Nach Autoklau Polizei und Versicherung verständigen

Von: amv
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Autodieb Auto Diebstahl
Rund 18.000-mal pro Jahr knacken zwischen Kiel und Konstanz, Zwickau und Zweibrücken Gelegenheitsdiebe und hochspezialisierte Profis Schlösser und überlisten Wegfahrsperren. Foto: dpa

Düsseldorf. Zunächst möchte man es nicht glauben. Dort, wo der Wagen geparkt wurde, steht er nicht mehr. Gestohlen. In den häufigsten Fällen ersetzen zwar die Versicherungen den Schaden. Aber für den Ärger kommen sie nicht auf.

Rund 18.000-mal pro Jahr knacken zwischen Kiel und Konstanz, Zwickau und Zweibrücken Gelegenheitsdiebe und hochspezialisierte Profis Schlösser und überlisten Wegfahrsperren. „Der dabei entstandene Schaden summiert sich auf rund 240 Millionen Euro“, zieht Alina Schön vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) in Berlin die Schadensbilanz. Dabei gilt: „Je hochwertiger der Wagen, desto geringer ist die Chance, ihn wieder zu sehen“, schildert Frank Scheulen vom Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen die polizeilichen Erfahrungen. In nur knapp der Hälfte aller Fälle kann den rechtmäßigen Eigentümer das Fahrzeug wieder vor die Garage gestellt werden.

Wenn das Auto spurlos verschwunden ist, heißt es zunächst einmal, Durchatmen. Die Nerven bewahren. Dann empfiehlt sich der Griff zum Telefon; „Unter der Notrufnummer 110 sollte möglichst rasch die Polizei informiert werden“, rät LKA-Mann Scheulen, „denn die Zeit arbeitet für die Diebe und vielleicht ist im Zuge der Fahndung das Fahrzeug auszumachen.“ Üblicherweise wird die Polizei nicht zum Tatort kommen. „Da gibt es ja nichts zu sichern“, schildert Scheulen die polizeiliche Sichtweise. Also muss der Bestohlene für seine Anzeige das nächste Polizeirevier besuchen. Soweit vorhanden sollten die Namen und Adressen von Zeugen notiert werden. Zuvor jedoch sollte der Bestohlene bereits seine Versicherung informieren. Später muss er ihr eine Kopie der Anzeige zusenden. Besonders wichtig: Kfz-Brief, Diebstahlanzeige der Polizei, alle vorhandenen Fahrzeugschlüssel, die Abmeldebescheinigung des Fahrzeuges sind vorzuweisen.

Wer sich bei Angaben über den möglichen Ablauf eines Fahrzeugdiebstahls in widersprüchliche Aussagen verstrickt, verliert unter Umständen seinen Versicherungsschutz. Das entschied das Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz (AZ.: 10 U 1415/01). Nach Ansicht der Richter müsse ein Versicherter einen Sachverhalt, der auf einen Diebstahl schließen lasse, widerspruchsfrei schildern, indem er zum Beispiel sagen könne, wann er oder ein anderer den Wagen zuletzt benutzt und wo das Auto abgestellt wurde. Kommt es bei diesen Fragen zu Widersprüchen, müsse er Nachteile erwarten.

„Wenn Sie auf Reisen im Ausland sind, sollten Sie auch die Polizei in Deutschland verständigen“, empfiehlt GDV-Fachfrau Alina Schön: „Wenn dies nicht sofort möglich ist, gehen Sie spätestens nach Ihrer Rückkehr zur deutschen Polizei. Ansonsten sind eine erfolgreiche internationale Fahndung und Strafverfolgung der Täter nicht immer gewährleistet.“ Sind mit dem Auto auch das Portemonnaie oder die Handtasche verschwunden, müssen sofort alle Bank-, Kredit- und Versicherungskarten gesperrt werden.

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