Bonn - Runderneuerte Reifen: Alternative mit Imageschaden

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Runderneuerte Reifen: Alternative mit Imageschaden

Von: amv
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Reifen
Fehlende Sicherheit oder günstiger Preis? Die Meinungen bei runderneuerte Reifen gehen auseinander. Foto: dpa

Bonn. Da gehen die Meinungen auseinander. Die einen schwören auf runderneuerte Reifen, weil sie günstig sind und umweltschonend hergestellt werden. Die anderen monieren deren angeblich fehlende Sicherheit.

Dabei können die recycelten Reifen mit den neuen in punkto Qualität und Sicherheit mithalten,  versichert Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), in Bonn.

Runderneuerte Reifen unterliegen wie Neureifen den Typengenehmigungsverfahren und werden regelmäßig entsprechend der ECE-Regelungen 108 (für Autos) und 109 (für Lastkraftwagen) geprüft und auch auf die Runderneuerten gewähren die Hersteller zwei Jahre Garantie. Eine Liste der Runderneuerungsbetriebe hat der BRV im Internet veröffentlicht (www.brv-bonn.de). Erkennbar ist die Secondhand-Ware auf der Reifenflanke. Dort stehen die E-Nummer (108 R, 109 R), der Vermerk „runderneuert“ oder „retread“, das Herstellungsland (E1 für Deutschland), das Datum der Runderneuerung und die Kürzel für Reifengröße, Geschwindigkeitsklasse und Lastindex. 

Runderneuert ist allein die Lauffläche, der intakte Reifenunterbau bleibt, erläutert Drechsler. Das Facelift funktioniert folgendermaßen: Nachdem eine computergesteuerte Rauhmaschine den alten Gummi millimetergenau entfernt hat, wird die fabrikneue Rohgummimischung aufgebracht und erhält mit einer Heizpresse unter Druck und einer Temperatur von 160 Grad Celsius ihr Profil. Verwendet werden nur Karkassen namhafter Neureifenhersteller, deren Alter und Beschaffenheit den ECE-Richtlinien entsprechen und keine Beschädigungen aufweisen. Rund 30 Prozent der Altteile überstehen die Tests. Im Gegensatz zu Lkw- und Flugzeugreifen werden die für Autos nur einmal aufgearbeitet. 

Neben Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen werden laut Drechsler ebenso  Runflat- und Ultra High Performance-Reifen (UHP) runderneuert. Derzeit sind Reifen bis zu 270 Kilometer pro Stunde (Geschwindigkeitsindex W) für die Aufarbeitung zugelassen. 

Die Runderneuerten punkten nach Aussage des Reifenfachmanns qualitativ vor allem im Vergleich zu den sogenannten Low-Budget-Reifen aus Asien, die preislich im direkten Wettbewerb mit den Runderneuerten stehen. Aber auch mit ihrer nachhaltigen Produktion und den günstigen Preisen. Für die Fertigung eines Neureifens sind 28,5 Liter Erdöl nötig. Das Recycling reduziert sich auf 20 Prozent davon. Allein die Wiedernutzung der Karkasse spart im Vergleich zur Neureifenherstellung 70 Prozent Energie. Die Entsorgung des Altreifens entfällt. Auch die Abfallprodukte werden wiederverwendet, beispielswiese für Tartanmischungen auf Sport- und Spielplätzen. Schlussendlich beträgt der preisliche Vorteil gegenüber der neuen Premiumware bis zu 50 Prozent, so Drechsler. 

Nach Erfahrungen des Stuttgarter Magazins auto, motor und sport können runderneuerte „Reifen in wichtigen Merkmalen mit neu produzierten durchaus mithalten“. So hätten Tests runderneuerten Winterreifen eine ausgezeichnete Haftung auf Schnee bescheinigt. Auch die Schnelllauftauglichkeit sei in aller Regel tadellos. Einbußen muss man nach Darstellung des Blattes dennoch hinnehmen, etwa bei den Brems- und Handlingeigenschaften. Zudem sei der Verschleiß in der Regel um etwa 30 Prozent höher.

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