Frankfurt/Main - Die Netzwelten der Spielekästen: Was die Konsolen-Onlineshops bieten

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Die Netzwelten der Spielekästen: Was die Konsolen-Onlineshops bieten

Von: Christoph Lippok, dpa
Letzte Aktualisierung:
Konsolen-Onlineshops
Moderner Marktplatz: Auf der Plattform Xbox Live gibt es jede Menge Spiele und Spiele-Erweiterungen zum Herunterladen. Foto: dpa

Frankfurt/Main. Auf der Spielemesse E3 in Los Angeles hat Sony jüngst das Geheimnis um den Nachfolger seiner Playstation Portable (PSP) gelüftet: Die im Oktober erscheinende PSPgo wird viel kompakter ausfallen als die bisherige Ausführung.

Dem opfert Sony den Datenträger: Die Spiele werden nicht mehr auf Universal Media Discs (UMD) verkauft, der Spieler lädt sie aus einem Onlineshop herunter. Mit einer solchen Plattform kommen sämtliche Konsolen der aktuellen Generation daher - und ihre Bedeutung nimmt weiter zu.

Zuletzt ist im Frühjahr mit dem Erscheinen von Nintendos DSi - der deutlich aufgefrischten Variante der DS - auch der DSi-Shop an den Start gegangen. Erreichbar ist er über die „Wi-Fi-Connection” der kleinen Konsole. Darüber, wie die Plattform ankommt, macht Nintendo noch keine Angaben. Anders sieht es im Fall des schon länger geöffneten Wii-Shop aus. „Bis Ende 2008 wurden 18 Millionen Downloads im Wii-Shop-Channel allein für die virtuelle Konsole getätigt”, sagt Silja Gülicher von Nintendo Deutschland in Großostheim (Bayern).

Die Titel für diese virtuelle Konsole - eine auf der Wii laufende Software - sind der besondere Kniff des Shops: Dahinter verbergen sich Klassiker, die ursprünglich für Nintendo-Konsolen wie N 64, NES und Super NES veröffentlicht wurden. „Wer auf der Suche nach seinem Lieblingsspiel von früher ist, wird hier ziemlich sicher fündig, oder er entdeckt "neue" alte Perlen der Videospielgeschichte”, sagt Moses Grohé vom in Hamburg erscheinenden Spielemagazin „Gee”.

Neben Nintendo wollen auch die Konkurrenten Sony und Microsoft in ihren Konsolen-Shops ein breites Angebot machen. „Tatsächlich ist in den Shops für jeden etwas dabei”, sagt Grohé. Aus Sicht „normaler” Daddler seien die Spiele selbst am wichtigsten. „Hardcore-Spieler freuen sich auch über neue Inhalte wie Karten, Waffen oder Wagen für Spiele, die sie eigentlich schon bis zum Letzten ausgereizt haben.”

Laut Moses Grohé gibt es das umfangreichste Angebot an speziell entwickelten Downloadspielen für die Xbox 360 von Microsoft - auf der Plattform Xbox Live. Herausragend beim Angebot im Sony-Pendant, dem Playstation Network, seien Spiele mit ungewöhnlichen Konzepten. Als Beispiele nennt Grohé die Titel „Flow”, „Flower”, „Pixel Junk Eden” und „Noby Noby Boy”.

Als flankierende Angebote vor allem für Gelegenheitsspieler gibt es Filme oder Musikvideos. Auf dem Videomarktplatz von Xbox Live stehen Kinofilme in HD-Auflösung bereit. „Dieser Leihservice wird rege genutzt und stetig ausgebaut”, sagt Felix Petzel von Microsoft in Unterschleißheim bei München. Sowohl Microsoft als auch Sony setzen zudem aufs Netzwerken unter den Nutzern: Auf Xbox Live und im Sony Network sollen sich Gleichgesinnte in einer Community treffen und etwa online gegeneinander in verschiedenen Spielen antreten.

Der Zugang zu den Plattformen ist in Zeiten von Breitbandinternet und drahtlosen Heimnetzwerken denkbar einfach. Der Spieler meldet sich über die entsprechenden Menüpunkte der Konsolen oder auch an einem PC via Internet an und richtet eine kabellose Verbindung zum Netzwerk beziehungsweise zum Internet ein.

Viele der Inhalte kosten etwas. Nintendos Währung sind die „Nintendo Points” - ein Punkt entspricht einem Cent. Ein etwas aufwendigeres Rätsel-Spiel für den DSi oder Titel für die virtuelle Konsole der Wii zum Beispiel kosten 800 Points. Aufgeladen wird das Konto mit der Kreditkarte. Zudem gibt es im Handel Punkte-Karten. Das Konto lässt sich mittels des Codes auf der Karte auffüllen. Außerdem kann der Anwender Sterne aus dem „Club Nintendo”, die er etwa fürs Registrieren seiner Spiele erhält, in Nintendo Points umwandeln.

Microsoft handhabt die Zahlung wie Nintendo - nur das die Punkte hier „Microsoft Points” heißen und weniger komfortabel in Euro und Cent auszudrücken sind: 1000 davon sind rund 11,60 Euro wert. Unter www.mspconverter.com kann man sie sich in verschiedene Währungen umrechnen lassen. Im Playstation Store, Teil von Sonys Playstation Network, werden die Beträge dagegen direkt in Euro angegeben. Das Guthaben lässt sich nur mittels Kreditkarte aufladen. „Das ist für jüngere Spieler unter Umständen eine Hürde”, sagt Moses Grohé.

Aus Verbraucherschutz-Sicht ist der Online-Einkauf am sichersten, wenn er auf Rechnung erfolgt. Doch bei virtuellen Gütern ist das nicht üblich. „Wichtig ist bei Minderjährigen, dass die Eltern genau wissen, was ihre Kinder online kaufen”, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Sie sollten auch wissen, was wie viel kostet, damit der Überblick nicht verloren geht. „Durch den Einsatz der Kreditkarte haben die Eltern eine ganz gute Möglichkeit, zu sehen, was im Onlineshop passiert.”

Über kurz oder lang haben alle Konsolenhersteller den Ausbau der Angebote auf der Agenda. Andererseits wird einstimmig betont, wie wichtig noch immer der Vertrieb von Inhalten, also vor allem von Spielen, über den Einzelhandel ist. „Für einen reinen Onlinevertrieb gibt es keine geeigneten Geschäftsmodelle”, sagt Silja Gülicher.

Das sieht Felix Petzel von Microsoft genauso: „Im Moment sehen wir keine Alternative zum stationären Handel.” Die Online-Distribution etwa über die Konsolen-Plattformen werde in den kommenden Jahren noch viel wichtiger werden, sagt Spieleexperte Grohé: „Ob sie sich aber komplett durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.”
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