Aachen - Die Campus-Idee findet immer neue Verfechter

Die Campus-Idee findet immer neue Verfechter

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Auf Einladung der Initiative Aachen werben Matthias Kaschte, Michael F. Bayer, Günter Carpus und Stephan Baldin (von links) für Arbeitsplätze, die der neue RWTH-Campus schaffen soll. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nur etwa neun Monate sei das heiß ersehnte Campus-Projekt der RWTH Aachen durch die schädlichen Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise in Verzug geraten sei. Prof. Günther Schuh, treibende Kraft des Milliardenprojektes auf Melaten und am Aachener Westbahnhof verkündete die gute Nachricht im Vortragssaal des SuperC.

Der Prorektor und Geschäftsführer der RWTH-Campus-GmbH war allerdings „nur” einer der rund 250 Zuhörer, die sich zur Veranstaltung „Arbeitsmarkt und Wirtschaft” in einer themenbezogenen Reihe der Initiative Aachen, des Zeitungsverlages und der Campus-GmbH eingefunden hatten. Seine Antworten waren mehr als einmal gefragt - trotz der vier geladenen Experten. Das waren der Unternehmer Günter Carpus, Stephan Baldin von der Stiftung Kathy Beys, Michael Bayer von der Industrie- und Handelskammer und Matthias Kaschte für die Agentur für Arbeit.

So trug Moderator Udo Kals (Zeitungsverlag Aachen) in der Fragerunde das Mikro häufiger zu Professor Schuh. Jener machte deutlich, dass die Campus-GmbH mit einer Verabschiedung des Bebauungsplanes für Melaten in der Dezembersitzung des Stadtrates rechne. Dann könne Anfang 2010 begonnen werden, die ersten sechs „Cluster” zu füllen. Mit den Zugpferden, war Schuh sicher, nehme der Campus Fahrt auf und werde den Hoffnungen gerecht werden.

Zuvor hatte der Unternehmer Günter Carpus ein vehementes Plädoyer für den Campus gehalten. Er sei ein ansässiger Unternehmer und warte bereits seit zwei Jahren auf den Startschuss für den Campus. „Der Vorteil für uns ist, dass dort themenbezogen Forschung und Industrie zusammenkommen.” Sein Betrieb mit jetzt etwa 200 Ingenieuren, der unter anderem Labore baut und hochwertige Medizintechnik vertreibt, könne nach einem Neubau auf dem Campus sofort expandieren.

Ingenieure binden

„Für uns ist ein anderes Gewerbegebiet in Aachen keine Lösung”, beschrieb der Unternehmer seine Ansprüche an eine Nachbarschaft, die für seine Mitarbeiter auch Anreiz zu neuen Ideen sein soll. „Und wir hoffen darauf, dass mehr an der RWTH ausgebildete Ingenieure dann an diesem Standort gehalten werden können”, beschrieb Carpus das Dilemma, qualifizierte Mitarbeiter in Aachen zu fesseln.

Die Region, mahnte Stephan Baldin (Kathy Beys) an, müsse allerdings in das Projekt Campus besser und nachhaltiger eingebunden werden. Denn er habe den Eindruck, dass zwar so genannte Leuchtturmprojekte und „Global Player” angelockt würden, dann aber eine Lücke zu dem normalen Arbeitsmarkt in der Region klaffe.

Matthias Kaschte beschrieb als Vertreter der Agentur für Arbeit seine Hoffnung, der Campus möge mit den geplanten 5000 Wissenschaftlern weitere 5000 Dienstleistungsarbeitsplätze anziehen. „Der Schlüssel ist eins zu eins”, klärte er auf und lobte die eigentliche Campus-Idee: „Der Campus ist weit mehr als seine Einzelteile. Das ist der unbestreitbare Vorteil dieser Idee. Das wird ein Erfolgsmodell.”

Bayer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des IHK, verspricht sich deutliche Impulse für die Wirtschaft der Region, so etwa für Zulieferer. Im Kern bewertet Bayer die Campus-Planung als einen Quantensprung. „Im Strukturwandel der Region bedeutet der Campus die Zündung einer zweiten Raketenstufe”. Die Ansiedlungen würden sicherlich großflächig auf die Region ausstrahlen.
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