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So finden Sie das passende Tablet!

Von: Moritz Jäger
Letzte Aktualisierung:
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Aachen. Jeder Nutzer benötigt ein anderes Tablet. Wir haben für Sie die gängigsten Nutzergruppen und die jeweils passenden Tablets ermittelt.

Langsam kommt Bewegung in den Markt für Tablet-PCs. Knapp eineinhalb Jahre nachdem Apple die erste Variante des populären iPad vorgestellt hat, scheint die Konkurrenz langsam in die Gänge zu kommen. Wie auch beim iPhone setzt der Großteil der Konkurrenz auf Android, das mobile Betriebssystem von Google.

Für die Kunden bedeutet das: Die Auswahl wird größer, der Preiskampf härter. Allerdings muss man sich deutlich mehr mit Vor- und Nachteilen beschäftigen. Um die Auswahl zu vereinfachen, haben wir fünf grundlegende Typen festgelegt:

Der Apple Freund: Telefoniert wird am iPhone, geschrieben am Macbook und im Airport-Netzwerk sichert eine Time Capsule die Daten. Die Auswahl fällt hier leicht, man greift aus Kompatibilitäts- und Designgründen zu den Produkten von Apple, auch wenn man sich damit in eine Bevormundung begibt.

Der Android-Fan: Auch wenn es inzwischen einen riesigen Marktanteil hat, das Google-Betriebssystem hat immer noch einen gewissen Underdog-Status. Der Android-Fan bastelt gerne, probiert Apps aus und scheut sich nicht, Probleme selbst anzugehen und notfalls zu improvisieren.

Der Sparfuchs: 600 Euro und mehr für ein Tablet? Das geht auch billiger! Dem Sparfuchs geht es in erster Linie um ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; Funktionen und Design haben sich unterzuordnen.

Der Business-Nutzer: Tablets sind Werkzeuge. Sie müssen die Arbeit vereinfachen und sicheren Zugriff auf die Unternehmensressourcen bieten. Management-Funktionen sollten ebenfalls mit an Bord sein.

Der Experimentierfreudige: Die Welt bietet so viel mehr als Apple und Android. Tablets sind im Grunde nur abgespeckte PCs, die darauf warten, dass man sie mit einem richtigen Betriebssystem versorgt. Um die Neugierde zu beruhigen, wird ein Gerät schon mal aufgeschraubt oder ein eigentlich gescheitertes Projekt mit neuer Software zum Leben erweckt.

Mit dem iPad hat Apple dem aktuellen Tablet-Trend ein Gesicht gegeben. Nicht zuletzt wegen der guten Verarbeitung und der hohen Anzahl an verfügbaren Programmen (Apps) hat sich das Gerät, das mittlerweile in der zweiten Generation vorliegt, die Pole Position im Markt erkämpft. Wer sich ein iPad als Tablet zulegt, geht auf Nummer sicher: Die meisten mobilen Anwendungen erscheinen zuerst für das Gerät und Apple sorgt durch eine strenge Qualitätskontrolle dafür, dass Inhalte und Apps zum Tablet passen.

Auf der Haben-Seite kann das iPad gutes Design und solide Verarbeitung sowie eine sehr gute Software-Unterstützung verbuchen. Letzteres gilt auch für Updates des Betriebssystems, Apple stellt neue Versionen von iOS meist schnell für das iPad zur Verfügung. Nicht nur das App-Ökosystem ist umfangreich, auch die Hersteller von Zubehör versorgen das iPad mit allen erdenklichen Erweiterungen. Neben Tastaturen und Schutzhüllen gibt es mittlerweile auch Docking-Stationen mit Boxen, um Audio-Inhalte vernünftig wiederzugeben.

Allerdings gibt es auch Nachteile: Potentielle Käufer könnte nicht nur der Preis abschrecken, sondern auch die geschlossene Struktur von Apple. Das geht soweit, dass immer wieder Apps und Magazine aus dem offiziellen App-Store verbannt werden, weil sie den moralischen Bestimmungen nicht entsprechen oder Apple eine Funktion schlicht nicht (mehr) erlaubt. Darüber hinaus fehlt dem iPad ein Plugin für Inhalte, die auf Adobe Flash basieren. Zwar liefern immer mehr Videoseiten ihre Streams im HTML5-Format aus, ab und an stößt man aber dennoch auf Webseiten, die sich mit dem iPad nicht bedienen lassen.

Fazit: Wer ein iPad als Tabelt kauft, der will keine Experimente. Er erhält ausgereifte Hardware und den Zugriff auf zahlreiche Applikationen und Zubehör. Dafür nimmt man allerdings hohe Preise und Bevormundung durch Apple in Kauf.

Anders als beim iPad hat man bei Android die Qual der Wahl: Nicht nur gibt es verschiedene Software-Versionen, die Anbieter wollen auch mit unterschiedlichen Größen und Formfaktoren punkten. Grundsätzlich kann man aber zwei Geräteklassen teilen: Tablets mit mindestens Android 3.0 (Honeycomb) und Geräte davor.

Honeycomb wurde von Google speziell für den Einsatz auf Tablets entwickelt. Das zeigt sich beispielsweise an der angepassten Oberfläche und an den unterstützten Auflösungen. Beispiele für Tablets mit Honeycomb sind etwa das Motorola Xoom oder das Samsung Galaxy Tab 10N.

Anders als bei Apple ist Google Android als offeneres Betriebssystem konzipiert. Das hat etwa den Vorteil, dass man Apps auch aus anderen Quellen als dem offiziellen Marktplatz installieren kann. Zudem können die Hersteller an der Oberfläche des Tablets Änderungen vornehmen und sind beim Thema Hardware kaum Begrenzungen unterworfen.

Wer allerdings Android 3.x oder 4.0 auf dem Tablet möchte, der muss sich informieren und die Fachpresse genau verfolgen. Aktuell gibt es zwar gerade einmal eine Handvoll-Geräte, die Auswahl wird aber in der nahen Zukunft deutlich wachsen.

Fazit: Fakt ist, auf Tablet-PCs befindet sich Android gerade in der Anfangsphase. Bisher wagen nur wenige Hersteller, es mit dem Schwergewicht iPad aufzunehmen. Das sollte sich aber spätestens mit Android 4.0 ändern.

Wer ein besonders günstiges Tablet sucht, der wird bei den Android-Geräten ebenfalls fündig. Zahlreiche Hersteller bieten 7-Zoll-Tablets an, die für weniger als 200 Euro zu haben sind. So kostet das ViewSonic ViewPad 7e gerade einmal 179 Euro. Ein wenig teuer, aber immer noch weit von iPad und Co entfernt, sind Geräte wie das HTC Flyer (Straßenpreis ab ca 340 Euro) oder das Samsung Galaxy Tab 7 (Straßenpreis etwa um die 380 Euro).

Eine weitere Alternative kommt vom Versanddienstleister Amazon. Dieser bietet mit dem Kindle Fire in den USA ein Tablet mit interessanter Hardware, Android 2.3 und und das für unter 200 Dollar. Amazon verdient aber nicht am eigentlichen Tablet, sondern setzt auf die über den Kindle-Dienst verkauften Bücher.

Der Nachteil bei diesen Tablets: Meist kommt eine ältere Android-Version zum Einsatz, die eigentlich nicht für den Einsatz auf Tablets gedacht ist. Das bedeutet beispielsweise Einschränkungen bei der Auflösung oder bei den verfügbaren Applikationen. Die meisten Hersteller liefern allerdings eigene Oberflächen für Android, welche die Mängel meist ausgleichen.

Zudem muss man oftmals bei der integrierten Hardware, dem Design oder beim Gewicht Abstriche machen.

Fazit: Ein wenig Recherche lohnt sich, inzwischen gibt es auch im Tablet-Bereich zahlreiche Schnäppchen. Allerdings bezahlt man den günstigeren Preis oft mit älteren Betriebssystemen und Abstrichen bei der Hardware oder den verwendeten Materialien.

Der Firmenbereich wird bei vielen Herstellern noch immer vernachlässigt. Klar, dank Apps wie dem Citrix Receiver kann man von iPads oder Android-Tablets auf Firmendaten zugreifen, allerdings bestehen nur wenige Tablets Anforderungen wie Verschlüsselung oder zentrale Verwaltung. Zwei Geräte stechen dabei aber heraus: Das BlackBerry Playbook und das Cisco Cius.

Das Playbook ist ein sieben Zoll großes Tablet, das QNX als Betriebssystem verwendet. QNX ist ein Zukauf, den RIM, die Blackberry-Mutterfirma, im letzten Jahr tätigte. Über die App Blackberry Bridge kann das Playbook eine gesicherte Verbindung mit einem Blackberry-Smartphone aufbauen. Darüber kann es nicht nur E-Mails und Termine abrufen, sondern auch einen gesicherten Tunnel ins Unternehmen aufbauen um etwa auf interne Webdienste zugreifen zu können.

Der Nachteil: Normale Blackberry-Apps laufen nicht auf dem Playbook, außerdem lässt es sich aktuell noch nicht direkt mit dem BlackBerry Enterprise Server verwalten. Die Management-Funktion sowie eine Unterstützung für Android-Apps ist RIM noch schuldig.

In eine andere Kerbe schlägt das Cisco Cius. Das Sieben-Zoll-Gerät mit Android 2.2 ist weniger ein Tablet, als vielmehr eine Erweiterung für Ciscos Kommunikationsprodukte. Das Gerät bringt nicht nur eine Docking-Station mit, sondern enthält beispielsweise auch eine Integration in den Firmen-Instant-Messenger von Cisco. Außerdem hat der Konzern einen speziellen App-Store integriert, über den Firmen ihre eigenen Anwendungen an Mitarbeiter verteilen können.

Fazit: Firmen-Nutzer haben es aktuell noch schwer. Entweder, sie greifen zu Nischengeräten, die meist teuer sind und relativ wenig Anwendungen bieten, oder sie kaufen ein iPad. Dann haben sie zwar eine riesige Auswahl an Apps, opfern aber Sicherheit.

Damit ist aber noch nicht genug. Wer gerne experimentierfreudig oder auf der Suche nach besonderen Schnäppchen ist, kann ebenfalls fündig werden. Ein gutes Beispiel sind etwa die Touchpads von HP. Auch wenn der ehemalige Chef Leo Apotheker das Betriebssysstem WebOS - und damit neben Tablets auch die Smartphone-Sparte - zu Grabe getragen hat, verfügte HP über einen großen Vorrat an fertigen Geräten. Technisch sind diese nicht schlecht, auch WebOS selbst ist durchaus ein flexibles Betriebssystem. Der Nachteil ist, dass das gerät nicht mehr im Handel erhältlich ist. Aber auf eBay und Amazon blüht der Handel mit gebrauchten Geräten.

Ähnlich sieht es mit dem WeTab aus. Wurde das Tablet vor seiner Veröffentlichung noch als iPad-Killer gehandelt, kam nach dem Verkaufsstart schnell die Ernüchterung. Ausgerechnet Microsoft verhilft dem Linux-Tablet WeTab jetzt zu neuem Leben. Nach der Veröffentlichung der Windows 8 Preview stellten findige Bastler schnell fest, dass sich das kommende Microsoft-Tablet-System relativ einfach auf dem WeTab installieren lässt. So kann man sich mit minimalem Geldeinsatz ein aktuelles Tablet zaubern - vorausgesetzt, man scheut nicht vor ein wenig Bastelarbeit zurück.

Fazit: Zahlreiche Firmen haben sich inzwischen an Tablets versucht, viele sind daran gescheitert. Das bedeutet aber nicht, dass deren Tablets schlecht sind. Bastler, Hacker und Entwickler finden im Web genügend Anlaufstellen, wie sie aus vermeintlich schlechten Geräten noch einiges herausholen können - wenn sie Zeit und Lust aufbringen.

Der Tablet-Markt steckt auch jetzt noch in den Kinderschuhen. Die Marktforscher von Gartner sehen ein enormes Wachstumspotential - das aber wohl in erster Linie von Apple und dem iPad sowie dessen Nachfolgern dominiert wird. Bis 2015 soll der weltweite Markt auf bis zu 326 Millionen Geräte anwachsen. Diese Zahlen könnten sich allerdings noch massiv ändern, denn sie lassen Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 außen vor.

Windows 8 wird einen besonderen Modus mitbringen, der speziell für den Einsatz auf Touchscreen-Geräten optimiert wurde. Er orientiert sich an der Metro-Oberfläche, die heute bereits auf Smartphones mit Windows Phone 7 zum Einsatz kommt.

© IDG / In Zusammenarbeit mit computerwoche.de
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