Unwetter: Vor der Reparatur das Okay der Versicherung einholen

Von: amv
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Unwetterschäden Auto
Bei Unwetterschäden müssen sich Autofahrer genau nach den Versicherungsbedingungen erkundigen. Foto: dpa

Aachen. Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, beschädigte Autos: Schwere Unwetter haben in den vergangenen Tagen Feuerwehr und Polizei in der Region in Atem gehalten. Autobesitzer fragen sich angesichts von Elementarschäden, wer zahlt bei zerschlagenen Autoscheiben oder zerbeulten Motorhauben?

„Teil- oder vollkaskoversicherte Fahrzeuge sind bei Hagel grundsätzlich in vollem Umfang versichert“, beruhigt Wolfgang Sigloch von der Sachverständigenorganisation Dekra in Stuttgart: „Der Besitzer ist allerdings verpflichtet, seiner Versicherung den Schaden unverzüglich mitzuteilen - telefonisch, schriftlich oder per Mail.“

Diese Meldung muss den Tag, die Uhrzeit und den Ort des Schadenereignisses möglichst genau nennen. „Zur Beweissicherung kann es durchaus sinnvoll sein, das Ausmaß des Schadens unmittelbar nach dem Hagelschlag durch Fotos zu dokumentieren, etwa mit dem Smartphone“, rät Dekra-Schadenexperte Bernd Grüninger. Autofahrer unterliegen bei Hagelschäden zudem der Schadenminderungspflicht. „Eingeschlagene Autoscheiben zum Beispiel müssen abgedeckt werden, damit das Fahrzeug nicht mehr als unvermeidbar durch nachfolgenden Regen beschädigt wird“, erläutert der Experte.

Dagegen dürfen Notreparaturen oder Teilinstandsetzungen am Fahrzeug nicht ohne Rücksprache mit der Versicherung in Auftrag gegeben werden: „Der Betroffene braucht die Deckungszusage seines Versicherers, sonst muss er die Rechnung unter Umständen aus eigener Tasche bezahlen.“ Nach der Schadenmeldung vereinbart in der Regel der Versicherer mit dem Fahrzeughalter einen Besichtigungstermin. Dabei ermittelt ein Sachverständiger die Schadenhöhe und, wenn nötig, auch den Wiederbeschaffungswert und den Restwert des Fahrzeugs. Der Gutachter berücksichtigt die gängigen Reparaturmethoden für die Hagelschadenbeseitigung - wie etwa die lackschadenfreie Reparatur - und legt den Reparaturweg fest.

Dem Autofahrer steht es dann frei, sein Fahrzeug reparieren oder sich die Schadensumme auszahlen zu lassen. Wer sich für die Reparatur entscheidet, sollte prüfen, ob der Versicherungsvertrag eine Werkstattbindung vorsieht. In diesem Fall ist der Halter verpflichtet, den Schaden in einer Werkstatt instand setzen zu lassen, die von der Versicherung benannt wird. Bei anderen Verträgen kann er eine Werkstatt seines Vertrauens beauftragen. Achtung: Wer ein Auto verkauft, muss einen eventuellen Vorschaden durch Hagel gegenüber dem Käufer angeben. Ansonsten hat der unter Umständen das Recht, vom Kaufvertrag zurückzutreten. „Viel Aufwand und Umstände können sich Autofahrer vorsorglich in die Garage fahren oder an einer anderen geschützten Stelle in Sicherheit bringen“, legt Dekra-Sprecher Sigloch Autobesitzern zudem ans Herz. nom

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