Bergisch Gladbach - Nach einem Unfall leidet auch die Seele

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Nach einem Unfall leidet auch die Seele

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
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Das erlebte Unfallgeschehen kann zu psychischen Störungen führen, die die Unfallopfer dauerhaft beeinträchtigen.

Bergisch Gladbach. Die körperlichen Verletzungen heilen, doch das Gemüt leidet weiter. Ein Viertel aller bei einem Verkehrsunfall Schwerverletzten hat psychische Folgeerkrankungen zu befürchten. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach bei einer Untersuchung zu psychischen Folgen von Verkehrsunfällen.

Das erlebte Unfallgeschehen kann zu andauernden psychischen Störungen führen, die die Unfallopfer dauerhaft beeinträchtigen. Je früher Störungen erkannt werden, umso schneller kann wirkungsvolle Hilfe angeboten werden, lautet das Fazit der BASt-Forscher.

Die Erkrankungen, wie Angst, Depression oder eine Posttraumatische Belastungsstörung, entwickeln sich oftmals zeitnah zum Unfallgeschehen, können aber auch erst in den Monaten nach einem Unfall auftreten. In den meisten Fällen sind die psychischen Symptome dauerhaft. Besonders betroffen sind Patientinnen und Patienten mit psychischen Vorbelastungen. Um Folgeschäden vorzubeugen, empfehlen die Forscher, gezielte Gegenmaßnahmen sollten schon in der Unfallklinik beginnen.

Etwa ein Drittel der Befragten leidet laut Studie sowohl zu Beginn der stationären Behandlung als auch ein Jahr nach dem Unfall an Angstsymptomen und gut ein Viertel an depressiven Symptomen. Bei jeweils etwa der Hälfte dieser Patientinnen und Patienten sind die Symptome derart ausgeprägt, dass von einer ernstzunehmenden Störung auszugehen ist. Ein hoher Anteil der psychisch Beeinträchtigten leidet sowohl unter Angst- als auch depressiven Symptomen. Posttraumatische Belastungsstörungen zeigen sich direkt nach einem Unfall bei etwa einem Drittel der untersuchten Opfer, bis zum Zeitpunkt der letzten Befragung erhöhte sich der Anteil auf 44 Prozent. Eine Zunahme der Beschwerdehäufigkeit ist in allen Schwerekategorien festzustellen. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass etwa jedes vierte Unfallopfer unter ernst zu nehmenden psychischen Beschwerden wie Angst, Depression oder einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.

Mit einem eigens entwickelten Fragebogen sowie Patientenbefragungen und Auswertungen der Patientenakten ermittelte die BASt in Kooperation mit dem Institut für Forschung in der Operativen Medizin jene Faktoren, die zur Entwicklung einer psychischen Störung nach einem Verkehrsunfall beitragen können. Untersucht wurden über 200 Straßenverkehrsunfallopfer, die sich zur stationären Behandlung ihrer Verletzungen in einem Krankenhaus befanden. Die Patienten wurden unter anderem zu Beginn ihres Krankenhausaufenthalts als auch in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach dem Unfallereignis befragt.

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