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Renault Mégane: Auf die französische Weise

Von: Norbert Michulsky
Letzte Aktualisierung:
renault megane
Renautl-Chef Carlos Ghosn posiert neben dem neuen Mégane. Foto: dpa

Brühl. Seit seinem ersten Auftritt wird der Renault Mégane gerne als Konkurrent des VW Golf bezeichnet. Doch dem Wolfsburger Bestseller konnte er bislang nicht wirklich das Wasser reichen und war allenfalls eine Wahl für jene Käufer in der Kompaktklasse, denen der Golf einfach zu bieder erschien.

Mit der nun vierten Generation wird der Abstand kleiner. Der Mégane präsentiert sich bereits optisch als ein muskulöses Stück Auto. Mit raffiniert gezogenen Linien, flacher und breiter als der Vorgänger, klar gezeichnet und selbstbewusst dürfte er mit seinem sportlichen Design vor allem jüngere Käufer ansprechen.

Dabei zeigt sich der Mégane ENERGY dCi 110 EDC (Basispreis: 27.590 Euro/Testwagenpreis: 32.440 Euro) ganz in der aktuelle Produktlinie von Renault. Das setzt sich im Inneren nahtlos fort. Dort präsentiert sich der kompakte Renault als so sauber und penibel verarbeitet, dass kein Raum für Mäkeleien bleibt. Das Bemühen um hochwertiges Interieur zeigt sich bis hin zu Details wie den mit Auslegware bestückten Türtaschen.

Etwas aufpassen sollte man beim Einsteigen auf den Frontsitzen. Aufgrund der schrägen Silhouette läuft man rasch Gefahr, sich an der A-Säule und der Dachkante eine Kopfnuss einzufangen. Das hochkant gestellte 8,7-Zoll-Display hat mittlerweile in so manchem Renault Einzug gehalten. Allerdings bedarf das Infotainment- und Bedienungssystem einer gewissen Lernphase und gestaltet sich mitunter als verschachtelt.

Headup-Display (Aufpreis: 1190 Euro) oder diverse elektronische Helfer wie Einparkhilfe oder der adaptive Tempomat erleichtern den automobilen Alltag. Warum allerdings dieses Fahrassistenzsystem im Citybetrieb, also bis Tempo 50, nicht genutzt werden kann, ist ein unbeantwortete Frage. Einen eigenen Weg geht Renault auch bei der Individualisierung. Statt unterschiedlicher Fahrmodi wie beim VW wählt man beim Mégane verschiedene Sinneswelten.

Das „Multi-Sense-System“ nimmt zwar Einfluss auf Lenkcharakteristik, Motorsound, Getriebe-Strategie und Gasannahme, doch ebenso das Ambiente ändert sich. Im Komfortmodus beispielsweise wechselt das Aussehen des Displays. Der Innenraum schimmert dann in warmen Farben und der Sitz startet mit einer sanften Massage. Das Kofferraumvolumen bewegt sich mit 384 Litern auf Klassenstandard. Maximal können 1247 Liter untergebracht werden. Allerdings: die Ladekantenhöhe von 73 Zentimeter geht in den Rücken und das Gepäck muss zudem über eine 27 Zentimeter breite Schwelle bugsiert werden.

Innen geht es dann hinter der Ladekante 22 Zentimeter nach unten. Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit seinen 110 PS liefert keine überragenden Fahrleistungen, bietet aber durchaus ein entspanntes Vorwärtskommen und maßvollen Verbrauch. Im automobilen Alltag zeigt der Bordcomputer knapp unter fünf Liter je 100 Kilometer an. Renault nennt als Höchstgeschwindigkeit 188 Kilometer pro Stunde (km/h) sowie einen Sprintwert aus dem Stand auf Tempo 100 von 12,3 Sekunden.

Gekoppelt ist der Turbodiesel mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe - eine harmonische Lösung. Zeitgemäß installiert Renault in den Mégane-Diesel einen Oxidationskatalysator. Im Fahrbetrieb zeigt sich das 4,36 Meter lange Kompaktmodell als sicheres und je nach Fahrmodus komfortables Fahrzeug, bei dem die diversen elektronischen Helferlein aufgabengerecht zu Wege gehen. Die ausgewogene Feder-Dämpfer-Abstimmung ist komfortabel im Wesen und dennoch ausreichend straff, um keine die Fahrsicherheit beeinträchtigende Schwammigkeit aufkommen zu lassen.

Alles in allem hat Renault den Mégane in der hart umkämpften Kompaktklasse geschickt in Stellung gebracht. In den klassischen Ingenieurstugenden, etwa Fahrverhalten oder Fahrleistungen, offenbart er keine Schwächen. Mit einer gelungenen Optik und einem gewissen Charme kann er sich um Konkurrenzumfeld gut sehen lassen. Verbrämt wird die Offerte mit einer fünfjährigen Garantie.

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