Renault Clio Grandtour: Mit großer Klappe

Von: amv
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Renault Clio
Großes Gepäckabteil: Beim Renault Clio Grandtour beträgt das Kofferraumvolumen 443 Liter - und bei umgelegter Rückbank 1380 Liter. Foto: dpa

Brühl. Auf große Reise gehen mit einem Renault Clio? Mit der Kombiversion des Kompaktmodels, passenderweise „Grandtour“ genannt, kein Problem. Auch wenn man es dem 4,63 Meter langen Kombi auf den ersten Blick gar nicht ansieht, so macht er seinem Namen doch alle Ehre.

Erwachsen und fast schon elegant steht der französische Viertürer auf der Straße. Vor allem in der Seitenansicht haben die Designer der gegenüber der Limousine um gut 20 Zentimeter längeren Karosserie durch die aufeinander zulaufenden Linien von Dach- und Fensterform eine gelungene Dynamik gegeben. Hinter der großen Heckklappe liegt ein überraschend geräumiges Ladeabteil. Bei voller Besetzung bietet der kompakte Renault dort bis zur Fensterunterkante ein Volumen von 443 Litern. Mit je einem Handgriff lassen sich die Lehnen der asymmetrisch geteilten Rückbank umklappen. Dann fasst der Clio bis zu 1380 Liter Gepäck.   

Die niedrige Ladekante mit einer Höhe von 590 Millimetern sowie die Breite von 1010 Millimetern zwischen den Radhäusern machen es einfach, selbst sperrige Gegenstände zu verladen. Ab dem Ausstattungsniveau „Dynamique“ ist zudem die Beifahrerlehne nach vorne umklappbar. Mit einer Ladelänge von 2,48 Metern steht dem Einkauf im Möbelhaus dann nichts mehr im Weg. Zudem beträgt die Nutzlast 450 Kilogramm - auch hier zeigt der Clio keine Schwächen. Dafür aber bei der Ladungssicherung: während die chromfarbene Dachreling ab Werk montiert ist, muss ein Sicherheitstrennnetz (160 Euro) gesondert geordert werden. Verzurrmöglichkeiten gibt es keine. Optional erhältlich sind nur Aufbewahrungsnetze für den Kofferraum (39 Euro) oder eine wendbare Schale (39 Euro). So geräumig das Ladeabteil ist, so sehr wünscht man sich im Innenraum die eine oder andere Ablagemöglichkeit mehr. Einen Ort für Telefon, Wasserflaschen oder Reiseunterlagen zu finden, ist nicht ganz leicht.   

Einfach ist es jedoch, sich an Bord des Clio Grandtour wohl zu fühlen. Die Raumatmosphäre zeigt sich großzügig und einladend, selbst im Fond. Etwas enger wird es für die Knie nur dann, wenn der Vordermann länger als 1,70 Meter ist. Vorne gibt es in dieser Hinsicht keinerlei Einschränkung. Der Fahrersitz lässt sich in der Höhe verstellen, das Lenkrad sich in Längs- und Vertikalrichtung exakt auf die Proportionen des Fahrzeuglenkers justieren. Etwas mehr Festigkeit indessen könnten die Polster gebrauchen. Sie sind sowohl an der Sitzfläche - allgemein etwas kurz - als auch an der Lehne etwas weich ausgefallen. Das macht sich allerdings erst auf längeren Fahrten unangenehm im Rücken bemerkbar.   

Entspannt ist dafür die Bedienung der Instrumente. Der Armaturenträger wurde ergonomisch gestaltet. In kurzer Zeit hat man alle Funktionen erfasst. Über den zentral montierten großen Touchscreen lassen sich alle Funktionen des Multimedia-Systems (Serie ab Dynamique) dank einer gut durchdachten Programmierung nutzen. Außer Navigation und Radio mit USB-Anschluss wird ebenso das Telefon inklusive Freisprecheinrichtung von hier aus bedient. Theoretisch klingt das wunderbar. Aber in der Praxis hapert es ab Tempo 100 mit der Verständigung.  Neben den Wind-und Abrollgeräuschen macht sich nämlich auch der 90 PS starke Dreizylinder mit 0,9 Litern Hubraum unüberhörbar bemerkbar.   

Mit einem maximalen Drehmoment von 135 Newtonmetern bei 2500 Umdrehung gibt sich der Benziner angenehm durchzugsstark und agil. Von Null auf Tempo 100 geht es in 12,2 Sekunden (Werksangaben). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 182 Stundenkilometer. Orientiert sich der Gasfuß allzu sehr gen Boden, schnellt der Verbrauch in die Höhe. Der von Renault angegebene Normverbrauch von 4,5 Litern verdoppelt sich dann. Aber selbst bei gelassener Fahrweise und einem ausgewogenem Mix aus Autobahn, Landstraßen und Stadtverkehr pendelt sich die Angabe des Bordcomputers eher bei einer guten Sechs als bei einer Fünf vor dem Komma ein.    Dem Fahrwerk-Setup gaben die Ingenieure einen straffen, sportlichen Charakter. Zusammen mit dem kurzen Radstand führt das bei kurzen Querfugen zwar zu leicht störenden Stößen. In schnell gefahrenen Kurven oder bei Ausweichmanövern verhält sich der Wagen hingegen tadellos. ESP und ein Bremsassistent sind ab Werk mit an Bord. Bei einer Notbremsung wird die Warnanlage aktiviert.   

Tadellos geeignet für die große Reise ist zudem die Ausstattung eines Clio Grandtour Dynamique (17.300 Euro). Klimaanlage, eine Softtouch-Auflage der Armaturentafel und allerlei Chromzierrat ergänzen die grundsätzlich schon reichhaltige Serienausstattung des Kombis. Bereits das Einstiegsmodell (ab 13.800 Euro) bietet unter anderem einen höhenverstellbaren Fahrersitz, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Tempomat oder LED-Tagfahrlicht.

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