21 Institute arbeiten eng zusammen

Von: Jan Mönch
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Freuen sich über UMIC: die Professoren Gerd Ascheid (l.) und Rektor Ernst Schmachtenberg. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Raumbeschallung mittels schlechter Mikrofontechnik hat schon viele Redner und viele Veranstaltungen ins Straucheln gebracht. Nicht so die Einweihung des neuen RWTH-Gebäudes in der Mies-van-der-Rohe-Straße. Wegen des unerwartet hohen Andrangs musste noch kurzfristig ein Mikro aktiviert werden - und die Technik ließ die Vertreter der Technischen Hochschule, unter ihnen Rektor Ernst Schmachtenberg, nicht im Stich.

Alles andere hätte der Veranstaltung auch eine durchaus amüsante Note gegeben. Denn errichtet wurde der dreigeschossige Bau mit 2300 Quadratmetern Nutzfläche für den Forschungsverbund (Neudeutsch: Cluster) „Ultra High-Speed Mobile Information and Communication”, kurz UMIC.

Diesen bezeichnet Professor Kay Hameyer, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, selbstbewusst als „Dampfer in voller Fahrt und auf dem richtigen Kurs” sowie als „Keimzelle der interfakultären Zusammenarbeit.”

In erster Linie Grundlagenforschung wird die „Keimzelle” in Zukunft hervorbringen, der Weg zum Endprodukt führt über die Industrie. Und wie der etwas sperrige Name hinter dem Kürzel UMIC andeutet, wird die Forschung sich um Software und Hardware zwecks Datentransfers „durch die Luft” drehen. „Wie lassen große Datenmengen sich schnell, aber kostengünstig transportieren”, formuliert Sprecherin Ute Müller eine grundlegende Problemstellung.

UMIC gehört zu den beiden im Zuge der Exzellenzinitiative bewilligten Cluster, für die die RWTH Fördergelder einstreichen konnte - 6,5 Millionen Euro werden es pro Jahr sein. Grundlegende Bedingung dafür: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Lehrstühle.

Keine Selbstverständlichkeit

21 an der Zahl aus den Fachbereichen Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik sind es im Falle von UMIC. Vier davon wurden neu geschaffen und besetzt mit zwei männlichen und zwei weiblichen Professoren - worüber man sich angesichts der traditionell von Männern klar dominierten Fachgebiete besonders freut.

Diese Form der Ressourcenbündelung ist im Forschungsalltag an der Uni durchaus keine Selbstverständlichkeit. „Es ist relativ typisch für Universitäten, dass die Institute eher auf sich gestellt arbeiten”, weiß Ute Müller. „Teils war es auch für die wissenschaftlichen Mitarbeiter überraschend, wie viele gemeinsame Ansätze es gibt.” „Einzelexpertise ist heutzutage nicht überlebensfähig”, beschreibt Kay Hameyer die Konkurrenzsituation im Forschungssektor.

Dass die RWTH dieser Konkurrenz gewachsen ist, bereitet Ernst Schmachtenberg auch vor dem Hintergrund der Finanzkrise keine Sorgen. Seine Zuversicht kleidete der Maschinenbauer in einen biblischen Vergleich: „Auf sieben fette folgen sieben magere Jahre. Ich behaupte: Die TH hat genügend Ressourcen gebunkert.”
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