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Campus West: Bürger sollen nun mitreden

Von: Oliver Schmetz
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Nur beim Bau des Klinikums selber wurde schon einmal derart gebaggert: Eine Armada von Baumaschinen bereitet derzeit den Boden für den neuen RWTH-Campus Melaten. Eine Milliarde Euro soll dort investiert, 5000 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Noch einmal haben Politik und Verwaltung das milliardenschwere und zukunftsweisende Projekt jetzt im Planungsausschuss hinter verschlossenen Türen beraten, doch schon bald sollen die Pläne für den Campus West am Westbahnhof das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Am 8. Februar wird die komplette bisherige Planung von der Verwaltung im Super C am Templergraben präsentiert. Und dieser Termin soll nicht nur den Auftakt setzen für eine umfassende Bürgerinformation, sondern auch für eine intensive Beteiligung der Aachenerinnen und Aachener. „Wir setzen da auf einen offenen Prozess”, erklärten am Freitag unisono sowohl Planungsdezernentin Gisela Nacken als auch diverse Planungspolitiker auf Nachfrage.

Und um dafür auch den nötigen Raum zu lassen, enthalten die Pläne in der jetzigen frühen Phase des Bebaungsplanverfahrens für das 327.000 Quadratmeter große Bahnhofsgelände dem Vernehmen nach viele Variablen und nur wenige konkrete Festlegungen. „Es ist sehr positiv, dass wir mit vielen Varianten in die Bürgerbeteiligung gehen”, sagt Nacken.

So hat man beispielsweise noch keinen „Deckel” auf den Campus-Tower gesetzt. Wie berichtet, plant der Bau- und Liegenschaftsbetrieb einen solchen Turm von 90 Metern Höhe als markanten „Hingucker” am stadtwärts gelegenen Eingangsbereich des künftigen Campus-Areals. Dass eine solche „Landmarke” für das Erscheinungsbild des gesamten Projekts wichtig ist, darüber besteht zwar weitestgehend politischer Konsens. Aber ganz so hoch hinaus muss es für die meisten Politiker nicht gehen.

Bloß: Bevor man sich im weiteren Verfahren auf eine Höhenbegrenzung für den Turmbau festlegen wird, sollen erst noch ein paar nähere Informationen her - etwa zu Kaltluftschneisen und Blickachsen, aber auch zur Form der vorgesehenen Hochhäuser. Hier werden das Umweltverträglichkeitsgutachten und eine detaillierte Planung der Architekten Aufschluss geben, außerdem wird ein Verkehrsgutachten verschiedene Varianten für die Erschließung des riesigen Hightech-Areals beleuchten.

Viele offene Fragen gibt es auch noch in Sachen Wohnen auf dem Campus. Dafür vorgesehen ist in nächster Nähe beispielsweise das ehemalige Kloster Guter Hirte an der Süsterfeldstraße, geplant sind aber auch Wohnbereiche entlang des Campusbandes. Und bei letzteren muss noch geklärt werden, inwieweit dort überhaupt gesundes Wohnen möglich ist, wären sie doch nicht nur dem Lärm der nahegelegenen Bahnlinie ausgesetzt, sondern lägen auch in direkter Nähe zu Gewerbeflächen.

Eine strikte Festsetzung hat die Politik im Planungsausschuss allerdings schon getroffen: Zwei Türme nebeneinander soll es im Eingangsbereich des Campus nicht geben. Der Hintergrund: Derzeit ist neben dem Campus-Tower eine Mehrzweck- bzw. Kongresshalle vorgesehen. Sollte diese nicht kommen - zurzeit weiß noch keiner, wer sie baut und bezahlt -, würde dort wohl ein Forschungs-Cluster angesiedelt. Und für diese Cluster sehen die Pläne jeweils ein Hochhaus vor. Doch dem wurde neben dem Tower jetzt ein Riegel vorgeschoben. Vieles andere ist dagegen noch offen - und die Bürger sollen mitreden.
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