Erst Bachelor, dann Hartz IV: Wartezeit mit Arbeitslosengeld II überbrücken

Von: Hendrik Roggenkamp, dapd
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Berlin. Viele Studenten, die BAföG bekommen und nach dem Bachelor ihren Master machen wollen, haben ein Geldproblem: Nur wenn sich der Masterstudiengang nahtlos anschließt, wird auch das BAföG ohne Unterbrechung gezahlt.

Wer hingegen länger auf die Zulassung zum Masterstudium warten muss, ist formell kein Student mehr und kann daher auch kein BAföG bekommen.

Wer die Finanzierungslücke während der Wartezeit nicht überbrücken kann, hat jedoch - Bedürftigkeit vorausgesetzt - einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Übrigens gilt dies nicht nur für angehende Masterstudenten, sondern beispielsweise auch für Lehramts- oder Jura-Absolventen, die auf ihren Referendariatsplatz warten müssen. Welche Besonderheiten „Studenten in der Warteschleife” beachten sollten, erläutert die DGB Jugend auf ihren Internet-Seiten unter http://www.dgb-jugend.de/studium.

So sollten sich Studenten rechtzeitig vor Ende des Bachelorstudiums arbeitslos melden, damit eine lückenlose Finanzierung gewährleistet ist. Dies ist auch wichtig für den Krankenversicherungsschutz. Die Mitgliedschaft in der günstigen studentischen Krankenversicherung läuft nämlich automatisch zum Ende des letzten Studiensemesters aus.

Wer keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung findet, kann sich zwar freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Dann wird jedoch mindestens ein Beitrag von 130 Euro pro Monat fällig. Wer Hartz IV bekommt, muss sich zumindest um seine Krankenversicherung nicht sorgen.

Es gelten die gleichen Regeln wie für alle Leistungsempfänger

Natürlich gelten für Ex-Studenten, die voraussichtlich nur für wenige Wochen oder Monate Arbeitslosengeld II bekommen, die gleichen Regeln wie für alle anderen Leistungsempfänger. Auch wenn der Beginn des nächsten Studienabschnitts bereits absehbar ist, müssen sich die „Bald-wieder-Studenten” an vorgeschlagenen Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen beteiligen und auch die übrigen Mitwirkungspflichten erfüllen. Dazu gehört insbesondere die Verpflichtung, sich aktiv um eine Arbeitsstelle zu bemühen - auch wenn die Arbeit wegen des geplanten Anschlussstudiums von vornherein auf kurze Zeit befristet ist.

Sicherlich sinnvoll ist es, die Wartezeit mit einem studienbezogenen Praktikum zu überbrücken. Allerdings muss das Jobcenter beziehungsweise die für Hartz-IV-Leistungen zuständige Behörde das Praktikum genehmigen. Vorrang hat in jedem Fall die Vermittlung in eine reguläre Beschäftigung. Wer ein Jobangebot bekommt, muss es auch annehmen - selbst wenn man für die Arbeit mit einem Bachelor an sich überqualifiziert ist.
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