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CeBIT 2010: Wenn die Messe zum Wohnzimmer wird

Von: Sven Appel, dpa
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Daddler-Dorado: Auch auf der CeBIT 2010 treten Computerspieler zur Weltmeisterschaft an. Foto: dpa

Hannover. Sie sind ein seltener Anblick geworden - mit bunten Werbemitteln bepackte CeBIT-Besucher. Drei bis sechs XXL-Tüten voller Prospekte am Arm baumeln lassend und Luftballons hinter sich herziehend über die Technikschau zu trotten, das ist eben nicht des Fachbesuchers Sache.

Und an den wendet sich die Messe nunmal seit zwei, drei Jahren hauptsächlich - weshalb Hersteller massenrelevanter Produkte andere Ausstellungen wie die IFA oder die CES in Las Vegas teilweise vorziehen. Dennoch können auch an IT interessierte private Verbraucher ohne Schimmer von Servern und Clusterschwenks vom 2. bis 6. März in Hannover ihren Spaß haben.

Ein in die Vitrine gestelltes Stück Technik ist meist dröge - auch wenn knapp bekleidete Damen lächelnd drum herum laufen. So war Messe gestern. Heute werden Produkte in ihrem „Ökosystem”, also zusammen mit dazu passenden Geräten und Anwendungen gezeigt, damit Betrachter begreifen, welchen Zweck die Technik eigentlich erfüllt.

Nicht anders wird es auf der CeBIT 2010 sein: „Connected Living” heißt eine Ausstellung in Halle 9, die auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern die „Wohnung der Zukunft” zeigt, inklusive Küche und Fitnessraum. Es geht darum, die Möglichkeiten der Vernetzung zu zeigen: „Man könnte zum Beispiel auf dem Fernseher im Wohnzimmer nachsehen, wie weit der Braten in der Küche ist”, erklärt Gabriele Dörries, CeBIT-Sprecherin der Deutschen Messe AG.

Vom Trend zur Vernetzung lebt unter anderem der Hersteller AVM, dessen Fritz!Boxen einen für schnöde DSL-Router ungewöhnlichen Bekanntheitsgrad erreicht haben. „Die Vernetzung schreitet weiter voran”, sagt Sprecher Urban Bastert. „Nun geht es darum, Daten an einer Stelle abzulegen und von überall darauf zugreifen zu können.”

Dabei soll dem Anwender natürlich eine Fritz!Box helfen. Zu den von AVM in Hannover präsentierten neuen Modellen gehören ein Router mit eingebautem Kabelmodem für den Internetzugang via TV-Kabelnetz sowie ein Modell mit neuem WLAN-Chipsatz. Dieses Gerät funkt zwar immer noch auf Basis des n-Standards - „allerdings mit höherem Datendurchsatz”, sagt Bastert. Bis zu 450 statt 300 Megabit pro Sekunde seien möglich. „Hinzu kommt eine höhere Reichweite.”

Neue Prozessoren publikumswirksam zu präsentieren, ist eine Herausforderung, die Intel auch auf der diesjährigen CeBIT annehmen wird. „Wir werden den Endkunden nicht vergessen”, verspricht Sprecher Martin Strobel. Der Chiphersteller will in Halle 23 am praktischen Beispiel zeigen, was seine neuen Prozessoren Core i7, i5 und i7 leisten. In der gleichen Halle werden die „Intel Extreme Masters” ausgetragen - auf Rechnern, in denen höchstwahrscheinlich Chips des Herstellers stecken, tragen PC-Spieler ihre Weltmeisterschaft aus.

Microsoft möchte den Verbraucher bei dieser CeBIT wieder stärker ansprechen. „Auf dem im Vergleich zum Vorjahr um 100 Quadratmeter größeren Consumer-Stand zeigen Wohnwelten die verschiedenen Technologien”, so Sprecherin Irene Nadler. „Das Heim-Büro präsentiert Office und Heimvernetzung.” Im Wohnzimmer können Besucher das Windows 7 Media Center erleben, im Jugendzimmer auf PC und Xbox 360 spielen.

Im klassischen PC-Hardware-Bereich ist Asus zu Hause und auf der CeBIT vertreten. Auf dem Stand des Herstellers sind etwa Notebooks zu sehen, deren Gehäuse - überhaupt nicht klassisch - teils aus Bambus bestehen. „Bambus ist stabil und ein nachwachsender Rohstoff”, erklärt Sprecher Christian Wefers. Ebenfalls eine CeBIT-Neuheit von Asus sind speziell für Spieler konstruierte LCDs mit 120-Hertz-Technologie.

In Halle 13 wird die „Broadband World” aufgebaut. In dieser Schau geht es um die Möglichkeiten, die Breitband-Internetzugänge - mobil und stationär - bieten. Wie Autofahrer künftig Staus umgehen können, erfahren Besucher in Halle 7. Unter dem Stichwort „Destination” werden dort die Navigationslösungen der Zukunft präsentiert.

Ein großes Thema und eine der wenigen Schnittmengen, die die CeBIT noch mit der Unterhaltungselektronik hat, ist 3D. Auf der IFA im Spätsommer 2009 hat sich bereits angekündigt, was Gabriele Dörries so zusammenfasst: „3D ist ein spannendes Thema”. In Hannover soll das räumliche Film- und Spielerlebnis unter der Überschrift „Next Level 3D” die nächste Ebene erreichen. Zu sehen sein werden unter anderem eine 3D-Kamera, ein 3D-PC-Display und eine 3D-Shutter-Brille. In einem kleinen Kino können sich Besucher dreidimensionale Film-Trailer ansehen. Ob die so spannend sind wie die CeBIT an sich?
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