Volvo V60 D6 AWD Summum: Ein teurer Sparer

Von: amv
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Köln. Volvo nimmt für sich in Anspruch, mit seinem V60 Plug-in-Hybrid das erste Serienfahrzeug mit Dieselhybrid und externer Lademöglichkeit anzubieten.

Bevor man die technische Dreifaltigkeit aus Elektroauto, Hybridmodell und Selbstzünder kauft, bietet der Hersteller in Kooperation mit einem Energieversorger einen kostenlosen „E-Mobil-Sicherheitsheck“ in der eigenen Garage an. Damit soll gewährleistet werden, dass die Leitungen zum Laden der Hochvoltbatterie geeignet sind.

Je nach Stromanschluss muss man dann dafür drei- bis siebeneinhalb Stunden einkalkulieren. Berücksichtigen sollte man zudem, dass der Hybrid seine Sparpotenziale vorwiegend entfalten kann, wenn man in der Stadt stromt und sein Fahrzeug stets nachlädt. Andererseits, ein rund 4,60 Meter langes Auto ist nicht eben ein Stadtfloh.

Der Einsatz einer Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern im Elektromodus, sagt Volvo. In der Praxis sind es eher zehn Kilometer weniger. Da kann für Berufspendler der Strom schon mal knapp werden und wenn sich der Diesel zuschaltet, ist es vorbei mit dem extrem niedrigen Verbrauch (Normwert: 1,8 Liter).

Bei längeren Strecken hängt der tatsächliche Verbrauch stark von der Fahrweise ab, wie bei einem normalen Dieselfahrzeug eben auch. Dann weist der Bordcomputer Werte um 6,5 Liter aus. Wer beispielsweise für Fahrten in einer Umweltzone elektrische Energie sparen möchte, hat im sogenannten „Save for later“-Modus per Tastendruck die Möglichkeit, die im Fahrbetrieb über die Rekuperation zurückgewonnene Energie in der Batterie zu speichern, um sie später gezielt abrufen zu können.

Darüber hinaus stehen drei weitere Fahrmodi zur Verfügung. Der sogenannte „Pure“-Modus ermöglicht rein elektrisches und damit lokal emissionsfreies Fahren. Im „Hybrid-Modus“ arbeiten der Turbodiesel und der an der Hinterachse platzierte Elektromotor (50 kW) zusammen. Im „Power-Modus schließlich stellt das Fahrzeug die größtmögliche Leistung bereit. 283 PS beschleunigen den Wagen in 6,1 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde (Werksangaben). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h.

Die aufwändige Technik zeigt sich ausgereift. Das Zusammenspiel aller Komponenten funktioniert beinahe unmerklich. Allerdings läuft der Fünfzylinder-Selbstzünder etwas rau. Das aber wird im Innenraum aufgrund der guten Geräuschdämmung kaum wahrgenommen. Volvo versieht den V60 mit dem Namenszusatz AWD (Allradantrieb).

Entsprechend hat der Fahrer die Möglichkeit, den Frontantrieb mit dem Dieselmotor und den an der Hinterachse sitzenden E-Motor gleichzeitig arbeiten zu lassen, beispielsweise auf rutschigen Fahrbahnen. Unterwegs gibt der Volvo seinem Fahrer keine Probleme auf. Das Fahrverhalten ist sicher und zudem mit einer Armada an elektronischen Helfern flankiert.

Bei der Federung legten Volvos Ingenieure die Betonung auf Komfort. Querfugen und unebene Fahrbahnbeläge werden allerdings deutlich an die Insassen weiter gegeben. Das Platzangebot des Kombi ist vorn und auf den Rücksitzen gut. Etwas Enttäuschung kommt beim Öffnen der Heckklappe auf: Durch das üppige Batteriepaket im Heck ist der Laderaum arg geschrumpft.

304 Liter stehen noch zur Verfügung, 125 Liter weniger als beim normalen Modell und damit für einen Familienkombi recht wenig. Zudem erhöht die Abdeckung der Batterien die Ladekante. Wer etwa seinem Labrador-Rüden das Abteil zumuten möchte, wird angesichts des Platzangebotes nachdenklich. Volvo nimmt für sich in Anspruch, in der Premiumliga zu spielen.

Entsprechend hinterlässt die Verarbeitung einen guten Eindruck, aber nicht einen makellosen. So überraschten Petitessen wie Farbsprünge zwischen den Kunststoff- und Metallteilen der Karosserie bei dem weiß-lackierten Testwagen oder Passungenauigkeiten rund um den Navibildschirm. Als Käufer haben Volvos Marketingfachleute eine avantgardistische Klientel im Visier, die zudem eine hohe Technikaffinität besitzt sowie ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein.

Doch das wird kaum langen. Ein gut gefülltes Konto ist wohl angesichts eines Einstiegspreises von 58.710 Euro ebenso nötig. Damit ist jedoch noch längst nicht das Ende der Preisspirale erreicht. Beim üppig ausgestatteten Testwagen addierten sich unter dem Strich 72.870 Euro. So oder so, da muss man lange fahren, um zu sparen.

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