Losheim am See/Bonn - Reifenlabel: Was die neuen Aufkleber aussagen

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Reifenlabel: Was die neuen Aufkleber aussagen

Von: Silke Koppers, dapd
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Reifen tragen künftig Aufkleber. Das Label für ab dem 1. Juli produzierte Reifen klärt über Energieeffizienz, Grip auf nassen Straßen und Geräuschlevel auf. Foto: dpa

Losheim am See/Bonn. Reifen tragen künftig Aufkleber. Das Label für ab dem 1. Juli produzierte Reifen klärt über Energieeffizienz, Grip auf nassen Straßen und Geräuschlevel auf.

Bereits jetzt ist der ein oder andere Reifen mit diesen Informationen versehen, ab 1. November ist sie für alle Pneus Pflicht. Das von der EU verordnete Label soll als Qualitätsausweis dienen.

Doch laut einer Umfrage der Überwachungsorganisation KÜS unter rund 1.000 Autofahrern kennen 87 Prozent der Befragten die Kennzeichnungspflicht und ihren Nutzen noch nicht einmal. Zugleich wünschen sich die Befragten kraftstoffsparende und sicherere Reifen. Und genau darüber kann nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) das Label Auskunft geben.

Die Informationen auf dem Aufkleber sind aufgebaut wie das Energielabel für Haushaltsgeräte: Für den Rollwiderstand - dargestellt mit einem Reifen samt Zapfsäule - und die Nasshaftung ist A die Bestnote, der unterste Wert ist G. Zudem sind die Buchstaben farblich unterlegt, wobei Grün eine gute Leistung signalisiert, Gelb und Orange eine mittlere und Rot eine schlechte.

Der Rollwiderstand ist die Kraft, die aufgebracht werden muss, um den Reifen am Laufen zu halten. Je höher der Rollwiderstand, desto höher der Kraftstoffverbrauch. Zwischen den einzelnen Energieeffizienzklassen liegt nach Angaben des DVR ein zusätzlicher Kraftstoffverbrauch von durchschnittlich etwa einem Liter auf 1.000 Kilometer Strecke, was etwa der Distanz von Flensburg nach Salzburg entspricht. Ein Reifen der Klasse C verbraucht also auf 1.000 Kilometern durchschnittlich einen Liter mehr Kraftstoff als ein Reifen der Klasse B. Das entspricht zurzeit etwa 1,70 Euro Kraftstoffkosten.

Lautstärke nun ablesbar

Neben der Energieeffizienz wird auch der Grip auf nasser Straße bewertet. Je besser die Nasshaftung, desto kürzer ist der Bremsweg auf nasser Fahrbahn. Dargestellt wird die Nasshaftung auf dem Label durch einen Reifen und eine Regenwolke. Zwischen den einzelnen Klassen, etwa zwischen B und C, liegt ein zusätzlicher Bremsweg von drei bis sechs Metern auf nasser Straße bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde (km/h). Das bedeutet, dass ein Reifen der Klasse C auf einer durchschnittlich griffigen Straße vier Meter und damit eine gute Wagenlänge später zum Stehen kommt als einer der Klasse B.

Als drittes Kriterium ist auf dem Informationsschild die Lautstärke des Abrollgeräusches abzulesen. Sie ist in Dezibel (dB) angegeben und wird durch ein, zwei oder drei Schallwellen symbolisiert, wobei eine Welle den leisesten und drei Wellen den lautesten Reifen kennzeichnen. Das außen wahrnehmbare Geräusch ist übrigens nicht gleichbedeutend mit der Geräuschbelastung im Fahrzeuginneren, diese kann deutlich geringer sein.

Zahlreiche Qualitätskriterien

Auch wenn das neue Label mit seinen Informationen bei der Kaufentscheidung helfen kann, so ist die Aussagekraft dieser Information laut DVR dennoch begrenzt. Denn die Reifentechnologie ist deutlich komplexer, als viele Autofahrer annehmen. So weisen besonders kraftstoffeffiziente Reifen in der Regel einen schlechteren Bremsweg auf nasser Fahrbahn auf als solche, die einen höheren Rollwiderstand haben. Dieser Konflikt beschäftigt die Hersteller von Qualitätsreifen bereits seit Jahren: Ziel ist es, bei beiden Kriterien ein möglichst hohes Niveau zu erreichen.

Außerdem wird die Qualität eines Pneus von zahlreichen weiteren Kriterien bestimmt, unter anderem von der Fahrstabilität, der Seitenführung in Kurven, der Trockenhaftung und der Lebensdauer. Bei Winterreifen spielt auch der Grip auf Schnee und Eis eine große Rolle. Diese Kriterien bewerten Automobilclubs und Prüforganisationen in regelmäßigen Reifentests.

„Die Reifen sind das einzige, was das Fahrzeug mit der Straße verbindet - die Auflagefläche jedes Reifens ist gerade einmal so groß wie eine Postkarte. Deshalb gilt: Besser den Reifen mit dem kürzeren Bremsweg wählen und Kraftstoff durch vorausschauendes Fahren, regelmäßige Luftdruckprüfungen und frühes Hochschalten einsparen”, empfiehlt DVR-Präsident Walter Eichendorf.
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