Unpopulärer Musterknabe aus Japan: Der Honda Accord

Von: dpa
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Gute Autos müssen Kunden nicht immer überzeugen. Eindrucksvoll belegt das der Honda Accord: Das japanische Mittelklassemodell mit langer Historie bringt Technikexperten zum Staunen, gilt optisch aber eher als Langweiler. In der Gunst vieler Autokäufer steht der Accord hinter Konkurrenten wie dem VW Passat oder dem Mazda6 an. Dabei konstatiert der ADAC: „Modelle ab 1998 haben fast keine Schwächen.” Foto: dpa

Berlin. Gute Autos müssen Kunden nicht immer überzeugen. Eindrucksvoll belegt das der Honda Accord: Das japanische Mittelklassemodell mit langer Historie bringt Technikexperten zum Staunen, gilt optisch aber eher als Langweiler. In der Gunst vieler Autokäufer steht der Accord hinter Konkurrenten wie dem VW Passat oder dem Mazda6 an. Dabei konstatiert der ADAC: „Modelle ab 1998 haben fast keine Schwächen.”

Bis zu diesem Baujahr rissen Zahnriemen, und es brannten Zylinderkopfdichtungen durch. Auch fiel der Wagen mit feuchten Verteilerkappen und streikenden Anlassern auf. Bei der Hauptuntersuchung blieb der Japaner ebenfalls meist unauffällig: Der TÜV nennt als Hauptursache für Pannen bei von 1998 bis 2003 gebauten Modellen leere Batterien.

Ärger machten auch undichte Kühler. Bei Baujahren bis 2008 sorgten nur noch seltene Elektrik- und Kupplungsprobleme für Unmut. Erst bei mindestens acht Jahre alten Fahrzeugen machen oft die Bremsen Probleme.

Allerdings gab es drei Rückrufe für den Accord: Exemplare von 1998 mussten wegen brüchiger Kabel des Klimaanlagenkompressors zurück in die Werkstätten. Außerdem mussten Defekte an Zündschlössern (1999/2000) und Kabelsträngen der Rückleuchten (2004) behoben werden.

Unter dem Modellnamen Accord baut Honda seit 1976 Autos, seit 2008 mittlerweile in achter Generation. Zuletzt wurde der als Limousine und Kombi erhältliche Japaner zum Frühjahr 2011 überarbeitet. Die beiden Generationswechsel davor ließ Honda 1998 und 2003 erfolgen. Das Coupé stellte Honda hierzulande 2003 ein.

Zum jüngsten Facelift sind die Motoren dem Hersteller zufolge sparsamer geworden. Genügsamstes Aggregat ist ein 2,2 Liter großer Selbstzünder mit 110 kW/150 PS, dessen Normverbrauch im besten Fall bei 5,3 Litern liegt (CO2-Ausstoß: 138 g/km).

Je nach Baujahr und Auflage leisten die Diesel ab der 2003 eingeführten siebten Generation zwischen 103 kW/140 PS und 140 kW/190 PS. Die entsprechenden Benziner decken eine Spanne von 114 kW/155 PS bis 148 kW/201 PS ab.

Da das Hauptmanko des Accord, Mängel an der Bremsanlage, erst spät auftritt, ist der Wagen als Gebrauchter eine besser Wahl als manch ein anderer. Für ein Stufenheck von 2008, etwa den Accord 2.0 mit 115 kW/156 PS in der Basisausstattung Comfort sollten laut der Schwacke-Liste noch rund 12 700 Euro einkalkuliert werden.

Der Accord 2.2i-DECT Elegance mit 110 kW/150 PS aus dem gleichen Jahrgang steht mit rund 14 850 Euro in der Preissammlung. Solch ein Diesel ist im Durchschnitt 69 400 Kilometern gelaufen gegenüber 53 200 Kilometern beim Benziner.

Wer einen Kombi bevorzugt, muss zum Beispiel für den mit 148 kW/201 PS stärksten Benziner des Baujahrs 2010, den Accord Tourer 2.4 Executive, gut 23 250 Euro einplanen - bei einer angenommenen Laufleistung von 35 950 Kilometern.

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