Aachen - Campus-Pläne erhöhen Bedarf an Wohnraum

Campus-Pläne erhöhen Bedarf an Wohnraum

Von: Werner Breuer
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Immobilienmanager vor Baukränen: Edmund Feiter (Leiter des städtischen Fachbereichs Immobilienmanagement), Bürgermeisterin Astrid Ströbele (Vorsitzende des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses), Anette Reinholz (stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Immobilienmanagement) und Co-Dezernent Manfred Sicking (v. links).

Aachen. Mit der Aussicht aus dem Bürofenster sind Edmund Feiter und Anette Reinholz recht zufrieden. Der Leiter des städtischen Fachbereichs Immobilienmanagement und seine Stellvertreterin blicken weit über die Stadt und sehen viele Baukräne. „Darauf sind wir schon etwas stolz”, sagt Reinholz. Da entstehe viel Neues, was die Stadt verändern werde.

Dazu haben auch die städtischen Immobilienmanager das Ihre beigetragen, wie der nun vorliegende Immobilienbericht 2008 ausweist. Im vergangenen Jahr wickelte der Fachbereich 22 Ankäufe und 69 Verkäufe ab.

Prominentester Neuzugang war wohl das Rheinnadel-Gebäude am Reichsweg, das die Stadt zu einem Haus der Identität und Integration ausbauen will. In städtischem Besitz ist nun auch der Müschpark am Kloster St. Raphael. Das rund 100.000 Quadratmeter große Areal im Bereich Strüverweg/Purweider Weg spielt für das Euregionale-Projekt Pferdelandpark eine Schlüsselrolle.

Verkauft wurden hingegen viele Einfamilienhausgrundstücke. „Da spielt natürlich das Thema Campus eine Rolle”, sagt Anette Reinholz. Die Campus-Projekte bescheren Aachen ein Bauvolumen von fast einer Million Quadratmetern und rund 10.000 Arbeitsplätze. „Wenn Arbeitsplätze entstehen, kommen Menschen”, so Reinholz, „und für die brauchen wir Wohnraum.” Der entsteht zum Beispiel in dem rund zehn Hektar großen Neubaugebiet am Grauenhofer Weg. 180 Familien sollen dort einmal ein neues Zuhause finden. Laut Immobilienbericht ist zwar ein guter Teil der Häuser schon verkauft oder reserviert, vieles ist aber noch verfügbar.

Die Erschließung ist im Moment im Gange an der Haarener Kreuzstraße. Hier soll auf dem ehemaligen Sportplatzgelände ein Wohngebiet mit Einzel- und Doppelhäusern entstehen. Erläutert wird im Immobilienbericht auch, was der Verein „Wohnsinn” an der Stephanstraße plant: Mitten in der Stadt soll ein selbstverwaltetes Mietshaus im Gemeinschaftseigentum umgesetzt werden. Café, Gästezimmer und Büro wollen die Vereinsmitglieder gemeinsam herrichten und nutzen. Ein ganz neues Konzept sei das, erklärt Anette Reinholz, vom Land werde es als experimenteller Wohnungsbau gefördert.

Getrennt hat sich die Stadt überdies von einigen Übergangsheimen, weil sie wegen sinkender Zugangszahlen von Spätaussiedlern und Asylbewerbern nicht mehr gebraucht werden. Hier mache sich das „langfristige Denken” in Aachen bezahlt, meint Bürgermeisterin Astrid Ströbele, die Vorsitzende des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses. Anfang der 1990er Jahre habe die Stadt eben nicht auf Container gesetzt, sondern auf einfache Häuser, „die kann man nun umwidmen”.

Verändertes Stadtbild

Anders genutzt wird auch der alte Schlachthof. Die Vermarktung von Gewerbeflächen in den teils denkmalgeschützten Gebäuden beschreibt Anette Reinholz als „Herausforderung”. Sie wurde wohl größtenteils gemeistert: Zwei Drittel des Areals sind vermarktet, über 100 Arbeitsplätze sind entstanden. An vielen Stellen verändern Gewerbebauten das Gesicht der Stadt. Der Immobilienbericht erwähnt unter anderem das Q1-Office Center an der Ecke Neuenhofstraße/Debyestraße. Am Eingang zur „Automeile” wächst hier ein zehngeschossiger Büroturm in die Höhe.

Und natürlich wird auch der Neubau der Aachen-Münchener im Bereich zwischen Franzstraße, Borngasse und Aureliusstraße beschrieben. Laut Immobilienbericht entsteht hier „ein neues Stück Stadt, kein Gebäude”.

Die Immobilienmanager müssen es wissen - schließlich liegt die Großbaustelle fast unter ihren Bürofenstern.
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