Porsche Macan: Der Angriff des kleinen Tigers

Von: amv
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Porsche Macan
50.000 Einheiten des Porsche Macan sollen in einem vollen Jahr im Werk in Leipzig zunächst einmal gebaut werden. Foto: dpa

Stuttgart. Ein Aufschrei ging durch die Porschegemeinde. 2002 verließ der Sportwagenbauer seine Spur, stellte den Cayenne in die Schaufenster und damit die Weichen für seine Zukunft. Die Entscheidung für den Bau erwies sich als goldrichtig. Der Cayenne wurde zu einem Verkaufsschlager.

Von den annähernd 120.000 Autos, die Porsche in den ersten neun Monaten diesen Jahres auslieferte, waren 63.000 Cayenne. Der Rest verteilte sich zu fast gleichen Teilen auf 911, den kleineren Boxster/Cayman sowie die sportliche Limousine Panamera. Schon bei der ersten Begegnung zeigt sich, Porsches jüngste Kreation macht auf Asphalt und unbefestigten Wegen eine hervorragende Figur. Allein die Kenndaten machen Lust aufs Fahren. Der 3,0-Liter-V6-Turbodiesel beschleunigt mit seinen 258 PS den Macan S Diesel (57.930 Euro) in 6,3 Sekunden von null auf Tempo 100 (Werksangaben). Den Verbrauch gibt Porsche mit 6,3 Liter Diesel im Mix an. Die zweite Variante, der Macan S (57.930 Euro), leistet 340 PS und passiert nach 5,4 Sekunden die 100-Markierung auf dem Tacho. 9,0 Liter Super verbraucht der 3,0-Liter-V6-Biturbo-Motor laut Norm. Spitzenreiter im Trio ist der Macan Turbo (79.826 Euro) mit seinem 3,6-Liter-V6-Biturbo-Motor (400 PS). Er sprintet aus dem Stand auf Tempo 100 in 4,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 266 Kilometer pro Stunde (km/h). Normverbrauch: 9,2 Liter Super.

50.000 Einheiten des Macan sollen in einem vollen Jahr im Werk in Leipzig zunächst einmal gebaut werden. Ob das reicht, ist fraglich. Denn die Resonanz auf den geschrumpften Cayenne ist riesig, vor allem in China, Russland und den USA. Solches Interesse ist nachvollziehbar, denn die Ingenieure und Designer in Zuffenhausen haben es geschafft, dem kompakten SUV, der auf der Plattform des Audi Q5 steht, die entscheidenden Porsche-Gene zu implantieren. Das fängt mit der Optik an. Dabei lehnt sich der 4,68 Meter lange, 1,92 Meter breite und 1,62 Meter hohe Macan zwar deutlich an den großen Cayenne-Bruder an, besitzt aber durchaus eine eigenständige Linie. So senkt sich beispielsweise die Motorhaube fugenlos bis auf die Radhäuser. Öffnungen für die an den Elfer erinnernden Scheinwerfer wurden dabei ausgespart.

Die Front des neuen SUV strahlt mit Kühlergrill und Lufteinlässen jene Portion Aggressivität aus, die einem Sportler gut zu Gesicht steht. Das gilt desgleichen für die breit ausgestellten Schultern und das relativ flach nach hinten abfallende Dach. In die Seiten haben die Designer ein wenig oberhalb der Seitenschweller als Schmankerl so genannten Blades eingelassen, die es in unterschiedlichen Farben oder Materialien gibt. Hinten wölbt sich ein extrem breit erscheinendes Heckteil. Für dessen optische Breite sorgen unter anderem die recht schmalen, aber langgezogenen Rückleuchten. Der Innenraum lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass man in einem Porsche sitzt. So befindet sich das Zündschloss traditionell auf der linken Seite. Auf der Mittelkonsole liegt eine Schalterleiste, wie sie aus anderen Modellen der Sportwagenschmiede bekannt ist und die die Schalter für Offroad- oder Sportmodus beherbergt. Mittendrin ragt der Hebel für das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das im Macan ebenso serienmäßig ist wie der Allradantrieb. Generell vorhanden ist auch ein Multifunktionslenkrad mit Schaltpaddels, dessen Design aus dem 918 Spyder stammt.

Erfreut nimmt man zur Kenntnis, dass trotz des flach verlaufenden Dachs im Fond die Kopffreiheit nicht eingeschränkt ist - zumindest bei Personen bis zu einer Größe von 1,85 Metern. Die Ladekante reicht weit nach unten, was das Beladen vereinfacht und der Gepäckraum beweist mit 500 Litern (maximal 1500 Liter bei umgeklappten Rückenlehnen) Alltagstauglichkeit. Für den Vortrieb stehen zum Marktstart im kommenden April zunächst drei Motoren zur Wahl. Auf alle Fälle folgt 2015 für Porsches Kompakt-SUV noch ein Plug-in-Hybrid und für den chinesischen Markt ein Vierzylinder. Dass der dann irgendwann in Europa ebenfalls zu haben sein wird, dürfte wahrscheinlich sein. Insgesamt bietet der Macan (indonesisch für "Tiger") ambitionierte Fahrdynamik mit klarem Porsche-Charakter, aber eben zu den hausbekannten hohen Preisen.

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