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Campus-Bahn bleibt vorerst in der Spur

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Aachen. In Sachen Campus-Bahn fühlt sich die FDP aufs Abstellgleis geschoben. Die Liberalen halten ein Schienensystem für die Erschließung der RWTH-Erweiterungsgebiete zwar für eine gute Lösung.

Allerdings wollen sie das Bahn-Netz nicht irgendwann auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt sehen.

Die Haltung hätte die Fraktion auch gegenüber der Verwaltung vertreten, als diese sie zur Pressekonferenz zwecks Vorstellung einer Machbarkeitsstudie eingeladen hatte. Mit dem Ergebnis, dass die FDP prompt von besagter Konferenz wieder ausgeladen worden sei. So schilderte Peter Blum den Ablauf der Ereignisse am Rande der jüngsten Sitzung des Mobilitätsausschusses. Und später begründete FDP-Mann Blum, warum seine Partei mit den derzeitigen Planungen nicht einverstanden ist.

Blum sagte also, dass auch er in der Erschließung des Campus per Bahn die optimale Lösung sieht. „Die erste Kröte” habe die FDP aber schlucken müssen, als im Januar die Verlängerung der Streckenführung bis zum Bahnhof Rothe Erde ins Gespräch kam. Bei der Vorstellung des Projekts in den Fraktionen seien die Schienen gar schon bis Merzbrück verlaufen. Das wäre ja für die FDP alles noch okay, sagte Blum, „wenn das Ganze nicht dem innovativen Charakter zuwiderlaufen würde.” Denn in dem von den Verantwortlichen der Machbarkeitsstudie favorisierten Schienensystem können die freien Demokraten im Grunde nicht anderes erkennen, als eine klassische Straßenbahn. „Mit eigenem Bahnkörper und Oberleitungen. Was ist daran innovativ? Das ist für mich ein Griff in die Mottenkiste”, sagte Blum. Deswegen würde die FDP es lieber sehen, wenn über ein „innovatives Bussystem” nachgedacht würde. Die Bahn solle es nur als Insellösung für den Campus geben.

Gisela Nacken sieht das anders. Weil für das teure Projekt nur dann realistische Chancen auf Zuschüsse seitens Bund oder Land bestünden, wenn es in Richtung des gesamten Stadtgebietes anschlussfähig sei. Und in punkto Innovation sagte die Beigeordnete: „Es geht nicht um die Schiene, sondern um die Fahrzeuge, die darauf fahren.” Da gebe es reichlich Potenzial für Neuentwicklungen und mit der RWTH eine Hochschule, die bereits Interesse bekundet habe, diese anzugehen.

Mit Ausnahme der FDP bestand im Mobilitätsausschuss breiter Konsens über die Stadtbahn. Nur eine Öffentlich-Private-Partnerschaft zur Finanzierung des Projekts würde die Linke nicht mittragen, sagte Vertreter Andreas Müller, der die Bahn von der Aseag betrieben sehen will. Sozialdemokrat Michael Servos stellte fest, „dass die SPD schon lange für die Stadtbahn ist” und wollte sich „ganz ohne Häme” bei der CDU dafür bedanken, dass sie ihre einstige Blockadehaltung aufgegeben habe. Den Verantwortlichen der Machbarkeitsstudie riet Servos, „ganz vorsichtig mit der Kostenkalkulation zu sein.” In diesem Punkt sei in Aachen in den letzten Monaten einiges nicht so gelaufen, wie es sollte.

Die schwarz-grüne Mehrheit sprach sich auch für die Weiterentwicklung des Konzeptes aus. „Der heutige Entschluss heißt aber nicht, dass wir es auch so machen”, sagte Gaby Breuer (CDU). Parteikollege Michael Janßen: „Wir beschließen nur, welches System genauer geprüft wird. Wir entscheiden uns jetzt nicht für die Bahn.” Möglich sei auch, dass am Ende des Prozesses dem Schienenkonzept eines der Aseag gegenübergestellt wird und dass die Busse letztlich Vorfahrt erhielten. So wurde mehrheitlich beschlossen. Die Liberalen stimmten dagegen. FDP-Mann Daniel George: „Wir wollen nicht irgendwann in ganz Aachen eine Straßenbahn mit eigenem Bahnkörper. Für mich wäre es die größte Innovation, wenn die Stadt 2020 schuldenfrei wäre.” Vor dem derzeitigen finanziellen Hintergrund sei es keine gute Idee, „solche Seifenblasen” aufsteigen zu lassen.
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