München/Frankfurt/Main - Nettop oder Spielerechner: Tipps für den PC-Kauf

Nettop oder Spielerechner: Tipps für den PC-Kauf

Von: Andreas Thieme, dpa
Letzte Aktualisierung:
Nettop oder Spielerechner: Tipps für den PC-Kauf
Der könnte es sein: Gerade wer sich nicht so gut mit Computern auskennt, sollte sich bei Rechnerkauf beraten lassen. Foto: dpa

München/Frankfurt/Main. Der Kauf eines neuen Computers gleicht dem Gang durch ein Labyrinth: Die vielen Angebote verwirren. Wichtig ist, dass Anwender überlegen, zu welchem Zweck sie den Rechner verwenden wollen.

„Danach richtet sich die Ausstattung und damit der Preis”, erklärt Alexander Kuch von der „PC-Welt”. Wird der Rechner für Spiele oder Multimedia-Programme genutzt, benötigt er eine leistungsstarke und hochwertige Grafik.

Zum Speichern von Fotos und Filmen sei eine große Festplatte erforderlich, sagt Markus Schütz vom PC-Hersteller Dell in Frankfurt. Wird der PC im Wohnzimmer eingesetzt, sollte er sehr leise arbeiten und optisch ins Ambiente passen. „Nicht zuletzt muss man auch den Kostenaspekt im Blick haben.” Von Vorteil sei es deshalb, bereits im Vorfeld festzulegen, wie viel ausgegeben werden soll.

Für E-Mails, Büroarbeiten oder zum Surfen im Internet reicht ein einfacher Nettop-Rechner in der Preisklasse um 300 Euro, sagt Kuch. Dieser Computer hat im Vergleich zu Standard-PCs zwar eine schwächere Rechenleistung, arbeite aber wesentlich stromsparender und leiser. Etwa 100 Euro mehr sind für den Kauf einzuplanen, wenn der Computer als Medienabspielgerät eingesetzt werden soll. Auch hier reicht Kuch zufolge ein Nettop. Verfügt dieser über die Grafik-Plattform ION und über einen Dual-Core-Prozessor, könnten sogar Blu-Ray-Filme in Full-HD-Auflösung ruckelfrei abgespielt werden.

Ist der Neue als Multimedia-Zentrale für Bildbearbeitung und Videoschnitt gedacht, investieren Anwender besser 500 bis 700 Euro. Der PC sollte dann über einen Quadcore-Prozessor, 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM), eine Terabyte-Festplatte und eine Grafikkarte mit 1 GB Speicher verfügen, rät Kuch. Für Computerspiele, Profi-Videoschnitt und anspruchsvolle Medienbearbeitung sei ein leistungsfähigerer PC in der Preisklasse ab 800 Euro aufwärts nötig.

Note- und Netbooks eignen sich dagegen zum Arbeiten und Surfen unterwegs. Zehn Millionen mobile PCs werden dieses Jahr verkauft, schätzt der IT-Branchenverband BITKOM in Berlin. Einstiegsgeräte seien schon für weniger als 300 Euro zu haben. Eine hohe Akkuleistung und damit höhere Anschaffungskosten sind aber nicht nötig, wenn das Notebook nur als Ersatz für einen Desktop-PC dient, erklärt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin. Verzichtet werden kann auch auf sogenannte Glaredisplays: Ihre Oberfläche spiegelt das Umgebungslicht relativ stark.

Vor dem Kauf lohnt sich Knaak zufolge das Lesen von Testberichten oder der Gang zum Fachhändler. Dieser verfüge über einen großen Erfahrungsschatz. Kuch empfiehlt, auch Händlerangebote im Elektronikmarkt vor Ort anzuschauen, sich einen Eindruck vom Gerät zu verschaffen und ein konkretes Angebot einzuholen. Anschließend könne dieses mit seriösen Online-Händlern wie amazon.de, alternate.de oder cyberport.de verglichen werden. Gebrauchtware bei eBay sollten nur technisch versierte Anwender ersteigern, die Wert und Zustand einschätzen sowie kleinere Reparaturen selbst vornehmen können.

Wer nach einem Multimedia-PC mit akzeptablem Preis-Leistungsverhältnis von namhaften Hersteller wie HP, Acer oder Fujitsu sucht, wird im Elektronikmarkt fündig. „Diese PCs sind üblicherweise für den typischen Heimanwender konfiguriert”, erläutert Kuch. Spezielle Kundenwünsche werden aber nicht berücksichtigt - erhältlich ist nur, was im Regal steht. Vorsicht gilt laut Knaak bei den vielen Schnäppchen-Angeboten - oft seien Auslaufmodelle darunter, die nicht mehr aufgerüstet werden können. „1-Euro-Angebote” für Netbooks könne sich als Kostenfalle entpuppen, da sie mit der Nutzung von UMTS-Diensten verbunden sind.

Ausgiebige Beratung und die Möglichkeit, spezielle Ausstattungsmerkmale einbauen zu lassen, bietet hingegen ein Fachhändler. Der Vorteil: „Bei Servicefällen kennt er den Kunden und das Gerät bereits.” Ideal sei es, mit klaren Vorstellungen ins Verkaufsgespräch zu gehen. Sagt der Kunde etwa „Ich will Fotos bearbeiten und Urlaubsfilme schneiden, aber nicht am Computer spielen”, werde ein seriöser Händler wissen, was der Kunde braucht, so Kuch.

Das beste Preis-Leistungsverhältnis bieten Discounter, hat der Fachmann beobachtet. Allerdings gibt es keine Beratung und im Servicefall keinen Ansprechpartner, sondern nur die Service-Hotline. Oft können Anwender den Discounter-PC später auch schlechter aufrüsten als Marken-Geräte.

Vorsicht beim Ratenkauf

Beim Ratenkauf sollten sich Anwender genau über die Konditionen unterrichten lassen. Da der Käufer den Vertrag nicht mit dem Händler, sondern dessen Bank eingeht, wird besser auch das Kleingedruckte besprochen - nur so können unangenehme Folgen wie Bearbeitungsgebühren oder wechselnde Zinssätze vermieden werden. Wird im Anschluss die Höhe der monatlichen Zahlung vereinbart, sollten dabei auch die Gesamtkosten inklusive Zinsen berechnet werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert