Pflegetipps für Datenträger: So bleibt das „digitale Gedächtnis” fit

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Pflegetipps für Datenträger: So bleibt das „digitale Gedächtnis” fit
Ein Meer aus Daten: Damit wichtige Informationen mit der Zeit nicht untergehen, ist pfleglicher Umgang mit den Silberscheiben angesagt. Foto: dpa

Berlin/München. Ob DVD oder USB-Stick - Datenträger fungieren heutzutage als digitales Gedächtnis. So praktisch sie auch für den Transport, das Backup oder die Archivierung von Computerdateien sein mögen - für die Ewigkeit taugen sie nicht. Ihre Lebensdauer ist endlich und häufig kürzer als gedacht. Ein pfleglicher Umgang kann dies aber positiv beeinflussen.

Einmal gespeichert, heißt nicht für alle Zeiten sicher: „Jeder Datenträger ist von begrenzter Haltbarkeit”, erklärt Peter Knaak, Technikexperte der Stiftung Warentest in Berlin. Demnach halten optische Datenträger wie CD, DVD oder Blue-ray laut Herstellerangaben bis zu 50 Jahre, Festplatten und Flashspeicher wie in Speicherkarten oder USB-Sticks bis zu zehn Jahre.

Doch von diesen theoretischen Werten sollten Käufer sich nicht täuschen lassen. „Sie wurden im Labor unter optimalen Bedingungen gemessen. Diese kann man zu Hause nicht herstellen”, ergänzt Karl Fröhlich vom Online-Magazin speicherguide.de in München.

Vor allem der Lagerort, das Lagerklima und die Sorgfalt des Nutzers wirken sich auf die Lebensdauer der Datenträger aus. Man kann kaum vorsichtig genug sein. Was die Widerstandsfähigkeit betrifft, sind nämlich die meisten Datenträger echte Waschlappen.

Das gilt selbst für die mittlerweile weit verbreiteten externen Festplatten sowie für Speichersticks und -karten, deren robuster Eindruck häufig täuscht. Festplatten sind mechanische Produkte mit beweglichen Teilen, die natürlichem Verschleiß ausgesetzt sind. Stürze und das Bewegen während des Betriebs sollten vermieden werden. Vor altersschwachen Geräten warnt im besten Fall Überwachungssoftware, die auf die sogenannte S.M.A.R.T-Technik setzt. Alle Risiken deckt sie aber nicht ab. „Festplatten gehen häufig beim Start durch Überspannungen kaputt, das verhindert die Software nicht”, erklärt Peter Knaak.

Für die Langzeit-Archivierung sind Festplatten zudem ungeeignet. „Sie sollten regelmäßig eingeschaltet und kurzzeitig betrieben werden, sonst drohen die Flüssigkeit in den Lagern auszutrocknen”, so Karl Fröhlich. Den im Kern aus Elektronik bestehenden USB-Sticks und Speicherkarten macht das Herunterfallen hingegen prinzipiell nichts aus. Flüssigkeiten, hohe Luftfeuchtigkeit und starke elektromagnetische Felder mögen dagegen sowohl Festplatten als auch Flashspeicher nicht.

Der Hauptgrund dafür, dass beim Flashspeicher Daten verloren gehen, sei nicht technischer Natur, heißt es beim Speichermedien-Hersteller Verbatim in Eschborn bei Frankfurt: „Mitunter fehlt Nutzern schlicht die Geduld, bis zum Ende des Speicherprozesses zu warten. Häufig wird der Stick oder die Karte zu früh aus dem Computer entfernt”, erklärt Verbatim-Sprecherin Maria Csilics. Grobe Handhabung von noch mit dem Rechner verbundenen Sticks kann auch dazu führen, dass der USB-Stecker verbiegt, ergänzt Warentester Knaak. „Lösen sich die Kontakte, ist der Zugriff auf die Daten nicht mehr möglich.”

Die nach wie vor weit verbreiteten optischen Datenträger, CDs und DVDs etwa, sind nicht mit weniger Sorgfalt zu behandeln. Zum Beispiel ultraviolettes Licht mögen die Scheiben gar nicht. „Es trägt dazu bei, dass sich die empfindliche Schicht zersetzt, in der die Daten gespeichert sind”, erklärt Maria Csilics. Außerdem können stark schwankende Temperaturen den Datenträger verbiegen. Die beste Figur machen Silberlinge, die trocken, dunkel und senkrecht in den handelsüblichen Kunststoff-Hüllen gelagert werden.

Mit Aufklebern lässt sich Selbst-Gebranntes zwar aufhübschen, durch Temperatureinflüsse können sich die Aufkleber jedoch verziehen - und wiederum die Scheibe verbiegen. Und zu heftige Unwuchten gleicht ein Abspiel-Laufwerk nicht aus. Zum Verschönern sollte die sogenannte LightScribe-Technik eingesetzt werden, rät Experte Fröhlich. Dabei verziert der Brenner selbst den Silberling. „Laufwerke, die das können, kosten inzwischen nicht mehr viel Aufpreis.” Schreibstifte kämen nur in Frage, wenn sie keine Lösungsmittel enthalten - diese sind pures Gift für Oberflächenbeschichtung der Scheiben. Ist sie beschädigt, wird der Laser im Leselaufwerk nicht mehr reflektiert, kann er die Daten einfach nicht mehr finden.

Auch Schweiß von Nutzerhand ist der Funktionstüchtigkeit der Scheiben abträglich. Diese nur am Rand und in der mittigen Öffnung anzufassen, gehört zum ABC der richtigen Nutzung. Zum Reinigen sollten nur fusselfreie Mikrofasertücher benutzt werden. Was tun, wenn die Scheibe erst einmal beschädigt ist? „Was viele nicht wissen: Kratzer auf der Unterseite der CD sind überraschenderweise das geringere Problem. Auf der bedruckten Seite zerstören sie die Daten allerdings erheblich”, erklärt Edmund Hilt, Geschäftsführer beim Datenrettungs-Dienstleister Kroll Ontrack in Böblingen.

Im Zubehörhandel sind allerlei Pflege- und Reparatursets für zerkratzte Scheiben erhältlich. „Es existieren jedoch keine überzeugenden Belege dafür, dass diese erfolgreich funktionieren”, erklärt Karl Fröhlich. Sinnvoller sei es dagegen, höherwertige Medien zu kaufen. „Teurere Produkte mit kratzfester Beschichtung halten in der Regel von vorn herein länger”, sagt Warentester Knaak.
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