Berlin - Geldnot treibt Abiturienten zum Studienverzicht

Geldnot treibt Abiturienten zum Studienverzicht

Von: dpa
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Studenten
Studenten während einer Universitäts-Vorlesung. Foto: dpa

Berlin. Rund jeder dritte Student in den ersten Semestern (32 Prozent) denkt derzeit über einen Studienabbruch nach oder hat ihn schon einmal erwogen.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Reemtsma Begabtenförderungswerkes in Hamburg. Wichtigster Grund dafür sind Geldsorgen: Drei Viertel der akut Betroffenen sagen, dass sie Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihres Studiums haben. Das Gleiche gilt für 60 Prozent der Hochschüler in den ersten vier Semestern, die über einen Abbruch schon ernsthaft nachgedacht haben.

Studenten mit Finanzierungsschwierigkeiten ziehen im Vergleich zu Kommilitonen ohne solche Probleme deutlich häufiger einen Studienabbruch in Betracht: In der ersten Gruppe gilt das für jeden Zweiten (53 Prozent), in der zweiten nur für jeden Fünften (20 Prozent). Akut gefährdet sind laut der Umfrage 17 Prozent der Studenten mit großen Geldsorgen, aber nur 3 bis 4 Prozent der Studenten, denen die Finanzierung ihres Studiums leichtfällt. Insgesamt klagen gut zwei Drittel (69 Prozent) aller befragten Studenten darüber, dass die finanzielle Belastung hoch sei.

Von den Studenten, die sich aktuell Gedanken über einen Studienabbruch machen, wird nur gut die Hälfte (53 Prozent) von den Eltern unterstützt. Insgesamt trifft dies auf zwei Drittel (65 Prozent) der Studenten zu.

Eine finanzielle Förderung in Form eines Stipendiums erhalten bislang nur 4 Prozent der befragten Studenten. Das dürfte allerdings auch daran liegen, dass sich nur wenige überhaupt um ein Stipendium bewerben: Etwa acht von zehn Befragten (82 Prozent) haben es bisher noch nicht versucht, auf diese Weise Fördergelder zu erhalten. Dabei sind die Chancen für Bewerber offenbar keineswegs schlecht: Von den 18 Prozent, die sich um ein Stipendium bemüht haben, hat jeder dritte einen Zuschlag erhalten. Befragt wurden rund 2150 Schüler im Alter ab 18 Jahren sowie gut 1850 Studenten vom ersten bis vierten Semester.

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