Musikplayer XXL: Neue Lösungen für iPod und iPhone auf der IFA

Von: Florian Oertel, dpa
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Berlin. Vor ein paar Jahren war der iPod schneeweiß, er hatte ein Scrollrad und war ein Fall für die Hosentasche. Heute gibt es ihn in allen erdenklichen Farben, wahlweise mit Touchscreen oder dem Rädchen - und ebenso vielfältig sind die Einsatzmöglichkeiten.

Ob Apples kleiner Musikplayer Teil der Stereoanlage im Wohnzimmer oder an den Fernseher gestöpselt wird: Der Fantasie sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Das zeigt sich auf der diesjährigen IFA in Berlin (4. bis 9. September) besonders deutlich.

An der ungebrochenen Popularität des iPod selbst liegt das nur zum Teil. Es hat auch viel damit zu tun, dass das iPhone spätestens seit Veröffentlichung der jüngsten Version 3G S Mitte Juni richtig durchstartet: „Aufgrund der großen Verbreitung des iPhone ist auch auf dem Zubehörmarkt das Angebot größer geworden”, sagt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GfU), die die IFA veranstaltet.

Philips zum Beispiel ist auf der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik mit einer kugelrunden Dockingstation am Start, die das Unternehmen schlicht „RocknRoll” nennt. Wird sie zum Musikhören benutzt, sind iPhone oder iPod hochkant eingeklinkt. Will der Nutzer auf der SBD7000 - so die weniger griffige offizielle Bezeichnung - einen Film anschauen, dreht er sie einfach um 90 Grad.

Schick kommt eine Dockingstation daher, die Sharp zeigt: Die knapp 130 Euro teure DK-AP8 mit ihrem glänzend schwarzen Korpus lässt sich wie das iPhone und aktuelle iPods selbst per Touchdisplay bedienen. Dieses kann der Nutzer von der zentralen Sound-Einheit abnehmen. Auf der Rückseite gibt es unter anderem einen Video-(FBAS)-Ausgang, über den sich das System mit einem Fernseher koppeln lässt.

Speziell mit der von Apple lizensierten Möglichkeit, das iPhone und den iPod anzustöpseln, bewirbt der Anbieter Vestel einen neuen LCD-Flachbildfernseher. Dieser stellt automatisch auf das Menü des Players um, sobald er mit dem dafür vorgesehenen Dock am Gerät verbunden wird. Der Anwender navigiert dann mit der Fernbedienung, Soundquellen sind die Lautsprecher am unteren Rand des Fernsehers.

Dockingstationen mit Boxen für den iPod sind nichts Neues. Noch recht frisch sind dagegen Lösungen, bei denen der Player digital angesprochen wird. „Wenn man digital über USB rangeht, übernimmt das Gerät vom iPod die Digital-Analog-Wandlung - dann klingt es wirklich besser”, erklärt Christine Tantschinez von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Audio”. Der iPod ist nur noch die Quelle: Er sendet ein digitales Signal, das Gerät verarbeitet es. „Und darin können die teuersten Wandler eingebaut sein, wenn es denn sein soll.”

Mit einem Digitalanschluss ausgerüstet ist zum Beispiel der Auto-CD-Receiver KDC-W4544UA von Kenwood. Das ab sofort erhältliche Gerät hat vorne einen USB-Port. An ihn lassen sich per Originalkabel alle aktuellen iPods und das iPhone stöpseln. Ein Anbieter entsprechender Lösungen fürs Wohnzimmer ist Pioneer. Die AV-Receiver der VSX-Serie sollen dafür sorgen, dass der Nutzer nicht länger von den begrenzten Qualitäten des kleinen Players zur Digital-Analog-Wandlung abhängig ist. Musik soll vielmehr „in digitaler Reinheit” erklingen.

Nicht unbedingt den Vorstellungen von Klang-Fetischisten genügen, sondern einfach für Soundgenuss unterwegs sorgen sollen Neuheiten wie die mitsamt Tasche rund 390 Euro teuren iTraveler-Boxen von Ingenious Audio - oder das Evoke Mio: Auch das Kofferradio im Retrostil vom Hersteller Pure Digital hat eine Schnittstelle für den iPod.

Schon eher etwas für Spezialisten ist dagegen das iPhantom vom Hersteller Add-on Technology. Das ergonomisch geformte und verchromte Gerät für knapp 900 Euro ist ein Verstärker, der „nach alter Väter Sitte” mit Röhrentechnik und Transistoren arbeitet.

Wer partout auch in der Küche nicht auf Sound verzichten will, hält sich an den schon etwas länger erhältlichen „Made for iPod” - eine Kühl-Gefrier-Kombination mit eingebauten Lautsprechern und Dockingstation für Apples MP3-Spieler. Und derartige Lösungen sind nach Stehles Einschätzung noch lange nicht das Ende der Fahnenstange: „Das ist ein sehr kreativer Bereich, und der wird uns auch in Zukunft mit der einen oder anderen Neuheit überraschen.”
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