Campus West: Bürger begutachten Pläne

Von: Wolfgang Schumacher
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Viel Informationsbedarf: Im oberen Foyer des SuperC wurden die Pläne zum Campus West begutachtet. Harald K. Lange (rechts) erklärte Standorte von Fußgängerbrücken und die Notwendigkeit, Hochbauten zu planen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Im Saal des futuristischen Super C am Templergraben ging es um Zukunft. Um nicht weniger Bedeutendes als um die der RWTH. Aber selbst das ist zu kurz gegriffen, meinte auch der Chef des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB), Harald K. Lange.

Denn mit dem Campus Melaten und dem Campus West, der zwischen der Süsterfeldstraße und den dortigen Bahnanlagen entstehen soll, entwickelt sich eine neue Stadt.

Für Lange ist diese Stadterweiterung in den bestehenden Stadtgrenzen „eine äußerst spannende Sache”. Und das fanden mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger auch, die zur städtischen Anhörung in Sachen Campus West ins Super C gekommen waren. Für die Stadt, deren Baudezernentin Gisela Nacken anwesend war, moderierte Jens Stachowitz den Abend. Im Foyer sind die verschiedenen Detailpläne zur Campus-Planung für die Öffentlichkeit zugänglich. Dort fand nach den Einführungen durch den Geschäftsführer der Campus GmbH, Hermann Brandstetter, die eigentliche Diskussion um Hochhaushöhen, Verkehrsanbindungen und Verdichtungsgrade im Plangebiet statt.

Drei Fußgängerbrücken

Natürlich war der Punkt „Verkehr” wieder ein zentraler. Doch anders als bei der damals ausufernden Diskussion um die Anbindung des Campus Melaten an das Wohngebiet Hörn blieb die Diskussion hier sachorientiert und emotionsfrei. So berichtete Verkehrsplaner Axel Springsfeld über die Anbindung der neu zu bauenden Campus-Allee (im Architektenjargon Campusband genannt).

Für die parallel zur Süsterfeldstraße verlaufende Straße gibt es mehrere Varianten, wie sie an den Toledo-Ring angebunden werden soll. Die Mehrheitsfraktion bevorzugt im Moment jedenfalls eine Variante, die durch das Gewerbegebiet oberhalb der Kackertstraße verläuft, während der BLB eine großzügige Anbindung über die westliche Seite des Ringes vorsieht.

Springsfeld sagte, dass drei Fußgängerbrücken über die Bahnanlagen für eine schnelle fußläufige Anbindung der Hörn sorgen sollen. Eine dieser Brücken nahe dem eigentlichen Westbahnhof soll eben diesen an das Campusgebiet anschließen. Springsfeld berichtete zudem über die planerischen Vorbereitungen, eine sogenannte Campus-Bahn mit Startpunkt Klinikum und wahrscheinlichem Endpunkt am Bushof mit in die Planung einzubinden.

Der Grüne Dietmar Spiegel wies im späteren Verlauf des Abends darauf hin, dass doch die Euregiobahn mit in die Planungen einbezogen werden möge, auf die Stadtbahn könne man wohl verzichten. Dezernentin Gisela Nacken erklärte, dass die Planung natürlich Haltepunkte der Euregiobahn vorsehe.

Viele Fragen

Vorher hatte der Architekt Tobias Bünemann über die architektonische Campus-Planung berichtet. Die an den Ecken der Cluster, wie die einzelnen thematischen Räume für die Ansiedlungen hochkarätiger Forschungseinrichtungen heißen, geplanten Hochhäuser zogen viele Fragen nach sich. „Müssen die so hoch sein?” war eine häufige Frage. Zwischen 60 und 90 Meter Höhe sind im Gespräch.

Der Architekt betonte, dass man dort sogenannte Landmarken gut gebrauchen könne. Wie an einer Perlenkette sollen bis zu sieben oder sogar acht Hochbauten an den Ecken der Bebauungsfelder errichtet werden.

Auch Lange betonte, man brauche den Raum in diesen Hochbauten: „Das Gebiet ist erheblich verdichtet. Da brauchen wir die Höhe, um wirtschaftlich zu sein.”

Die Bürgerbeteiligung ist übrigens ein gesetzlich vorgeschriebenes Planungsverfahren. So wurden die Anregungen und Kritikpunkte genauestens notiert, auch über Internet kann man sich an der Campus-Planung beteiligen.
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