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Tablet-PCs professionell nutzen

Von: Dr. Andreas Gentner
Letzte Aktualisierung:
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Aachen. Tablets sind cool - allen voran das iPad. Doch sie können mehr: Mit der richtigen Strategie werden Tablet-PCs zum Universalwerkzeug für Anwendungen im Unternehmen.

Als Apple Anfang 2010 das iPad der Öffentlichkeit präsentierte, war die Resonanz des Publikums überwältigend. Viele Unternehmen griffen bereits im folgenden Weihnachtsgeschäft die Begeisterung ihrer Mitarbeiter für das neuartige Tablet auf und statteten sie mit iPads aus.

Diese ersten Business Tablets hatten den Charakter eines Incentives, die Nutzung der iPads beschränkte sich indes meist auf Standardfunktionen und Anwendungen zum privaten Gebrauch. Maßgeschneiderte und unternehmensspezifische Anwendungen waren zunächst die Ausnahme.

Durch diese undifferenzierte Einführung gelang es zunächst nicht, das vorhandene Potenzial der Geräte im Business-Bereich auszuschöpfen. Stattdessen haftete ihnen der Ruf einer netten Spielerei an. Inzwischen ist klar, dass dieses Urteil ebenso verfrüht wie falsch ist.

Denn grundsätzlich können Tablets im Geschäftsalltag einen enormen Mehrwert bieten, sie verfügen gegenüber anderen Gerätekategorien über diverse Vorzüge:

Tablets sind „instant on” und müssen für kurze Einsätze nicht hochgefahren werden. Sie verfügen über umfangreiche Connectivity-Funktionen. Ihre kompakte Bauform macht sie zu idealen Begleitern „on the go”.

Touchscreens und hochwertige Displays machen die Bedienung bequem und die Nutzung angenehm. Mit diesen Eigenschaften eignen sich Tablets insbesondere zum mobilen Einsatz und zeigen den Trend zu Enterprise Mobility. Anfangs wurden zumeist Applikationen mit mobilem Fokus angeboten.

Inzwischen sind die potenziellen Anwendungsszenarien für Tablets im professionellen Umfeld deutlich vielfältiger. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist die mittlerweile große Zahl der verfügbaren B2B-Apps. Deren Zahl wird absehbar noch weiter steigen. Auch etablierte Softwareanbieter wie SAP vermarkten professionelle Programme speziell für Tablets.

Zusätzlich zu diesen „Off-the-Shelf”-Apps entwickeln besonders größere Unternehmen eigene Anwendungen, die ideal an ihre individuellen Anforderungen angepasst sind.

Die App (kostenlose Testversion) von Nitrodesk synchronisiert E-Mails, Kontakte, Kalendereinträge und Aufgaben mit Ihrem Exchange-Server und stellt sie in einer übersichtlichen Form dar. Dank Anhangs-Verschlüsselung, Diebstahlschutz und SSH wird ein größtmöglicher Schutz geboten.

Die moderne Benutzeroberfläche erlaubt ein schnelles und effektives Arbeiten mit der Anwendung und ist für Tablets optimiert. Filter, Kategorien und verschiedene visuelle Darstellungen vereinfachen den Umgang mit wichtigen Informationen.

Die kostenlose Anwendung von FuzeBox erlaubt hochauflösende Videokonferenzen und Collaboration-Szenarien aus der Cloud.

In der Tablet-optimierten Version wurde die Bildschirmansicht in mehrere Fenster unterteilt und erlaubt so, Gesprächspartner und gemeinsam bearbeitete Dokumente im Auge zu behalten.

Die 2,13 Euro teure App von Lakeridge Software unterstützt den Tablet-Besitzer dabei, sein Leben besser zu organisieren - streng nach der Methode Getting Things Done (GTD). Zu diesem Zweck kann man Erinnerungen einstellen und Aufgaben filtern. Außerdem synchronisiert die App mit dem Dienst ToodleDo.

Mit der kostenlosen App TeamViewer kann man vom Tablet aus Freunden oder Familienmitgliedern bei PC-Problemen helfen. Daneben ist das Programm aber auch dafür geeignet, wenn Sie von unterwegs aus auf Ihren eigenen Computer oder Mac zugreifen möchten, etwa um Dokumente zu bearbeiten oder Programme zu nutzen.

Die 3,55 Euro teure App von Mobilata gibt Auskunft über die aktuellen Flüge von über 14.000 Fluglinien. Zu den über 4000 Flughäfen stehen außerdem noch wichtige Informationen zur Verfügung. Auf einer Karte wird neben der Flugroute auch noch die Wettervorhersage dargestellt.

Ein dazugehöriges Widget hält Nutzer auf dem Homescreen auf dem Laufenden und informiert etwa über Verspätungen.

Im Gegensatz zum iPad (und iOS generell) kann der Nutzer eines Android-Tablets wie auf einem PC auf sein Dateisystem zugreifen. Dies ermöglicht es ihm, die Daten an speziellen Orten abzulegen, zu sortieren oder gezielt zu löschen. Mit dem kostenlosen Datei Manager HD kann man dabei nicht nur den kompletten Bildschirm ausnutzen, die App greift sogar auf angeschlossene externe Speicher zu.

Citrix Receiver ermöglicht den mobilen Zugriff auf Citrix-basierende Anwendungen - was angesichts der relativ großen Tablet-Bildschirme durchaus praktikabel ist.

Die kostenlose App präsentiert auf Basis der GPS-Position des Tablets oder einen eingetragenen Ort die aktuelle Wetterlage mit zahlreichen Details (UV-Werte, Windstärke, Niederschlag etc.) sowie eine Vorhersage für die nächsten Tage - auf Wunsch mit originellen Animationen.

Passend zur App gibt es noch das dazugehörige Widget mit komprimierten Informationen für den Homescreen.

Die 1,89 Euro teure App von Dr. Achim Leubnerhilft Tablet-Nutzern bei der Verwaltung ihrer Aufgaben, etwa durch Erinnerungen, die Möglichkeit der Kategorisierung, wiederholende Aufgaben, Spracherkennung, Widgets für den Homescreen und vieles mehr.

Die kostenlose Anwendung erlaubt es dem Nutzer, seine Einfälle in Form von kurzen Texten, Sprachmemos oder Bildern auf dem Tablet festzuhalten...

Die Daten werden nicht nur in der Cloud gespeichert und stehen anschließend auch auf dem Smartphone, Desktop-PC oder Mac zur Verfügung - unter anderem in einer kalendarischen Übersicht.

Mit Catch Notes kann man nicht nur einfach Notizen auf dem Android-Tablet festhalten, die kostenlose Anwendung hält auch geschossene Fotos (mit Ortsdaten), Bilder etc. fest und synchronisiert sie kostenlos zu Catch.com (Anmeldung erforderlich).

Die 14,14 Euro teuere Büro-Suite ermöglicht die Nutzung Microsoft-Office-kompatibler Anwendungen auf dem Android-Tablet. Man kann mit Quickoffice HD etwa Word-Dokumente ansehen, bearbeiten und erstellen...

Ähnliches gilt für Excel-Tabellen und Powerpoint-Folien. Die kostenlose Anwendung von Wyse Technology erlaubt es Nutzern, über ein Android-Tablet ihren Desktop-PC zu steuern...

Wie es sich für eine Business-taugliche Lösung gehört, ist die Verbindung natürlich verschlüsselt. Die Identifikation erfolgt bequem über Google-Mail-Adresse und -Passwort.

Die 1,75 Euro teure App bietet mehrere alternative Tastatur-Layouts für Android-Tablets. Auf diese Weise kann man etwa direkt auf Zahlen oder häufig genutzte Sonderzeichen zugreifen. Die zweigeteilte Tastatur ist besonders Daumenschreibern wärmstens zu empfehlen!

Wie konsequent Tablets die Rolle eines professionellen Arbeitsgeräts einnehmen können, hängt davon ab, wie gezielt Geräte mit den geeigneten Anwendungen ausgestattet sind. Die steigende Zahl der angebotenen B2B-Apps erhöht dabei zwar die Komplexität für IT-Verantwortliche, erlaubt auf der anderen Seite aber einen immer spezifischeren Einsatz der Geräte.

Im Idealfall verfolgen Unternehmen bereits bei der Einführung von Business Tablets eine klare Strategie. Bereits vorab muss Klarheit darüber herrschen, welche Abteilungen überhaupt sinnvoll mit einem Tablet ausgestattet werden können. Festgelegt sein sollte auch, für welche Anwendungsszenarien die Geräte zum Einsatz kommen und welche App-Typen entsprechend installiert werden.

Daher ist eine gezielte Segmentierung der künftigen Nutzergruppen notwendig, um ihnen ein maßgeschneidertes App-Portfolio an die Hand zu geben.

Schließlich unterscheiden sich die Anforderungen eines Vertriebsmitarbeiters im Außendienst an ein Business Tablet deutlich von denen eines Verantwortlichen im Bereich Controlling. Erst eine differenzierte Software-Ausstattung schöpft die Möglichkeiten der Geräte im B2B-Umfeld aus.

Bei der Konfiguration der Tablets gibt es zwei unterschiedliche Kategorien von Business-Apps bei der Vorinstallation:

1. Universelle Anwendungen sind für alle Mitarbeiter relevant und decken abteilungsübergreifende Funktionen ab. Neben Kommunikationsfunktionen und Collaboration-Tools können dabei Applikationen zur administrativen Unterstützung zugänglich gemacht werden, beispielsweise Apps der Vertragspartner im Bereich Travel-Management.

2. Apps für spezielle Nutzergruppen ergänzen die universellen Anwendungen um tätigkeitsspezifische Funktionsumfänge. Sinnvoll erscheint hier eine App-Auswahl getrennt nach Usern aus den Bereichen Sales und Marketing, Controlling, HR oder dem technischen Außendienst.

Gezielt eingesetzte Business Tablets sind für die Mitarbeiter gleichzeitig Arbeitsgerät und Incentive. Neben der vorgegebenen App-Ausstattung individualisieren die Nutzer ihre Tablets zusätzlich nach eigenen Präferenzen.

Dies geschieht einfach und bequem - durch die große Zahl verfügbarer Consumer Apps und die einfache Art der Auswahl und Installation über die App-Shops.

Sicherheitsanforderungen stellen IT-Verantwortliche jedoch vor Herausforderungen im Geschäftsalltag. Hilfe bieten Maßnahmen wie der Einsatz geeigneter Diebstahlschutzsoftware, Tools zur Deaktivierung gestohlener Geräte sowie SD-Karten-Verschlüsselung.

Da bei den meisten Geschäftskunden das iPad im Mittelpunkt des Interesses steht, kommt das geschlossene Apple-Ökosystem den Sicherheitskriterien der Unternehmen eher entgegen.

Eine schrittweise Einführung der entsprechend konfigurierten Geräte im Unternehmensumfeld ist sinnvoll. Im ersten Schritt sollten die zur Installation vorgesehenen Business Apps von einer Arbeitsgruppe auf Funktionalität und Mehrwert getestet und bewertet werden. Anschließend erfolgt idealerweise die Ausgabe der Geräte an eine größere Zahl von Mitarbeitern.

Trotz ihrer zunehmenden Popularität werden Business Tablets jedoch kurzfristig Laptop und/oder Smartphone im beruflichen Umfeld nicht ersetzen. IT-Verantwortliche müssen damit rechnen, dass sie die Hardwarepalette innerhalb ihres Unternehmens um diese Gerätekategorie erweitern werden.

Auf lange Sicht ist eine Konsolidierung im Bereich der Endgeräte wünschenswert - nicht zuletzt vor dem Hintergrund zusätzlicher mobiler Datenverträge. Das Smartphone und der Laptop werden allerdings in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich nicht aus den Aktentaschen der Geschäftsanwender verschwinden.

© IDG / In Zusammenarbeit mit computerwoche.de
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