Erfolgs-Konsole mit Startschwierigkeiten

Von: Jan Kluczniok, dpa
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Die PS3 als Konsole für junge, technikaffine Männer? Zumindest hier dürfen auch Frauen mitspielen. Foto: dpa

München. Pleiten, Pech und Pannen haben den Marktstart von Sonys Playstation 3 (PS3) begleitet: Länger als ein Jahr mussten die Spieler in Europa auf den Start der High-Tech-Konsole warten, bis es im März 2007 endlich soweit war.

Vor allem wegen Problemen mit den blauen Laserdioden des Blu-ray-Laufwerks war die Einführung mehrfach verschoben worden. Der Konkurrenz, die derweil an Sony vorbeizog, war das womöglich recht. Mittlerweile hat Sony zumindest in Deutschland aber wieder aufgeholt.

„Vor allem im vergangenen Weihnachtsgeschäft konnte die Playstation Boden gut machen”, sagt Markus Schwerdtel, Chefredakteur der in München erscheinenden Zeitschrift „GamePro”. Inzwischen ist die PS3 laut Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED) in Europa rund 8,5 Millionen Mal über den Ladentisch gegangen. Verkaufszahlen für Deutschland sind nicht bekannt. Rund 1.100 Spiele sind bisher für die PS3 erschienen - 20 Prozent kommen von Sony selbst, der Rest von Drittherstellern.

Mit der Playstation 3 zielt Sony nach Schwerdtels Worten auf die Zielgruppe der jungen, technikaffinen Männer. Dementsprechend setzt der Hersteller auf Hightech: Das Herzstück der PS3 ist ein gemeinsam mit IBM und Toshiba entwickelter, mehrkerniger „Cell”-Prozessor, der die Konsole teils leistungsfähiger als einen modernen PC macht.

Das Blu-ray-Laufwerk soll die PS3 als multimediale Unterhaltungszentrale fürs Wohnzimmer nutzbar machen. „Lange Zeit war die Playstation 3 der günstigste Blu-ray-Player am Markt”, sagt Schwerdtel. Mittlerweile seien aber günstige sogenannte Stand-Alone-Geräte erschienen.

Die PS3 eignet sich aber nicht nur zum Spielen und Filmeschauen. Dank zahlreicher Anschlussmöglichkeiten etwa für Digitalkameras und MP3-Player lassen sich auch Musik und Bilder darauf speichern. Das derzeitige Standard-Modell hat eine 80-Gigabyte-Festplatte. Zwischenzeitlich gab es auch Versionen mit 60 beziehungsweise 40 Gigabyte.

Diese werden aber SCED zufolge nicht mehr produziert und sind - wenn überhaupt - nur noch vereinzelt im Handel erhältlich Ebenfalls nicht mehr produziert wird die PS3 mit 160 Gigabyte. Sie was lediglich eine limitierte Sonderversion.

Die aufwendige Technik hat aber ihren Preis: Fast 400 Euro kostet die PS3 derzeit. Beim Marktstart betrug der Preis sogar 599 Euro. „Damit ist sie die teuerste Konsole”, sagt Schwerdtel. Zwar sei sie technisch den Konkurrenten überlegen. Doch der Vorsprung komme in der Praxis kaum zum Tragen, da die Spieleprogrammierer die Möglichkeiten der Konsole nicht ausreizten.

Das volle PS3-Potenzial werde lediglich bei Sony-exklusiven Spielen wie „Gran Turismo” sichtbar. „Die meisten Titel werden heute aber für mehrere Konsolen gleichzeitig entwickelt”, so Schwerdtel. Früher habe es viel mehr Sony-exklusiv-Marken gegeben.

Der hohe Preis ist nicht nur Spielern ein Dorn im Auge, sondern auch der Computerspiel-Industrie: Activision Blizzard etwa, einer der weltweit größten Hersteller, habe im Jahr 2008 rund 32 Prozent seiner Umsätze mit Titeln für Nintendos Konsole Wii gemacht und gerade einmal 19 Prozent mit Titeln für die PlayStation 3, berichtet der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg. Experten gehen daher davon aus, dass auf Druck der Industrie der Preis für die PS3 bald gesenkt werden könnte. Der Hersteller hat das jedoch zuletzt dementiert.

Hartnäckig halten sich dagegen die Gerüchte um eine „Slim Version” der PS3. Sie soll deutlich kleiner sein und auch weniger kosten als das bisherige Modell. Darüber spekuliert wird etwa im Playstation-Forum PS3Spot.de - den Betreiber in Wolfsburg zufolge das größte in Deutschland. Bereits für die Vorgängerin Playstation 2 hatte Sony eine solche Version herausgebracht. Auf der bedeutenden Branchenmesse Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles in diesem Juni machte Sony dazu allerdings keine Angaben.

Stattdessen kündigte der Hersteller für das kommende Frühjahr ein neuartiges, bewegungsempfindliches Steuergerät an. Der Controller besteht aus einem Stab mit einer rot leuchtenden Spitze sowie einigen Knöpfen. Damit lässt sich ein Spiel durch Bewegungen steuern. Weitere Innovationen erwartet Markus Schwerdtel in Zukunft vor allem bei dem Online-Diensten. Hier gebe es noch großes Potenzial. Erst kürzlich startete Sony zum Beispiel den Musikvideo-Abrufdienst VidZone. Damit ist es möglich, Tausende von Musikvideos auf der PS3 anzusehen.
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