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„Du” und „123”: Neue Internetadressen werden möglich

Von: Sven Appel, dpa
Letzte Aktualisierung:

Frankfurt/Main. Für Webseiten mit der Endung „.de” sind jetzt neue Namen verfügbar. Die für die Registrierung von Domainnamen zuständige Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft, kurz DENIC, in Frankfurt hat die Regeln gelockert.

Demnach sind vom Freitag (23. Oktober) an auch ein- und zweistellige Domains wie „a.de” oder „du.de” zugelassen. Auch reine Zifferndomains wie „123.de” sind dann erlaubt und können ab dem Freitag um 9 Uhr registriert werden.

Neu ist auch die Freigabe von Domains, die einem Kfz-Kennzeichen oder einer sogenannten Toplevel-Domain entsprechen. Domains wie „hh.de” oder „de.de” können dann online gehen.

Die Maximallänge einer Domain beträgt 63 Zeichen. Angemeldet werden können die Domains wie üblich über einen der rund 270 sogenannten Registrare in Deutschland.

„Für die Einführungsphase haben wir ein eigenes System bereitgestellt, das der erwarteten höheren Last am Einführungstag besser gerecht wird”, erläutert Sabine Dolderer aus dem Vorstand der DENIC. Es solle auch gewährleisten, dass der Regelbetrieb unbehindert weiterlaufen kann.

Wenn der erste Ansturm vorüber ist, werden beide Systeme zusammengeführt. Und der Ansturm wird groß: In den ersten vier Tagen rechnet DENIC mit mehr als 200.000 Anfragen. Laut Dolderer dürften jedoch etliche Wünsche für wenige gleiche Domains eingehen.

Zu den Unternehmen, die im Auftrag ihrer Kunden Domains bei DENIC anmelden können, zählt auch der Provider und Webhosting-Anbieter Strato in Berlin.

Doch zumindest an der Sonderauktion in den ersten Tagen will das Unternehmen nicht teilnehmen. Der Grund: Jeder der rund 270 Registrare kann in der ersten Registrierungsphase vier Domains pro Minute anmelden, erläutert Strato-Sprecher Lars Gurow. „Die Vergabe der ein- und zweistelligen Domains ist daher eine Sache von Minuten.”

Dafür extra ein spezielles System aufzusetzen, lohne sich nicht. Hinzu komme, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Domain wie „du.de” zu ergattern, ähnlich niedrig ist wie ein Lotto-Hauptgewinn.

Auch der Provider 1&1 in Montabaur steigt laut Sprecher Andreas Maurer erst nach Ende der Einführungsphase in die Registrierung der neuen Domains ein.

Der in Ismaning ansässige Anbieter domainfactory hält sich ebenfalls vorerst zurück. Sobald jedoch die DENIC eine reguläre Registrierung der Domains anbiete, werde domainfactory die neuen Domains zur direkten Bestellung über seine Seite anbieten, sagt Franz-Georg Philipp vom Kundenservice des Unternehmens.

Wo genau Interessenten bereits an diesem Freitag eine der neuen Domains ergattern können, konnte die DENIC am Mittwoch noch nicht sagen. „Es sieht aber so aus, dass sich die Mehrzahl der Provider am Verfahren beteiligen werden”, so Sabine Dolderer.

Da sich neben den wenigen möglichen zweistelligen Domains weitere Tausende interessante Namen ergeben, erwartet Andreas Maurer von 1&1 ein Interesse der Kunden aber auch nach der ersten Registrierungsphase. „Und dies wird für lange Zeit das letzte Mal sein, dass eine so große Zahl neuer Domains zur Verfügung steht.”

Spannender als die erste Registrierungsphase dürfte laut Maurer der sogenannte sekundäre Markt sein. Dieser entsteht, wenn die schnell abgegriffenen Domains weiterverkauft werden sollen. Denn dass am Freitagmorgen sogenannte Domain-Grabber in den Startlöchern stehen, ist klar.

Sie hoffen auf eine begehrte Domain, die sie selbst nicht benötigen, aber möglicherweise für viel Geld weiterverkaufen können. Eine entsprechende Auktion gibt es zum Beispiel auf der Seite der 1&1-Tochter Sedo. Hier ist schon vor dem Beginn der Registrierung zu sehen, welche Namen als besonders wertvoll angesehen werden: Ganz oben auf der Wunschliste standen am Mittwoch „pc.de” und „tv.de”, für die jeweils bereits mehr als 40.000 Euro geboten wurden.

Doch Maurer warnt vor allzu forschem „Domain-Grabbing”: „Vor allem wenn es um bekannte Marken geht, sollte man sich einen guten Anwalt nehmen.”

Stressfreier abgreifen lassen sich dagegen Domains wie „pc”, „xy” oder „du” - sie verletzten wahrscheinlich keine Markenrechte und dürften dennoch begehrt sein. Doch auch Lars Gurow von Strato rät: „Man sollte sich vorher vergewissern, dass man mit der Wahl einer Domain nicht die Rechte Dritter verletzt.”
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