Niesattacken stellen am Steuer eine Gefahr dar

Von: amv
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Heuschnupfen
An der frischen Luft ist Heuschnupfen nicht gefährlich, jedoch können die Niesattacken am Steuer eines Autos zu Unfällen führen.

Köln. Ungefähr jeden fünften Erwachsenen in Deutschland plagt Heuschnupfen. So ganz genau weiß das niemand. Den mikroskopischen-kleinen Pollen-Plagegeistern zu entkommen, ist so gut wie unmöglich. Eine einzige Roggenähre streut über vier Millionen Pollenkörner.

Der Wind trägt sie nicht selten hunderte Kilometer weit. Die winzigen Partikel genügen, um eine heftige Abwehrreaktion in Gang zu bringen. Kommen Allergiker mit solchen Pollen in Kontakt, läuft die Nase, schwellen die Augenlider, beginnt das Niesen, beginnt das Jucken. Das ist sicherlich höchst unangenehm für die Betroffenen, in aller Regel aber nicht sonderlich gefährlich. Außer, wenn der Allergiegeplagte gerade am Steuer eines Autos sitzt.

"Während einer Niesattacke schließen sich die Augen automatisch. Bei einem Tempo von 50 Kilometern pro Stunde (km/h) führt das zu einem Blindflug von etwa 14 Metern, bei Tempo 120 sind es sogar 60 Meter", rechnet Wiete Schramm, Gesundheitsexpertin von TÜV Rheinland in Köln vor. Um den Fahrer nicht in seiner Fahrtüchtigkeit einzuschränken, müssen Pollen also draußen bleiben. Ein Pollen- oder Partikelfilter hilft, ihnen den Weg ins Wageninnere zu blockieren.

Neue Autos verfügen oft serienmäßig über solche Filter. Ältere lassen sich zumeist in einer Fachwerkstatt nachrüsten. Wichtig: Der Filter sollte regelmäßig ausgewechselt werden. Naturgemäß hilft er nur dann, wenn Fenster und Schiebedächer bei der Fahrt geschlossen bleiben und die Klimaanlage angeschaltet ist. "Eine Sonnenbrille gegen die Lichtempfindlichkeit sollte ebenso griffbereit liegen wie Taschentücher und Nasenspray", empfiehlt die Ärztin.

Parken unter Bäumen ist möglichst zu vermeiden, da hier verstärkt Blütenstaub aufs Auto rieselt. Und damit der Fahrzeuginnenraum eine pollenarme Zone bleibt, sind Mäntel oder Jacken am besten im Kofferraum aufgehoben. Häufig nehmen Betroffene antiallergische Medikamente ein, um sich Linderung zu verschaffen. "Diese Arzneimittel unterdrücken zwar die unangenehmen Symptome, können aber oft gleichzeitig müde machen und die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit senken", gibt Wiete Schramm zu bedenken.

Vor der Einnahme sollte man auf jeden Fall seinen Hausarzt zu Rate ziehen. Um Heuschnupfen langfristig vorzubeugen, ist eine spezifische Immuntherapie eine sinnvolle Behandlungsmethode. "Dem Allergiker wird das jeweilige Pollenallergen in stufenweise steigender Dosierung zugeführt, um ihn so gegen die Pollen unempfindlich zu machen", erklärt die TÜV Rheinland-Expertin.

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