Campus West: Bürger bringen sich ein

Von: Sarah Sillius
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Die Pläne sorgten für großen Andrang: Rund 200 Bürger horchten den Verantwortlichen im Super C.

Aachen. Die Pläne zum Campus West wachsen nicht hinter verschlossenen Türen. Ein Modell des Teilgebietes am Westbahnhof und Projektpläne sind im Foyer des Super C ausgestellt. Dort kann sie jeder sehen, und was noch besser ist: Jeder kann seine Meinung einbringen, denn die Pläne bieten vielerlei Varianten an, nur wenig ist bislang festgelegt.

Direkt mit den verantwortlichen Planungspolitikern diskutieren konnten die Bürger jetzt bei der Infoveranstaltung im Super C, moderiert von Jens Stachowitz. Wie groß das öffentliche Interesse an dem Mammutprojekt ist, war offensichtlich. Rund 200 Menschen waren dem Aufruf der Stadt Aachen gefolgt und horchten den Vorträgen der Beteiligten über die genauen Pläne und Hintergründe.

Architekt Tobias Bünemann lieferte dabei Einsichten in die Gestaltung des Geländes, das von einem Campusband - fünf Meter höher als die Süsterfeldstraße gelegen - durchzogen werden soll. Auf dem Band sollen sich die Campustürme „wie Perlen einer Kette aneinanderreihen”. Der Campusturm mit einer Höhe von 90 Metern werde den Belvedere am Lousberg nicht übersteigen, erklärte Bünemann. Über die Position der Türme sei zudem noch nicht entschieden.

„Es ist ein Modell, das eine räumliche Vorstellung von dem geben soll, was der Bebauungsplan vorsieht. Hier soll das Ganze mit Leben gefüllt werden”, verwies Harald K. Lange vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW auf den offenen Prozess. Auch Baudezernentin Gabriele Nacken animierte die Besucher, sich einzubringen: „Sämtliche Anregungen gehen in das Verfahren ein.”

Einfluss aufs Mikroklima?

Die Bürger ließen sich nicht lange bitten, löcherten die Mitarbeiter der Stadt mit Fragen, nahmen Papier und Stift zur Hand, um ihre Anregungen bekannt zu geben. Bernd Bender war einer der vielen Beteiligten, die zu den Infotafeln drängten. „Wird die Hochhausbebauung das Mikroklima beeinflussen?”, schrieb er auf sein Papier und erklärte: „Ich frage mich, ob man das ausreichend untersucht hat. Der Campustower liegt ja genau in der Zuluftschneise.”

Jörn Kaluza, Anwohner der Solarsiedlung Laurensberg, macht sich Sorgen, wie viel Schall vom Toledoring in sein Wohngebiet herüberdringen wird. Auch Manfred Schmitz hat seine Bedenken schwarz auf weiß festgehalten. Er hofft, dass der Seffenter Weg weiterhin verkehrsberuhigt bleibt. „Ich war damals auch schon bei der Bürgerversammlung zum Campus Melaten dabei, da waren wir auch betroffen”, erzählte er.

In der abschließenden Diskussion zeigte sich, wo die Sorgen-Schwerpunkte liegen. Besonders die Stellwand Verkehr war mit Zetteln übersät. Wie groß wird die Lärmbelästigung am Toledoring sein? Welchen Einfluss würde eine Campusbahn auf den Kfz- und Radverkehr nehmen? Kritik wurde zudem an der Höhe der Campustürme, der hohen Dichte an Cluster-Gebäuden und spärlichen Grünflächen geübt. Auch die Zukunft des Bereichs rund um das ehemalige Kloster „Guter Hirte”, in dem ein Wohngebiet entstehen soll, war Thema.

Die Diskussion blieb - zur Erleichterung der Planungspolitiker - sachlich. Emotionaler wurde es erst, als ein Vergleich zwischen Campus West und Gewerbegebiet Avantis gezogen wurde. An dieser Stelle ergriff Professor Dr. Günther Schuh, Geschäftsführer der Campus GmbH, das Wort und beteuerte: „Die Investoren werden kommen!”

Auch Bernd Benders Anliegen wurde erhört. Ein Umweltverträglichkeitsgutachten sei in der Mache, versicherte Bünemann.

Das Modell und die Pläne zum Campus West sind noch bis Freitag, 11. Februar, von 7.30 bis 18 Uhr im Foyer des Super C, Templergraben 57, zu sehen.

Anregungen können die Bürger bis zum 7. März äußern. Sie können bis zum Ausstellungsende im Foyer des Super C in einen Briefkasten eingeworfen werden, per Email an bebauungsplan@mail.aachen.de oder per Post an die Stadtverwaltung Aachen, Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, 52058 Aachen, geschickt werden.

Auf der Internetseite der Stadt gibt es auch einen Link zu einem vorgefertigten Fragebogen. Die Anregungen werden ausgewertet, den Bezirksvertretungen Mitte und Laurensberg vorgelegt und wandern dann in den Planungsausschuss.

In einem halben Jahr werden die aktualisierten Pläne öffentlich ausgelegt, um den Bürgern ein letztes Mal die Möglichkeit zur Beteiligung zu geben.

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