Neuer Corsa ist im besten Sinn ganz der Alte

Von: amv
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Rüsselsheim. Mit umfassenden Fahrwerksänderungen, neuen Extras und sparsameren Motoren sowie einer besseren Einbindung in die Möglichkeiten der Konnektivität des Fahrzeugs (Intelli-Link) hat Opel sein Kleinwagenmodell Corsa wohlüberlegt evolutioniert.

Modellwechsel-Phasen bedeuten eigentlich schon Monate vorher: rückläufige Absatzzahlen. Nicht so beim Opel Corsa. Dessen Marktanteil im Kleinwagensegment (14,2 Prozent) ist bis Ende September noch einmal um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Da liegt die Hürde für den Nachfolger, der im Januar zu den Händlern kommt, hoch.

„Gegenüber dem Vorjahr ist es uns gelungen, mit Produkten wie dem Mokka oder dem Adam in sieben von neun Monaten über dem Marktanteil des Vorjahrs zu liegen“, freut sich Opel-Vertriebschef Jürgen Keller und sieht sich so auf gutem Kurs. Schließlich soll die Marke mit dem Blitz 2016 wieder die Gewinnzone erreichen. Die fünfte Generation des seit 1982 über 12,4 Millionen Mal verkauften Corsa wird daran erfahrungsgemäß einen großen Anteil haben: immerhin macht der Wagen einen Anteil von 25 Prozent am Gesamtvolumen aus.

Die Designer haben den neuen Jahrgang (intern Modellgeneration E) dementsprechend selbstbewusst auf die Straße gestellt. Der deutlich weiter nach unten gezogene Grill lässt den 4,02 Meter langen Corsa von vorne breiter und kraftvoller erscheinen. Ein Effekt, der sich am Heck durch die zweigeteilten Heckleuchten und die klare Gliederung wiederholt. Ob in den Frontscheinwerfern oder in den Flanken, überall ist die mittlerweile typische Opel-Sichel zu erkennen, die der Karosserie optisch Dynamik verleiht.

Klarheit war indessen das Ziel der Gestalter  im Innenraum. Anstelle der extrem  vertikalen und damit abgrenzenden Gestaltung der Mittelkonsole ist nun eine horizontale  Ausrichtung des Cockpits getreten. Der zudem mit deutlich hochwertiger wirkenden Materialien ausgestattete Innenraum wirkt dadurch wesentlich offener und großzügiger. Doch er wirkt nicht nur so. Das Platzangebot ist für vier Personen tatsächlich überraschend großzügig. Hinter einem 1,80-Meter-Mann kann eine gleich große Person sitzen, ohne dass sich ihre  Knie in die Rücksitzlehne drücken. Ebenfalls die Kopffreiheit ist tadellos.

Während zahlreiche Ablagefächer - darunter auch Platz für 1,5-Liter-Flaschen in den Türen - im Innenraum für Ordnung sorgen, gilt es beim Verladen des Gepäcks eine relativ hohe Ladekante (69 Zentimetern beim Zweitürer/68 Zentimeter beim Viertürer) zu überwinden. Da auch der Gepäckraumboden dahinter vergleichsweise tief liegt, ist es der variable Ladeboden zum Ausgleich eine gute Anschaffung (85 Euro/Serie beim Topmodell). Das Ladevolumen lässt sich von 280 beziehungsweise 285 Litern auf 1.090 (1.120 Liter) vergrößern. Allerdings können die Rücksitzlehnen erst ab dem zweiten Ausstattungsniveau asymmetrisch getrennt umgeklappt werden.

Keinerlei Kritik kommt beim von Grund auf erneuerten Fahrwerk und der Lenkung auf. Der Corsa wieselt präzise und direkt um die Kurven, ohne dass der Fahrkomfort leidet. Unebene Fahrbahnabschnitte passiert der Stadtflitzer bemerkenswert souverän.

Das passt bestens zu den neuen Antrieben im Corsa. Der im Adam erstmals eingesetzte Einliter-Dreizylinder-Direkteinspritzer, der wahlweise mit einer Leistung von 90 oder 115 PS (14.480/16.390 Euro) angeboten wird, überzeugt auch im größeren Bruder. Beide Aggregate arbeiten nicht nur agil und munter. Sie sind angesichts der ungeraden Zylinderzahl auch überraschend leise und laufruhig. Der Grund darin liegt in der in diesem Segment unüblichen Ausgleichswelle, die die Ingenieure dem Aggregat mit auf dem Weg gegeben haben.

Neu angeboten wird ein 1,4-Liter-Turbobenziner (100 PS/13.780 Euro), der über ein maximales Drehmoment von 200 Newtonmetern zwischen 1.850 und 3.500 Umdrehungen verfügt. An Durchzugskraft mangelt es da nicht. Zudem gibt es einen 1,2 Liter (70 PS/11.980 Euro) und einen 1,4 Liter (90 PS/12.845 Euro). Dieselfreunde können auf einen 1,3 Liter mit wahlweise 75 oder 95 PS (14.930/15.730 Euro) zurückgreifen.

Mit dem neuen Jahrgang steht außer dem serienmäßigen Sechs-Gang-Getriebe und der sechsstufigen Wandlerautomatik zudem für den 90 PS-Benziner ein automatisiertes Schaltgetriebe (930 Euro inklusive Start-Stopp-Automatik) zur Wahl. Doch damit nicht genug an neuen Technologien im Corsa. City-Modus und Berganfahr-Assistent gehören ab Werk nun zum Lieferumfang. Erhältlich sind darüber hinaus ein selbstständig lenkender Parkassistent inklusive Tot-Winkel-Warner (580 Euro) oder ein Paket aus Verkehrsschilderkennung, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie Abstandanzeige und Frontkollisionswarner (700 Euro). Ohne Frage hat Opel auch in dieser Hinsicht alles getan, um die Erfolgsgeschichte seines Bestsellers fortzuschreiben.

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