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Aachener Studis beweisen es: Das ist ein Rekordwinter!

Von: Nadine Preller
Letzte Aktualisierung:
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Sie liefern die Beweise. Andreas Herten und André Goerres werten 20.000 Messdaten des Deutschen Wetterdinstes aus und bestätigen: „So viel Schnee lag tatsächlich noch nie.” Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Auf dem T-Shirt von André Goerres zerfleischen die bissigen Zähne eines schwarzen Loches gerade unser Sonnensystem. Der frisch gebackene Diplom-Physiker steht auf solche Zeichnungen.

„So was gibt immer Anlass zu interessanten Gesprächen”, sagt er und schaukelt dabei lachend vor und zurück, während seine blonden Locken ein wenig zerzaust über sein Gesicht fallen.

So eigen das T-Shirt, so wirr das sympathische Auftreten, der 25-Jährige ist dennoch alles andere als abgehoben. Mit beiden Beinen steht Goerres fest auf dem Boden der Tatsachen, sucht immer eine wissenschaftliche Erklärung für die kleinen und großen Wunder dieser Welt.

20.000 Messdaten

So auch, als in den vergangenen Wochen in seinen Augen vermeintliche Wetterprofis stets das gleichbedeutende Urteil über den Aachener Winter verlauten ließen: „So viel Schnee hatten wir ja noch nie!” - ein Superlativ, den Goerres nicht einfach so hinnehmen konnte. Während Freunde und Bekannte noch über den Jahrhundertwinter oder Schneetiefen wie in der Arktis schwadronierten, packte den Physiker der wissenschaftliche Eifer.

Gemeinsam mit Studienfreund und Kollege Andreas Herten (sein T-Shirt schmückt an diesem Tag übrigens einen Schlagzeug spielenden Astronauten auf dem Mond) gräbt er sich durch den Datenwust des Deutschen Wetterdienstes.

Was zu beweisen gilt: Liegt denn nun wirklich so viel mehr Schnee, wie alle Welt behauptet? Herten und Goerres wälzen sich durch Messdaten der Jahre 1892 bis 2010, werten Schneehöhen pro Monat und Tag aus, zählen die Anzahl der Schneetage zusammen und berechnen die Dauer der liegengebliebenen weißen Flocken. Nur drei Nachmittage brauchen die Hobbyforscher, um 20.000 Zahlen in übersichtliche, kompakte Grafiken zu verpacken, die sie nun auf ihrem „physikBlog” im Internet veröffentlichten.

Der wissenschaftliche Beweis ist erbracht

Hier steht jetzt auch wissenschaftlich bewiesen - weit entfernt von subjektiven Empfindungen - der Beweis: „Dieser Aachener Winter spielt tatsächlich in der Spitzengruppe der weißesten Winter seit 1892 mit”, weiß Herten. Und noch mehr: „Glaubt man den Aussagen des Deutschen Wetterdienstes, dann ist dieser Dezember tatsächlich der schneereichste gewesen, den wir seit hundert Jahren hatten.”

37 Zentimeter weiße Pracht waren es allein am ersten Weihnachtstag. Summiere man die Schneehöhen für den ganzen Dezember, versank Aachen hier sogar in stolzen 416 Zentimetern Weiß.

Außergewöhnliche Weihnacht

Die jungen Physiker freut es, können die beiden in diesem Winter endlich noch mal das Kind im Manne rauslassen, johlend Berghänge mit dem Schlitten runterpesen oder Schneemänner bauen. Und für alle, denen dieser Winter mehr Ärger als Freude bereitet, halten die beiden noch eine aufbauende Botschaft bereit: „Aufgrund des vielen Schnees hat Aachen soeben eine außergewöhnliche Weihnacht erlebt.”

Da könne man schon mal stolz sein, so etwas mitgemacht zu haben. Denn wer weiß, ob uns die schon von Bing Crosby herbei gesungene weiße Weihnacht auch in den nächsten Jahren beglücken wird?

Von solch wagen Prognosen halten sich die beiden fern, schließlich seien sie ja durch und durch Wissenschaftler und keine Wahrsager.

Vom Boden abheben würden die beiden wahrscheinlich nur in Richtung himmlischer Gefilde - getreu ihren T-Shirts zum Beispiel Richtung Mars. Schließlich wurden hier kürzlich gewaltige Eismassen entdeckt. Und Eis ist ja bekanntlich auch nur gefrorener Schnee. Daten zum Auswerten gäbe es da oben immerhin genug. Und so interessant verpackt wie auf dem Blog der beiden Physiker nimmt die Welt solches Wissen gewiss interessiert auf.
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