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Campus-Projekt: Naturverbrauch ausgleichbar

Von: Joachim Rubner
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Campus-Projekt der RWTH wird immer konkreter. Am Mittwoch hat SPD-Vorsitzender und Oberbürgermeisterkandidat Karl Schultheis einen Ratsantrag über Ausgleichsmaßnahmen zugunsten von Natur und Umwelt vorgestellt, die durch die Bautätigkeit für den Campus auf Melaten-West nachteilig beansprucht wird.

Noch liegen die Gutachten über die erforderlichen Ausgleichsflächen zur Kompensation des Naturverbrauchs nicht vor, doch es ist damit zu rechnen, dass beim Campus Melaten-West, der zum größten Teil auf Naturflächen gebaut wird, der erforderliche Ausgleich wegen der hochwertigen Natur in einem größeren Verhältnis als nur 1:1 erfolgen muss.

Schultheis und Fraktionsvorsitzender Heiner Höfken wollen in ihrem Antrag unter anderem wissen, ob durch den bedeutenden Umfang der Bautätigkeit auf dem geplanten Campus ein Defizit an Ausgleichsflächen in Aachen zu befürchten ist, falls der Ausgleich streng flächenbezogen gemacht werden muss und 32 Hektar abzudecken hat.

Ebenso wollen die SPD-Politiker wissen, ob dieser flächenmäßige Ausgleich nicht auch durch Geldzahlungen in eine Stiftung oder einen Fonds kompensiert werden kann, falls garantiert ist, dass diese Gelder ausschließlich für den Landschaftsschutz, die Pflege der Natur oder den Klimaschutz verwendet werden.

„Es wäre für Aachen sehr wichtig, neue Wege zu gehen, um den Klimaschutz weiter nach vorne zu bringen”, sagt Schultheis, der auch weiß: „Wenn man die Bautätigkeiten auf dem Campus zusammenrechnet, sind große Kompensationen für den Naturverbrauch erforderlich.” Für ihn ist jedenfalls klar, dass man mit einem Fonds oder einer Stiftung mehr für die Natur und den Klimaschutz in Aachen erreichen könnte.

Ein Vorbild für einen solchen Plan ist die Stiftung „Hof Hasemann” im nördlichen Teil des Landkreises Osnabrück. Sie wurde bereits von der niedersächsischen Umweltstiftung ausgezeichnet, weil sie im Naturschutz neue, zukunftsweisende Wege geht. Ihr Gründer, Wilhelm Hasemann, hat die Flächen seines landwirtschaftlichen Betriebes freiwillig als

„ökologischen Flächenpool” ausgewiesen. Das Stiftungskonzept sieht dabei die Schaffung von guten Ausgleichsflächen auf dem Hof Hasemann vor, die zur Kompensation von Eingriffen in die Natur dienen. Die Ausgleichsflächen werden dabei ökologisch aufgewertet. Zum Beispiel verwandeln sich Äcker in andere hochwertige Naturflächen.

Diese Flächen bilden dann zusammen „Wert-Einheiten” für den derjenigen, der Natur verbraucht. Diesen Verbrauch kompensiert er durch den Kauf von Wert-Einheiten, für die jährlich ein bestimmter Betrag entrichtet wird.
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