Online suchen, offline kaufen: Prospektportale im Netz

Von: Olivia Konieczny, dpa
Letzte Aktualisierung:
Prospektportale
Mit Prospektportalen im Internet verschaffen sich Verbraucher einen Überblick, welche Schnäppchen es in ihrer Umgebung gibt - ganz ohne Papierberge. Foto: dpa

Kiel. Gratistage im Fitness-Studio um die Ecke und Prozente auf Schnitzel vom Discounter: Prospektportale im Netz zeigen schnell und bequem an, welche Angebote es in der Umgebung gibt. Auch wenn es nach einem Schnäppchen aussieht: Verbraucher sollten immer vergleichen.

Der Umzug in die neue Stadt ist geschafft, da geht die Suche nach günstigen Angeboten für Couch, Kühlschrank oder Küche los. Früher blätterten Verbraucher durch Werbeblättchen aus dem Briefkasten. Heute geht es einfacher: Angebots- und Prospektportale im Netz liefern schnell und gezielt Übersichten über Schnäppchen im lokalen Umkreis. Doch das hat seinen Preis: „Dem Verbraucher sollte klar sein, dass aus seinem Klickverhalten Kundenprofile erstellt werden können”, warnt Moritz Karg vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) in Kiel.

Das Prinzip der Angebotsseiten ist simpel: online suchen, offline kaufen. Auf Portalen wie http://www.Allesnebenan.de, http://www.Kaufda.de oder http://www.MeinProspekt.de gibt der Kaufinteressierte seine Stadt, Postleitzahl oder einen Suchbegriff ein. Eine Liste zeigt ihm dann aktuelle Prospekte, Angebote, Gutscheine sowie Rabatt- und Sonderaktionen in der Nähe. Häufig werden diese ergänzt durch Detailangaben wie Entfernung zum Standort des Nutzers, Angebotsdauer und Kundenbewertungen.

Alternativ lassen sich verschiedene Branchen wie zum Beispiel „Optiker”, „Biomärkte” oder „Buchhandlungen” und Kategorien wie „Essen und Trinken”, „Drogerie und Kosmetik” oder „Technik und Multimedia” durchstöbern. Auf einer Karte werden die Standorte der jeweiligen Schnäppchenanbieter mit Adresse und Öffnungszeiten angezeigt - der Kunde muss nur noch losgehen und kaufen.

Die Portale arbeiten mit Läden aller Art zusammen: von Discountern über Baumärkte und Modeketten bis hin zu Drogerien und Apotheken. Preisjäger finden so Prozente auf den Sonntagsbrunch, Getränkekisten zum halben Preis, eine Gratis-Maniküre zum Haarschnitt oder Rabatt-Coupons für den örtlichen Baumarkt.

Bundesweiten Zugriff auf lokale Prospekte, Angebote und Aktionen bieten zum Beispiel Kaufda und MeinProspekt an. Das Portal der Deutschen Post - Allesnebenan - startete zunächst im Raum Köln-Bonn, mittlerweile gibt es den Service zum Beispiel auch in Berlin. Bis Ende 2011 sollen Kunden im gesamten Bundesgebiet lokale Schnäppchen zur Verfügung stehen.

Die Suchfunktion der Portale steht allen Online-Nutzern offen. Wer sich über neue Angebote informieren lassen oder sein Suchprofil und Favoriten abspeichern will, muss sich mit seiner Mail-Adresse und teils auch mit dem Namen registrieren.

Für den Verbraucher sind die Portale eine einfache und schnelle Möglichkeit, sich zu informieren. Wer sich hier registrieren will, sollte allerdings bedenken, dass er dabei personenbezogene Angaben machen muss. Datenschützer Moritz Karg findet das zumindest bedenklich: „Bei einer Registrierung gibt der Verbraucher preis, wer er ist. Durch sein Nutzerverhalten zeigt er zudem, wo er lebt und wofür er sich interessiert.”

Kunden hinterlassen so auf den Portalen individuelle Spuren. Karg zufolge ist nicht auszuschließen, dass ihnen dadurch irgendwann nur noch gezielt auf sie zugeschnittene Werbung angezeigt wird. Der Datenschützer rät, bei einer Registrierung auf Angebotsportalen die Datenschutzerklärung genau und aufmerksam zu lesen.

Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, sich von attraktiven Sonderangeboten nicht leiten zu lassen, sondern bei vermeintlichen Schnäppchen zunächst die Preise zu vergleichen. „Nicht immer sind die aufgelisteten Angebote auch die besten”, sagt Tryba.

Der Verbraucherschützer rät zu unabhängigen Testberichten und Preisvergleichsportalen im Internet. „Am besten schaut man sich direkt mehrere an, dann hat man eine gute Orientierung darüber, was ein bestimmtes Produkt kosten sollte.” Erst dann könne man Sonderangebote richtig einschätzen. Wichtig ist laut Tryba aber auch noch etwas anderes: „Bevor ich blind auf ein Angebot anspringe, sollte ich mich immer erst fragen, ob ich dieses Produkt wirklich brauche.”

Sparfüchse können ortsbezogene Angebote und Gutscheine auch mobil auf dem Handy ansehen. Der Nutzer wählt bestimmte Themen oder Marken aus. Unterwegs - etwa beim Stadtbummel - bekommt er entsprechende Mitteilungen aus seiner direkten Umgebung, inklusive Wegbeschreibung zur nächstgelegenen Filiale.

Apps für Smartphones bietet neben Kaufda und MeinProspekt zum Beispiel auch die E-Plus-Tochter Gettings an. Ihr Angebot ist noch auf das Rhein-Ruhr-Gebiet beschränkt, soll aber bis Ende 2011 auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Mit der App Coupies will auch Allesnebenan.de Rabatt-Coupons auf das Handy bringen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert