Wuppertal - Editionswissenschaft: Textausgaben gestalten lernen

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Editionswissenschaft: Textausgaben gestalten lernen

Von: dpa
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Wuppertal. Eine Bibel kann heute unterschiedlich aussehen: Es gibt Kinder-Bibeln, eine „Trend Edition” für Teenager und sogar die „Bibel für Dummies”.

Außerdem werden etliche Bibel-Lesebücher mit Bildern oder Holzschnitten verkauft. Und daneben gibt es weiterhin Standardausgaben wie die Luther-Bibel. Das zeigt: Ein Werk kann viele Formen annehmen. Welche davon am ehesten für welchen Zweck passt, damit beschäftigen sich Studenten in dem Fach Editionswissenschaft.

„Bei uns lernt man, dass ein Text nicht einfach vom Himmel fällt”, erklärt Prof. Wolfgang Lukas von der Uni Wuppertal, die ab dem Wintersemester 2010/2011 den Master „Editions- und Dokumentwissenschaft” anbietet. Viele dächten nicht groß darüber nach, wie ein Text entstanden ist, wenn sie ihn als Buch in den Händen halten. „Dabei hat er dann oft schon zig Veränderungen erfahren.”

Im Studium geht es zum Beispiel darum, kritische Ausgaben zu erstellen, die Anmerkungen zur Textgrundlage enthalten. Dazu lernen Studenten, Handschriften und Überlieferungen von Texten zu vergleichen. Ziel sei dabei die Suche nach dem „authentischen Text”, erklärt Lukas. Außerdem befassen Studenten sich mit Medientechnik - etwa bei der Frage, wie sich die digitale Ausgabe einer Enzyklopädie auf CD-ROM gestalten lässt. Und nicht zuletzt stehen Urheber- und Medienrecht auf dem Lehrplan.

Arbeit für Absolventen gibt es in Verlagen und Archiven. Außerdem finden sie Jobs in Museen und Medienunternehmen. Studieren lässt sich das Fach außer in Wuppertal auch in Heidelberg und in Berlin.

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