Hamburg - Bindeglied fürs digitale Heim: Multimedia- und Netzwerkplayer

Bindeglied fürs digitale Heim: Multimedia- und Netzwerkplayer

Von: Nadine Hantke, dpa
Letzte Aktualisierung:
Netzwerkplayer
Der Multimediaplayer Mediagate LNX HD von Memup hat bei einem Test von acht Geräten am besten abgeschnitten. Foto: dpa

Hamburg. Multimediaplayer sind das Bindeglied zwischen Computer und Fernseher, zwischen Arbeits- und Wohnzimmer. Mit dieser recht neuen Gerätegattung lassen sich Filme aus dem Internet, vom Computer oder der externen Festplatte auf dem TV-Gerät anschauen. Das funktioniert nicht nur mit modernen Flachbildfernsehern, sondern dank analoger Ausgänge auch mit älteren Röhrengeräten.

„Mit dem Multimediaplayer hole ich mir meine Daten ins Wohnzimmer”, sagt Olaf Purwin von der Zeitschrift „Computer-Bild” in Hamburg. Das geht ganz einfach, indem die externe Festplatte über USB mit dem Player und dieser wiederum, meist per HDMI, mit dem Fernseher verbunden wird. Schon lassen sich Fotos anschauen, Musik und Filme abspielen. Auch für neue TV-Geräte mit USB-Anschluss ist ein Multimediaplayer sinnvoll. „Die Player können eigentlich alle Dateien abspielen. Die TV-Geräte haben beispielsweise mit exotischen oder HD-Formaten Probleme”, sagt Andreas Frank von der Zeitschrift „Video-Home Vision”.

Multimediaplayer gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. „Am gängigsten und günstigsten ist der Player, der nur als Verbindungsstelle zwischen Festplatte und Fernseher dient”, sagt Andreas Nolde vom Technik-Portal „Chip Online”. Die meisten Geräte dieser Klasse verfügen über einen Netzwerkanschluss. Damit kann man, per Kabel oder auch über WLAN, am heimischen Router andocken und Dateien direkt von einem PC im Netzwerk abspielen. „Bei Windows 7 als Betriebssystem ist das besonders einfach”, sagt Nolde.

Bei älteren Betriebssystemen ist ein wenig technisches Geschick gefragt, um mit dem Player auf das Netzwerk zuzugreifen. „Man muss dafür kein Fachmann sein, sollte jedoch die Grundbegriffe des Netzwerks verstehen”, rät Purwin. „Gute” Player mit Netzwerkanschluss gibt es ab etwa 90 Euro.

Die Zeitschrift „Computer-Bild” (Ausgabe 16/2010) hat acht Geräte geprüft und das Mediagate LNX HD von Memup (rund 120 Euro) zum Testsieger gekürt. Den Preis-Leistungs-Sieger Movie Station HD1000 von MSI bekommt man für rund 90 Euro. Bei Geräten unter 90 Euro besteht die Gefahr, dass diese nicht alle Dateiformate abspielen können. Der größte Vorteil der Netzwerkanbindung ist, dass direkt auf die Dateien zugegriffen wird, die auf dem PC liegen. „Man spart sich also die Zeit des Kopierens auf USB-Stick oder externe Festplatte”, sagt Purwin. Nachteil: Während ein Film über das Netzwerk angeschaut wird, muss der PC angeschaltet sein.

Wer noch nicht über eine große externe Festplatte verfügt, der sollte bei der Anschaffung eines Multimediaplayers gleich ein Gerät kaufen, das eine integrierte Festplatte hat. Sobald Filme, Fotos oder Musikdateien auf diesen Datenträger kopiert sind, lassen sie sich ganz einfach anschauen. Solche sogenannten Multimediafestplatten sind etwas teurer, weil hier der Preis für die Festplatte dazukommt. Test- und gleichzeitig Preis-Leistungs-Sieger in dieser Kategorie wurde bei „Computer-Bild” der Movie-Cube S120H mit einem Terabyte Speicherplatz von Emtec (rund 230 Euro).

Hardware-Experte Purwin rät zu Geräten mit ein oder zwei Terabyte Speicherplatz: „Videos fressen Speicherplatz. Daher: Je größer, desto besser.” Viele der aktuellen Netzwerkplayer sind darüber hinaus mit dem Zugang zu Webdiensten wie Youtube oder Picasa ausgestattet.

Wem das noch nicht reicht, der findet vielleicht in Multimediaplayern mit eingebauter Festplatte und DVBT-Empfang den Alleskönner fürs Wohnzimmer. Außer USB- und Netzwerkanschlüssen verfügen manche Geräte auch über einen DVBT-Tuner. Damit kann man Fernsehsendungen und Filme direkt auf der integrierten Festplatte aufzeichnen und nach Belieben anschauen. „Das lohnt sich allerdings nur, wenn man auch einen guten DVBT-Empfang hat”, sagt Purwin. Die im Urteil von „Computer-Bild” beste Multimediafestplatte mit DVBT-Empfang war der MovieCubeS800H (rund 320 Euro) von Emtec.

Auf dem Markt gibt es auch Beamer mit integriertem Multimediaplayer, Netzwerkanschluss, Festplatte und DVB-T-Tuner. Für Musikliebhaber gibt es außerdem die Gerätegattung der Netzwerk-Audioplayer. Player wie die Squeeze Box Touch von Logitech sind darauf spezialisiert, Musik zu übertragen, bieten die entsprechenden Bedienungsmöglichkeiten und müssen nur an Lautsprecher angeschlossen werden. „Diese Player haben einen eingebauten Verstärker, und alle Komponenten sind auf das Abspielen von Musik ausgelegt”, erklärt Frank. Verfügen die Audioplayer auch über einen Netzwerkanschluss, so eignen sie sich außerdem zum Hören von Internetradio.

Checkliste für den Kauf

Lärm: Darauf achten, ob der Lüfter wohnzimmertauglich ist. Laute Lüfter können den Filmabend stören.

Zeit: Manche Geräte durchsuchen die Festplatte bei jedem Start neu. Das ist zeitraubend.

Menü: Die Menüführung der Multimediaplayer ist an die von Computern angelehnt und manchmal sehr kompliziert.

Fernbedienung: Vor dem Kauf Fernbedienung in die Hand nehmen und prüfen, ob diese nicht zu viele Knöpfe hat. Dies macht die Bedienung kompliziert.

Bedarf: Welches Gerät brauche ich wirklich? Wer schon über eine große externe Festplatte verfügt, der braucht nicht unbedingt einen Multimediaplayer mit integrierter Festplatte. Wer außerdem einen Blu-ray-Player besitzt, braucht unter Umständen gar keinen Multimediaplayer. Viele Blu-ray-Player verfügen über einen Multimedia-Anschluss, über den ein USB-Stick oder eine externe Festplatte angeschlossen werden kann. Auch einen Netzwerkanschluss haben die meisten aktuellen Geräte.
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