als billige Arbeitskraft gebe es zwar kein Rezept”, sagt Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg, „doch wer von vornherein weiß, was auf ihn zukommt, kann dieses Risiko mindern.”

Empfehlenswert sei es, direkt im Einstellungsgespräch zu klären, welche Erwartungen man selbst hat und welche Aufgaben man übernehmen soll. „Dann kann man während des Praktikums gegebenenfalls darauf hinweisen, wenn eine Tätigkeit die abgesprochenen Anforderungen überschreitet.”

Hilfreich könne es außerdem sein, sich anhand des Praktikantenschlüssels eines Unternehmens über dessen Gewohnheiten zu erkundigen, bevor man sich überhaupt um eine Stelle bemüht: Wie viele Praktikanten stellt die Firma ein, wie lange dauert das Praktikum und wie viel Vergütung ist vorgesehen? „Wenn das Unternehmen Vollzeitstellen mit Praktikanten besetzt, die länger als sechs Monate bleiben und dafür nicht entlohnt werden, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Betrieb eher günstige Arbeitskräfte sucht als Praktikanten”, sagt Hofert.

Unternehmen darf volles Engagement erwarten

Hat man sich ohne konkrete Absprachen auf ein Praktikum eingelassen, sei es schwierig, den Arbeitseinsatz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. „Wer sich für ein Praktikum in einem Unternehmen entscheidet, sollte sich im Wesentlichen darüber bewusst sein, auf welche Bedingungen er sich dort einlässt.” Das Engagement dürfe dann nicht darunter leiden, dass sich Lohn und Aufwand nicht decken. „Auch wenn die Vergütung nicht gerecht erscheint, sollten Praktikanten nicht eigenmächtig entscheiden, wie viel Aufwand sie persönlich für angemessen halten”, erklärt Hofert.

„Als Praktikant darf man erwarten, fachliches Wissen und Erfahrungen zu sammeln. Das Unternehmen stellt den entsprechenden Arbeitsplatz dafür bereit und im Gegenzug darf es auch volles Engagement fordern.” Insbesondere in solchen Branchen, die bei Bewerbern heiß begehrt sind, sollte man vorsichtig damit sein, den Umfang seines Engagements selbst zu bestimme. „Der Kulturbereich beispielsweise ist derart überlaufen, dass man die Chance, die man dort bekommt, auch nutzen sollte. Es wäre zumindest unüberlegt, als Praktikant Abenddienste abzulehnen, weil man nicht bereit ist, sich über die regulären Arbeitszeiten hinaus zu engagieren”, sagt die Expertin.
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