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Plakette entgegen dem Uhrzeigersinn lesen

Von: amv
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Kfz-Hauptuntersuchung
„Die Ziffern auf ihr sind gegen den Uhrzeigersinn angeordnet“, erläutert Philip Puls von TÜV Süd in München die Darstellung auf der Plakette. Foto: Arno Burgi

München. Neue Personenwagen und Anhänger bis 750 Kilogramm müssen erstmals nach drei Jahren, danach im Zweijahres-Rhythmus zur gesetzlich vorgeschriebenen Hauptuntersuchung (HU). Für alle anderen Fahrzeuge - einschließlich Motorräder und Oldtimer - gilt grundsätzlich die Zweijahres-Frist.

Taxen, schwere Wohnmobile oder Lastkraftwagen unterliegen besonderen Intervallen. Aufschluss über den nächsten Untersuchungstermin gibt die Prüfplakette. „Die Ziffern auf ihr sind gegen den Uhrzeigersinn angeordnet“, erläutert Philip Puls von TÜV Süd in München die Darstellung auf der Plakette. Zudem unterscheiden sich die Prüfsiegel von Jahr zu Jahr in der Farbe.

„Das ermöglicht den Ordnungsbehörden, schon von weitem zu erkennen, wann ein Fahrzeug zur Hauptuntersuchung muss. Sie können den fälligen Monat bei dieser Konstellation wie auf einer Uhr ablesen“, erklärt der TÜV Süd-Fachmann die Systematik: „Der Polizei erlaubt diese Lesart sogar bei Fahrt zu erkennen, ob das Fälligkeitsdatum überschritten ist.“

Die schwarzen, drei Millimeter dicken Balken von der Mitte bis an den Rändern sind immer um die Monate November bis Januar angebracht, also wie ein Stundenzeiger. Sie dienen, ebenso wie das Farbschema, der leichteren Kontrolle. „Weil der jeweilige Prüfungsmonat auf dem Prüfsiegel stets oben positioniert ist, ändert sich die Stellung des schwarzen Zeigers“, verdeutlicht Puls: „Stehen sie auf der rechten Seite, folgt daraus, dass das Fahrzeug im März zur Prüfung muss. Oben bedeutet demzufolge einen Termin im Dezember, unten im Juni und links im September.“

Für den Fälligkeitsmonat Juli zum Beispiel steht die 7 ganz oben, wodurch die schwarze Markierung gut erkennbar nach links unten zeigt, also 7 Uhr. Was viele Autofahrer nicht wissen: Der Prüfbericht der HU muss bis zur nächsten Fälligkeit aufbewahrt werden (§ 29 Abs.10 Satz 1 StVZO), und die Plakette unterliegt einem besonderen Schutz. Sie darf weder verändert noch mehrmals angebracht sein.

Wird der Termin zur HU überschritten, dann drohen Bußgeld und Punkte. Wer den Zeitpunkt zwei bis vier Monate verstreichen lässt, zahlt 15 Euro. 25 Euro werden fällig beim Überziehen von vier bis acht Monaten. „Alles darüber schlägt mit 60 Euro und einem Punkt zu Buche“, warnt der TÜV Süd-Fachmann: „Ab zwei Monaten Fristüberschreitung wird außerdem die sogenannte erweiterte HU fällig, der technische Check wird mit weiteren Tests ergänzt.“

Wurde dem Fahrzeug bei der Hauptuntersuchung keine Plakette zugeteilt, muss der Mangel oder müssen die Mängel umgehend behoben werden und innerhalb von vier Wochen zur Nachprüfung vorgestellt werden. Diese Frist bezieht sich auf das Datum der Untersuchung. Fällt der letzte Tag der Frist auf einen Sonn- oder Feiertag, so gilt der erste Werktag danach als Frist zur Wiedervorführung. Ist die Zeitspanne der Wiedervorführung überschritten, ist eine erneute Hauptuntersuchung fällig.

Während eines längeren Aufenthaltes im Ausland kann es passieren, dass die Prüf-Plakette abläuft. Dann besteht nach der Wiedereinreise in Deutschland das Risiko einer gebührenpflichtigen Anzeige. Auf ein Verwarnungs- oder Bußgeld kann verzichtet werden, wenn man nachweisen kann, dass das Fahrzeug bei der Ausreise aus Deutschland noch eine gültige Plakette hatte und danach ständig im Ausland war.

Trotz derartiger Nachweise ist es zulässig, eine Mängelanzeige zu verhängen. „Direkt nach der Wiedereinreise nach Deutschland sollte das Fahrzeug daher unverzüglich - im besten Fall an der grenznächsten Prüfstelle - zur HU gefahren werden“, rät der TÜV Süd-Fachmann.

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