Alkohol-Computer und ähnlich bizarre PCs

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Aachen. Alkohol-Rechner, PC im Eiswürfel und ein Satellit als Gehäuse - Case-Modder machen aus Computern einzigartige Kunstwerke. <em style="bold">Mein Haus, mein Auto, mein Rechner</em><br/>Casemodding: einige wenige PC-Besitzer tun es, viele andere bestaunen die verrückten Resultate, die der grenzenlosen Fantasie der Hobby-Handwerker entspringen.

Die kreativen Köpfe, die Casemodder, haben es sich zum Ziel gesetzt, den oftmals schnöden Alltagscomputer auf einzigartige Weise in ein ganz anderes Licht zu rücken.

Manche bauen ihren PC dafür zu einem Teddybären um, andere machen daraus ein Aquarium und wieder andere nutzen ihn als Kühlschrank. Aber ganz egal, für welche Farbe und Form sie sich entscheiden: der Casemod-PC ist stets um ein vielfaches kreativer, als der Rechner von der Stange des Einzelhändlers. Wir stellen Ihnen 14 der brillantesten, bestaunenswertesten und bizarrsten Kreationen vor, die das Internet derzeit hergibt.

Klarer Fall: dieser Toaster wird Ihnen morgens zum Frühstück garantiert kein kross gebräuntes Weißbrot ausspucken. Aber er ist die ideale Möglichkeit, einen Küchen-Zweit-PC ohne viel Aufwand zu verstecken. Wie es für einen Küchen-Rechner zu erwarten ist, sind die Spezifikationen eher bescheiden. Das System basiert auf einem VIA M9000 Motherboard und bietet 40 Gigabyte Festplattenspeicher und 512 Megabyte RAM.

Dafür verfügt der Toaster-PC aber über einen integrierten TV Tuner, ein DVD-Laufwerk und eine Wireless-Netzwerkkarte, um Kabelwirrwarr auf ein Minimum zu reduzieren. Klar, das Gerät eignet sich bestimmt nicht für hochkomplexe und anspruchsvolle Aufgaben. Stattdessen ist der Toaster-PC das beste und modernste Beispiel dafür, wie man einen Wireless-PC auch an den kleinsten Orten unterbringen kann.

Auf den ersten Blick ist das Casemod von [H]ard-Forum-Nutzer jjsky5000 eine sehr originelle und innovative Methode, sein PC-System kühl zu halten - scheinbar hat er einfach den kompletten Rechner in einen riesigen Eiswürfel gesteckt. Auf den zweiten Blick sieht man dann aber: der "Intel Ice" besteht im Wesentlichen aus einem Intel-Atom-basierten System in einem Block aus Plastikharz. Trotzdem toll!
Foto: jisky5000 aus dem [H]ard Forum

Modder Richard "DarthBeavis" Surroz bringt seinen PC in Weiten, die nie ein Rechner zuvor je gesehen hat - mit einer Anlage aus Acryl, zwei Warp-Kernen und einem Desktop-PC. Scherz beiseite: dieses von Star Trek inspirierte Casemod besteht eigentlich aus zwei Computern, ausgestattet mit Nvidias 3D Vision Technologie. Das Modell mag für das Raumschiff Enterprise vielleicht ein wenig klein geraten sein, wer aber auf der Suche nach der ultimativen Holodeck-Erfahrung fürs eigene Wohnzimmer ist: besser als hier gehts nicht.
Foto: Darth Beavis aus dem [H]ard Forum

Öl ist eigentlich eine recht schmierige Angelegenheit. [H[ard-Forum-Nutzer legoman666 hat sich trotzdem dafür entschieden, seinen rot beleuchteten PC in ein riesiges Aquarium mit Mineralöl zu verfrachten. Zum einen, um einen Kühlungseffekt zu erzielen, zum anderen, um die Optik seines Schreibtisches so richtig aufzupeppen. Das Endergebnis: zwei ATI Radeon 5850 Grafikkarten und ein Core i7 860 Prozessor, die sich unter Höchstleistung auf gerade einmal 65 Grad Celsius erhitzen. Das lässt sogar noch Spielraum zum Übertakten!
Foto: legoman666 aus dem [H]ard Forum

Natürlich ist Mineralöl nicht die einzige Flüssigkeit, die man benutzen kann, um einen Rechner zu kühlen. Der Casemodder BrainEater nutzt als Planschbecken für seinen PC lieber reinen Alkohol (wasserfreies Isopropanol). So kann der Modder die Durchschnittstemperatur seines Systems theoretisch auf bis zu Minus 80 Grad Celsius absenken. Der Think Tank 2.0 ist allerdings wegen vielerlei Gründe unpraktisch. Mal abgesehen davon, dass der PC sich hierbei in einer hoch entzündlichen Flüssigkeit befindet, verbraucht der Rechner zudem knapp 50 Pfund Trockeneis pro vier bis acht Stunden Betriebsdauer. Aber Geld und Risiko gehören nunmal zum Spaß dazu, nicht wahr?
Foto: Brain Eater aus dem [H]ard Forum

Nicht immer müssen Casemods zwingend pragmatisch oder attraktiv sein. Während dieses Modell beispielsweise keinen Blumentopf für seine Optik gewinnen dürfte, liefert Casemodder razer121 eines der ungewöhnlichsten Chassis-Designs, das man derzeit im Netz findet. Der integrierte Plasma-Ball an der Vorderfront verleiht dem Gehäuse einen magischen Touch und der eingebaute Zigarettenanzünder lässt das Ganze edel und elegant wirken. Das verbaute Röhrenmaterial und die individuellen Lichteffekte zeugen zudem von passionierter Modding-Arbeit.
Foto: razer121 von Hexus

Pappkarton: Er ist billig und einfach überall zu kriegen. Wofür wäre er also besser geeignet, als als Behausung für empfindliche PC-Hardware? Und wo wir schon mal dabei sind: warum nicht auch gleich ein bisschen Angst und Schrecken bei vorbeigehenden Kindern und Tieren verbreiten, indem man aus dem Pappgehäuse einen teuflischen Teddybären bastelt? Bit-tech-Nutzer Cheapskate hat in seinen Trauma-Teddy zwar noch keine funktionierende Hardware eingebaut, doch sein noch namensloses Casemodding-Projekt besteht aus drei separaten Teilen, die spätere Ein- und Umbauten durchführbar machen. Und bevor Sie fragen: Ja, die Augen des Horrorbären glühen blutrot, wenn das System läuft!
Foto: Cheapskate von Bit-Tech

Tribute an Videospiele sind in der Casemodding-Szene immer schon beliebt gewesen. Auslöser für dieses Kunstwerk war ein erst kürzlich veröffentlichter Trailer für das kommende Videospiel "Portal 2". Bei diesem Würfel handelt es sich um eine originalgetreue Replik des beliebtesten Nebencharakters aus "Portal", dem Weighted Companion Cube. Um sich der Stimmung des Nutzers anzupassen leuchtet der Würfel sogar in zwei unterschiedlichen Farben: blau und rot.
Foto: zAAm von Tech Power Up

Dieses Desktop-System von Extreme-Overclocking-Forumsnutzer Saibot ist die ideale Kombination aus Geschwindigkeit und Prozessorleistung. Eingebaut in das 100 Zentimeter lange Außenskelett eines Mini-Motorrads, besteht das System aus einem Core i7 920 Prozessor, 1 Terabyte Festplattenspeicher und einer Evga 9800 GTX Grafikkarte - und natürlich aus jeder Menge Lichtern und Leuchtkrams. Nur eines kann man mit dieser Hochleistungsmaschine wohl nicht mehr: auf zwei Rädern durch die Stadt düsen.
Foto: Saibot von Extreme Overclocking

Während dieser Rechner arbeitet, scannt er gleichzeitig die friedlichen Unendlichkeiten des Universums nach außerirdischen Besuchern ab - möchte man zumindest meinen. Denn der Forennutzer sunnyXtremist hat seinen PC kurzerhand in einen futuristischen Satelliten gesteckt. Die Satella getaufte Mod nahm ihren Anfang als alter Blecheimer, der lediglich mit einigen zusätzlichen Lüftern, Lichtern und natürlich einer ganzen Menge Geschick individualisiert wurde. Insbesondere das Leuchtsystem des Satella verdient Beachtung.
Foto: sunnyXtremist von PC Modz

Es wäre großartig, würde es zu diesem Meisterwerk eines Casemods nähere Details zu seiner Entstehungsgeschichte geben. Doch sein Erschaffer, Forennutzer Notorious_F.A.T., verzichtet leider auf ein Bastlertagebuch oder sonstige, genauere Einzelheiten. Klar ist nur: sechs Monate harte Arbeit und eine viel zu hohe Rechnung haben am Ende diese Maschine entstehen lassen, dessen Oberseite ein Nazgul aus dem Herrn der Ringe ziert, der in tiefem Blutrot angestrahlt wird. Dazu das grandiose Paintbrush-Kunstwerk auf der Außenhaut: wahrlich eine gelungene Hommage an die Tolkien-Romane!
Foto: Notorious_F.A.T. von Bit-Tech

Bei dieser Kreation von Forennutzer P0Pe ist das herausragendste Merkmal wohl die überwältigende Liebe zum Detail. Nicht nur die handgearbeiteten Designs, auch die Leuchteffekte der System-LEDs unterstreichen wunderbar die klaren Linien des PC-Beto, wie er genannt wurde. Für ausreichend Coolness bei all den Lämpchen und Leuchten sorgt übrigens eine ausgefeilte Wasserkühlung.
Foto: P0Pe von Tech Power Up

Was kann man im Bereich Casemods von einem Forennutzer erwarten, der sich selbst Ramses23 nennt? Natürlich antikes, ägyptisches Design und Handbemalung in Perfektion. Das Ergebnis: ein besonders hübsches Beispiel dafür, was dabei herauskommt, wenn man mit einem Lötkolben und Paintbrush-Werkzeug umzugehen weiß. Die internen Komponenten sind übrigens ähnlich antik, wie das Design: eine Athlon XP2100+ CPU, magere 1 Gigabyte RAM und mickrige 40 Gigabyte Festplattenspeicher. Abgesehen von seinen Spezifikationen ist das hier jedoch ein beeindruckendes Kunstwerk.
Foto: Ramses23 von Tech Power Up

Tief im Herzen eines jeden PC-Nutzers gibt es ihn, den freien Platz für all diejenigen, die ein einzigartiges, wunderschöndes Casemod aus einem der natürlichsten Rohstoffe der Welt herstellen: Holz. Bastler Karam hat genau das getan - im Stil eines minimalistischen 40er Jahre Radios. Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Gerät, das hilft dabei, das System klein zu halten und verstärkt den Eindruck eines Haushaltsgerätes. Schlicht und elegant - aber keineswegs einfach herzustellen!
Foto: Karam von Tech Power Up

(David Murphy)Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation PC-Welt.

© IDG / In Zusammenarbeit mit computerwoche.de

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