Hannover - Am Klinikum entsteht das Referat Sportpsychiatrie

Am Klinikum entsteht das Referat Sportpsychiatrie

Von: pa/dpa
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Prof. Dr. Frank Schneider: Hilfe für Leistungssportler bietet neu gegründete Referat am Klinikum an. Foto: Andreas Steindl

Hannover. Die Arbeit in der Robert-Enke-Stiftung tut der Witwe des toten Nationaltorhüters bei der Bewältigung des Alltags gut. „Es hilft, wenn ich sehe, dass etwas gemacht wird”, sagte Teresa Enke.

„Es gibt auch viele Briefe von Betroffenen; so viele, dass ich es nicht schaffe, sie zu beantworten. Die Menschen nehmen Anteil an meinem Schicksal oder schildern ihre Situation, was mir manchmal sehr nahegeht.” Teresa Enke ist Vorsitzende der Stiftung. Sie setzt sich für eine bessere Aufklärung und Behandlung der Krankheit Depression ein.

Die gemeinnützige Stiftung hatte ein Anfangsvermögen in Höhe von 150.000 Euro. Je ein Drittel zahlten der Deutsche Fußball-Bund, der Ligaverband und der Bundesligist Hannover 96, bei dem Enke zuletzt gespielt hatte. Inzwischen hat sich das Stiftungskapital nach Angaben des Geschäftsführers Jan Baßler versechsfacht.

In Zusammenarbeit mit der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) ist am Aachener Uni-Klinikum vor neun Monaten das Referat „Sportpsychiatrie” gegründet worden. Die Stiftung schiebt das Projekt mit 20.000 Euro an. Präsident der DGPPN ist Prof. Frank Schneider, der in Aachen Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist.

Hintergrund ist laut Stiftung, dass psychische Erkrankungen bei Spitzensportlern besonders stigmatisiert werden. Während die Versorgung psychisch Kranker in Deutschland sich deutlich verbessert habe, „scheint diese Bewegung an den Spitzensportlern vorbeizugehen”. Das Referat soll Diskussionen führen und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Trainer und Funktionäre sollen sensibilisiert werden für die Thematik. „Robert Enke hat uns als Psychiater wachgerüttelt”, sagt Schneider. Sein Eindruck ist, dass sich inzwischen mehr Hochleistungssportler den Spezialisten anvertrauen. Konkrete Erhebung liegen noch nicht vor.

Das Referat, in dem sich Experten aus der gesamten Republik zusammenfinden, will die Volkskrankheit Depression weiter erforschen. Dafür benötigt man Drittmittel. Denkbar ist, dass die Einnahmen eines Benefizspiels der Stiftung für diesen Zweck verwendet werden.
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