Vorinstallierte Software bremst das neue Netbook: Überflüssige Programme entfernen und den Rechner schneller machen

Von: Ralph Bauer, dapd
Letzte Aktualisierung:

München. Um Software müssen sich Käufer eines neuen Laptops oder Netbooks scheinbar nur wenig kümmern. Vor allem bei Discounterangeboten ist eine Vielzahl von Programmen - etwa eine Testversion von MS-Office, ein Brennprogramm oder Virenscanner bereits auf der Festplatte installiert. Aber die Sache hat einen Haken: Denn unter den mitgelieferten Programmen können sich auch Anwendungen befinden, die man weder will noch braucht und die sich mit nervigen Toolbars im Browser oder Popup-Menüs melden.

Markus Hermannsdorfer, Redakteur beim Computermagazin „Chip” hält Browser-Toolbars für besonders störend: Erweiterungsleisten für den Browser mit Zusatzfunktionen wie Suchmaschinenabfragen oder einer Ask-Toolbar zum Speichern von Websites und Suchanfragen. Auch Warnmeldungen allzu vorsichtiger Virenscanner hielten das Arbeiten oder Surfen unnötig auf: „Die sind aus meiner Erfahrung sehr aggressiv”, sagt der Experte. Denn sie warnten auch bei Anwendungen, die kein Sicherheitsrisiko darstellen.

Programme nisten sich im Autostart ein

Überflüssig sind auch Pop-ups, die daran erinnern, dass Testversionen von Programmen ablaufen, die man gar nicht anwendet oder anwenden will, zum Beispiel Windows Office von Microsoft, obwohl der Nutzer eigentlich Open Office verwendet.

Die Flut von Crapware sei nicht nur ärgerlich, sondern könne den PC auch merklich langsamer machen, sagt Hermannsdorfer: „Die Gefahr des Leistungsverlustes ist groß, denn viele Programme nisten sich im Autostart ein und werden damit bei jedem Hochfahren geladen”. Der Experte rät deshalb, das neue Laptop oder Netbook erst einmal aufzuräumen, bevor der Nutzer eigene Programme installiert.

Eine Möglichkeit, den Rechner-Putz relativ einfach und kostenlos zu erledigen, ist die Freeware „PC Decrapifier”, eine Art PC-Entrümpler für Windows-Systeme. Diese listet die bekannteste Crapware auf, fordert aber vom Nutzer eine Bestätigung vor dem Löschen. Zudem setzt sie zuvor auch noch einen Systemwiederherstellungspunkt, mit dem sich in Windows das System in den alten Zustand versetzen lässt.

Mit Deinstallationsprogrammen entrümpeln

Allerdings erkennt der Entrümpler einige aktuelle Norton- oder McAfee-Produkte nicht. Die müssen dann mit einem dazugehörigen Deinstallationsprogramm heruntergelöscht werden, sagt der Computer-Experte. Im Falle von Norton sei zum Beispiel das hauseigene Removal Tool empfehlenswert.

Wer unnütze Software wie nicht benötigte Testversionen selbst löscht, solle dies grundsätzlich am besten mit den jeweiligen Deinstallationsprogrammen machen, da diese meist gründlicher sind als die Windows-eigene Funktion zum Entfernen von Anwendungen, rät der Computer-Experte.

Auch Recovery-DVDs seien keine Lösung: Wer als Nutzer hofft, mit einer solchen DVD des Herstellers einen aufgeräumt-sauberen Rechner zu bekommen, der im Wesentlichen aus dem Betriebssystem besteht und keine überflüssige Software gespeichert hat, wird enttäuscht. „Die DVD stellt den Auslieferungszustand wieder her und damit sind auch die vorinstallierten Programme wieder drauf”, sagt Hermannsdorfer. Ein sauberes System lasse sich nur mit einer Windows-DVD erzeugen, die aber vielen Netbooks und Notbooks nicht beiliege.

Crapware vermüllt die Festplatte

Als Crapware (übersetzt „Schrottsoftware”) bezeichnet man Programme, die ohne Zutun des Nutzers bereits beim Computerkauf vorinstalliert auf der Festplatte sind.

Einige Programme melden sich nach Ablauf des Testzeitraumes mit aufpoppenden Hinweisen, die zum Kauf animieren sollen. Besonders verbreitet bei den vorinstallierten Programmen ist eine Probeversion von Microsoft Office.

Crapware lässt sich unter anderem mit Freeware-Tools wie „PC Decrapifier”, „App-Remover”, „Reno-Uninstaller” oder „CC Cleaner” entfernen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert