Öko-Label für Neuwagen kaum bekannt und akzeptiert

Von: amv
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Öko-Label
Das Öko-Label für Neuwagen ist bisher kaum bekannt und akzeptiert. Foto: dpa

Stuttgart. Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Das vor mehr als einem Jahr eingeführte Öko-Label soll laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) Autokäufer zeigen, wie effizient ihr Wunschfahrzeug ist. Doch: Offenbar besitzt das Label bislang keinen spürbaren Einfluss auf das Konsumverhalten von Neuwagenkäufern.

„Für sie ist das Öko-Label nicht richtungsweisend, sie folgen eigenen Wünschen und setzen eigene Prioritäten.“ Diesen Schluss zieht Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) nach einer Auswertung der Kfz-Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für das Jahr 2012.

Demnach fallen lediglich 1.161.938 oder 37,7 Prozent aller im Jahr 2012 neu zugelassenen Pkw unter die als günstig angesehenen Energieeffizienzklassen A+, A oder B. Mit der besten Effizienzklasse A+ wurden nur 45.840 (1,5 Prozent) neu zugelassene Autos bewertet.

Nach Gründen für die geringe Akzeptanz hat in einer empirischen Studie das Center of Automotive in Bergisch Gladbach gesucht. Die Quintessenz der Untersuchung: Der Automobilhandel fördert die Akzeptanz des Labels bislang kaum und setzt es nicht aktiv als Orientierungshilfe im Verkaufsprozess ein.

Studienleiter Stefan Bratzel erläutert die Ergebnisse: „Nur 31 Prozent der befragten Automobilhandelsbetriebe geben an, dass die Verkaufsberater die Kunden im Verkaufsgespräch über die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung aufklären. Dagegen würden 59 Prozent den Kunden erst auf Nachfrage über das Öko-Label informieren, während zehn Prozent sogar in keiner Weise über die Verordnung informieren.“

Der Marktkenner warnt: „Die Studie zeigt, dass es dem Öko-Label aufgrund inhaltlicher Konstruktionsschwächen und Einführungsproblemen zwar noch an Akzeptanz fehlt. Allerdings suchen viele Konsumenten verlässliche Orientierungshilfen bei der Kaufentscheidung gerade auch in punkto Energie und Umwelt. Weder Hersteller noch Handel sollten die Wirkung solcher verpflichtender grafischer Kennzeichnungen auf den Autokauf unterschätzen.“

Ähnlich wie bei elektrischen Haushaltsgeräten gibt das Label Auskunft darüber, in welche Effizienzklasse der Neuwagen fällt. Auch die jährlichen Kraftstoffkosten und die Kfz-Steuer werden aufgeführt. Mit dem Pkw-Label lassen sich Fahrzeuge auf einen Blick miteinander vergleichen. Allerdings nur bedingt.

Einen der Kritikpunkte bei den bisherigen Labelvorschriften nennt ACE-Sprecher Hillgärtner: „Bei der Bestimmung der Effizienzklasse ist bislang nicht die absolute Menge des CO2-Ausstoßes entscheidend, sondern es sind die CO2-Emissionen im Verhältnis zum Gewicht des Fahrzeugs.“ Er nennt eine dena-Umfrage, die besagt, dass nur 31 Prozent der potenziellen Neuwagenkäufer das vermeintliche Umweltsiegel kennen - und von denen wissen nur zwei von Dreien, was die Kennzeichnung bedeutet.

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