Toyota GT 86: Boxer mit Kalkül

Von: Norbert Michulsky, dapd
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Toyota GT 86
Ab September wird der GT 86 als neues, sportliches Flaggschiff in den Schaufenstern stehen. Ein 2+2-Sitzer mit 147 kW/200 PS, gebaut nach klassischer Manier, mit 29.990 Euro sogar erschwinglich. Foto: dapd

Köln. Dreimal sicherte sich Toyota den Markentitel in der Rallye-Weltmeisterschaft. Zweimal stand am Ende der jeweiligen Rallye-Saison der Toyota-Fahrer Carlos Sainz auf der obersten Stufe des Siegertreppchens.

Das war vor rund 20 Jahren und Toyota besaß damals ein sportliches Image. Danach ließ der japanische Hersteller Sportwagenfans darben. MR2, Celica und Supra rutschten aus dem Angebot. Die Zeit der biederen Kleinwagen und Familienkutschen begann. Doch das soll sich nun ändern.

Ab September wird der GT 86 als neues, sportliches Flaggschiff in den Schaufenstern stehen. Ein 2+2-Sitzer mit 147 kW/200 PS, gebaut nach klassischer Manier, mit 29.990 Euro sogar erschwinglich. Zwar jubelt Toyota, der GT sei „der weltweit einzige Sportwagen mit vorn eingebautem Boxermotor und Hinterradantrieb”, doch das stimmt so nicht ganz.

Ebenfalls noch in diesem Jahr tritt Subaru mit dem BRZ an. Das ist kein Zufall, denn beide Sportler sind weitgehend baugleich. Subaru entwickelte die Grundkonstruktion und den Boxermotor. Toyota steuerte technisches Know-how für Motor, Getriebe und Fahrwerk bei. Für das Fahrgefühl ihrer jeweiligen Variante übernahm jedes Unternehmen selbst die Verantwortung.

Toyota spendierte dem Sauger die erprobte Einspritzanlage D4-S, eine Kombination aus Saugrohr- und Direkteinspritzung. Sie soll spontanes Ansprechen auf die Befehle des Gasfußes und einen akzeptablen Verbrauch gewährleisten. Laut Datenblatt konsumiert der GT 7,8 Liter je 100 Kilometer. Erst jenseits von 7.400 Umdrehungen pro Minute signalisiert der Drehzahlmesser den roten Bereich. Dann muss zum manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe gegriffen werden oder die optionale Sechs-Stufen-Automatik greift ein.

Die Leistung des GT86 wird über ein automatisches Torsen-Sperrdifferenzial auf die Hinterräder übertragen, das in jeder Fahrsituation für optimale Traktion bürgt. Toyota nennt als Fahrleistungen eine Höchstgeschwindigkeit von 226 Kilometern pro Stunde (km/h). Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 werden 7,6 Sekunden veranschlagt.

Dem sportlichen Anspruch folgend wurde das Interieur konzipiert. Das dreiteilige Kombinationsinstrument wird von dem zentral platzierten großen Drehzahlmesser dominiert. Die gesamte Anordnung, Skalierung und Beschriftung aller Instrumente soll bestmögliche Ablesbarkeit gewährleisten. Fahrer und Beifahrer finden reichlich Platz, allerdings auch eine Umgebung vor, die etwas trist ausgekleidet wurde. Die Fondsitze dienen eher als ergänzende Ablage, denn das Kofferraumvolumen beträgt nur 243 Liter.

Das äußere Karosseriekleid schneiderte Toyotas Formgestalter in klassischer, aber keineswegs altbackenen Manier. Die Form des Kühlergrills wie auch der durchdringende Blick der Xenon-Scheinwerfer und der LED-Tagfahrleuchten sowie die ausgestellten Radhäuser betonen die Sportlichkeit des GT 86.

Toyota präsentiert den GT 86 mit einer formidablen Grundausstattung, samt 17-Zoll-Rädern und Xenon-Licht. Auf elektronische Assistenzsysteme wie Totwinkel- oder Spurhaltewarner muss der Käufer verzichtet. Sieben Airbags sowie ESP haben zu reichen.
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