An den Mensatischen werden die Plätze knapp

Von: Gerald Eimer
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Mehr Platz für hungrige Stude
Mehr Platz für hungrige Studenten: Zum Wintersemester 2013 soll die Hauptmensa an der Turmstraße wiedereröffnet werden. Mehr Kapazitäten müssen geschaffen werden, um den Studentenansturm in den nächsten Jahren bewältigen zu können. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der erwartete Studentenansturm in den kommenden Jahren bereitet nicht nur auf dem Aachener Wohnungsmarkt Probleme, er wird auch für die Mensen des Studentenwerks eine Herausforderung sein. Soeben hat das Deutsche Studentenwerk auf der diesjährigen Mensatagung in Bochum Alarm geschlagen und mehr Geld für Mitarbeiter, Sitzplätze und Küchentechnik gefordert.

Auch die Aachener Studentenwerks-Gastronomie stehe vor einer Belastungsprobe, sagt Dietmar Spingys, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Steigende Studentenzahlen lassen die Kosten steigen, die Festzuschüsse des Landes aber sinken, klagt er. „Das müsste dringend angepasst werden.” In den letzten Jahren sei vor allem viel Geld in den Ausbau der Unis gesteckt worden. „Vernachlässigt wurde aber der Ausbau der Infrastruktur wie Mensen, Wohnheime und Kitas.”

Mit Unterstützung des Landes wird aktuell immerhin die Hauptmensa an der Turmstraße für rund 19 Millionen Euro ausgebaut und erweitert. Noch ein Jahr lang müssen sich die Studierenden mit dem Zelt-Provisorium am Kármán-Auditorium abfinden, zum Wintersemester 2013 sollen die neuen Räume fertig sein. Die Zahl der Sitzplätze wird dort von zuvor rund 920 auf immerhin 1500 erhöht. Da jeder Platz etwa vier Mal pro Mahlzeit (bei einer durchschnittlichen Verweilzeit von 20 Minuten) besetzt wird, verspricht sich Spingys davon eine deutliche Kapazitäts­erweiterung.

Und doch stehe das Studentenwerk weiter unter Druck. Denn um für Studenten attraktiv zu bleiben, müsse laufend investiert werden. „Alleine mit den Erlösen und Semesterbeiträgen ist das nicht zu stemmen.”

Es sind insbesondere auch die Vorlesungspläne der Hochschulen, die die gastronomischen Einrichtungen unter Druck setzen. „Immer mehr Studierende strömen gleichzeitig in die Mensen”, sagt Spingys. Das Studentenwerk sei mit der Hochschulleitung im Gespräch, doch eine Entzerrung der Vorlesungszeiten scheitere auch daran, weil Seminarräume und Hörsäle knapp sind.

Zwar habe das Studentenwerk die Öffnungszeiten der Mensen und Cafeterien erweitert - doch was nützt es, wenn sich alles auf eine kurze Mittagspause konzentriert. „Das ist der Knackpunkt”, so Spingys, „das enge Zeitraster müsste aufgelöst werden.” Der Hörsaalmangel schlägt sich somit unmittelbar in einem Ansturm auf die Mensen nieder.

Wie stressfrei Aachens Studenten in den nächsten Jahren noch verköstigt werden können, ist schwer abzuschätzen. Aufgrund der verkürzten Schulzeiten und der Doppeljahrgänge erwarten Hochschulen und Stadt einen Anstieg der Studentenzahlen um gut 20 Prozent. Höhepunkt wird voraussichtlich das Wintersemester 2014/15 sein mit dann bis zu rund 50.000 Studenten in Aachen.

Um deren Mägen füllen zu können, wird das Studentenwerk die Zahl der Portionen erhöhen müssen. Aktuell werden jährlich rund 1,6 Millionen Essen in den neun Mensen und sieben Cafeterien in Aachen und Jülich ausgegeben.

Neben der Hauptmensa soll auch eine neue Mensa an der Hohenstaufenallee (Fertigstellung 2014; Ersatz für Goethestraße), eine weitere Cafeteria im neuen Hörsaalzentrum Claßenstraße (Fertigstellung Sommersemester 2014) und ab diesem Wintersemester auch ein neuer „Grill-Cube” auf dem Vorplatz der Hochschulbibliothek für Entspannung sorgen.
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