Die Sache mit der Mensa ist noch nicht gegessen

Von: Stephan Mohne
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An der Wüllnerstraße neu bauen oder an der Turmstraße sanieren? Um die Hauptmensa der RWTH ist ein Zwist zwischen der Hochschule und der Stadt Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nur auf den „Masterplänen” ist noch alles beim Alten. Da ist immer noch eine neue Hauptmensa für die RWTH an der Wüllnerstraße unterhalb des Audimax eingezeichnet.

Hervorgegangen ist dies aus einem Wettbewerb, an dem die Stadt, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und die RWTH beteiligt waren und dessen Ergebnisse 2007 präsentiert wurden. Volumen des Ganzen: rund 500 Millionen Euro. Ein Detail ist eben die Verlagerung der Mensa in den Kernbereich der Hochschule. Dahinter soll es einen grünen Campus-Park statt der jetzigen Plätze fürs Blech geben.

Doch urplötzlich scheint da einiges durcheinander geraten zu sein. So meldete sich nach dem Artikel in der AZ von Montag Walter Meurer als Sprecher des Studentenwerks als Betreiber der Mensa und bekundete: „Die Umzugspläne sind vom Tisch”. Vielmehr solle die Mensa an Ort und Stelle, also an der Turmstraße, kernsaniert werden. Man warte im Prinzip mehr oder weniger nur noch auf den Bewilligungsbescheid für die notwendigen Investitionen.

„Einfach überrollt worden”

Das aber hat jetzt die Stadt auf den Plan gerufen. Dezernentin Gisela Nacken ist ziemlich sauer: „Es kann doch nicht sein, dass man gemeinsam einen Plan entwickelt und dann dieser Plan geändert wird, ohne dass alle Partner darüber informiert werden”, sagte sie gegenüber der AZ sowie Donnerstagabend vor dem Planungsausschuss, wo der Stand der Dinge in Sachen Masterplan noch einmal von BLB-Chef Harald Lange vorgestellt wurde. Zwischenzeitlich hat die Stadt, so erzählte Nacken, eine Bauvoranfrage für das Großprojekt an der Turmstraße erhalten.

„Damit sind wir einfach überrollt worden”, ärgerte sie sich. Lange betonte gleich dazu, dass dies nicht vom BLB initiiert worden sei. Und auch der Chef des Studentenwerks habe dieser Tage bekundet, dass die Entscheidung auch nicht aus dieser Richtung gekommen sei. Vielmehr sei dies ein Wunsch der RWTH, berichtete Lange. Jetzt soll es Gespräche geben - auf höchster Ebene. Gisela Nacken sagte, sie sei „vorsichtig optimistisch”, dies doch noch umdrehen zu können.

Insgesamt stellte Lange noch einmal einige Details dar, die wichtig werden, wenn der Templergraben demnächst zum „Shared Space” umgebaut worden ist. Auf längere Sicht gehört zum Beispiel der Abriss des Kármán-Auditoriums dazu. Deutlich kurzfristiger solle es nach einigen Verzögerungen jetzt mit dem Neubau eines Hörsaalzentrums an der Wüllnerstraße losgehen. Die Ecke Templergraben/Wüllnerstraße soll bebaut werden - möglicherweise als Erweiterung der Hochschulbibliothek. Sollte diese in den Campus Westbahnhof umziehen, würden das bisherige und das neue Gebäude möglicherweise als „Zentrum für studentisches Arbeiten” genutzt.

Klinikum: Pläne für Parkplätze

Darüber hinaus präsentierte Lange einige Neuigkeiten zu anderen Hochschulgebieten. So etwa am Campus Melaten und rund um das Klinikum. Einige bemerkenswerte Neubauten wurde da als Planbilder an die Wand geworfen. Großes Interesse gibt es dabei offensichtlich an der heutigen „Parkspange”, wo bald schon ein großes neues Institut nebst Parkhaus entstehen soll.

Langfristig soll auch ein Teil des jetzigen Klinikumsparkplatzes überbaut werden - so etwa mit Verwaltungsbauten für das Großkrankenhaus. Ersatz für die Parkplätze soll auch dort ein großes Parkhaus bieten. Doch das ist noch nicht ganz spruchreif, wie Lange erklärte.

Auch im Bereich Hörn wird bald einiges anders aussehen. Vor allem dort, wo bereits die PCB-belastete BLB-Zentrale niedergelegt wurde und wo dies demnächst auch mit dem ebenfalls verseuchten „Allgemeinen Verfügungszentrum geschehen soll. Geplant sind dort zwei miteinander verbundene Kubus-Bauten. Und auch die Informatiker sollen noch eine Erweiterung bekommen.
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