Bonn/Hannover - Deutsche Studenten gehen öfter ins Ausland

Deutsche Studenten gehen öfter ins Ausland

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
studenten
Immer mehr Studenten zieht es in ausländische Universitäten. Foto: ddp

Bonn/Hannover. Die Studenten in Deutschland haben in jüngster Zeit häufiger eine Auslandsstation im Studium eingelegt als früher. So waren 2006 rund 83.000 Studenten an einer Hochschule in einem anderen Land eingeschrieben - das waren 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das ergibt sich aus einer Studie, die der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Bonn zusammen mit dem Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover erstellt hat. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Zahl der deutschen Studenten im Ausland demnach sogar um 60 Prozent gesteigert.

Die meisten absolvieren einen Auslandsaufenthalt in Westeuropa: Dorthin zieht es drei Viertel (77 Prozent) der Austauschstudenten. Besonders beliebt sind die Niederlande (17 Prozent), Großbritannien (14,7 Prozent), Österreich (14,5 Prozent) und die Schweiz (10,8 Prozent). Die USA hat offenbar an Reiz verloren: Wurden im Jahr 2000 noch 20 Prozent der Auslandssemester dort verbracht, waren es 2006 nur noch 10,5 Prozent. Unpopulär unter Studenten scheint auch Osteuropa zu sein: Nur 3 Prozent zog es für einen Studienaufenthalt dorthin.

Zugelegt haben Studenten auch bei Auslandsstationen mit einem weiter gefassten Studienbezug - dazu gehören zum Beispiel auch Praktika. So hat derzeit rund jeder vierte Student (26 Prozent) schon einmal einen solchen Auslandsaufenthalt absolviert - damit ist der Wert seit 2007 um drei Prozentpunkte gestiegen. Das hat das HIS in einer repräsentativen Befragung von mehr als 7000 Studenten gesondert ermittelt.

Bachelorstudenten gehen allerdings deutlich seltener ins Ausland als ihre Kommilitonen in den alten Studiengängen: An Universitäten können nur 15 Prozent der Hochschüler im Bachelor Auslandserfahrung vorweisen, an den Fachhochschulen sind es 13 Prozent. In Diplomstudiengängen liegen die Quoten bei 35 beziehungsweise 29 Prozent. Und unter den Magisterstudenten hat sogar jeder Zweite (49 Prozent) schon einmal eine Auslandsstation absolviert.

Ein Grund dafür sei, dass in den dichten Bachelor-Lehrplänen oft nicht genug Zeit für einen Auslandsaufenthalt vorgesehen sei, erläutert HIS-Experte Ulrich Heublein. „Das ist ein Korsett, aus dem Sie als Student ganz schwer herauskommen.” Wer Wert auf Auslandserfahrung legt, wirft daher bei der Studienwahl besser einen genauen Blick in die jeweilige Bachelor-Studienordnung - inzwischen gebe es erste Angebote, bei denen eine solche Station sogar fest eingeplant sei.

Die Homepage wurde aktualisiert